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Irak: Verhandlungen abgeschlossen

Zweieinhalb Monate nach der Parlamentswahl im Irak hat der designierte Übergangspremier Ibrahim Jaafari nach Angaben eines Ministers die Verhandlungen zur Bildung seiner Regierung abschlossen.

Wie der scheidende Minister für den Aufbau einer Zivilgesellschaft, Mamou Farhan Othman, am Donnerstag sagte, werden dem neuen Kabinett 32 Minister angehören. Bei zwei koordinierten Autobombenanschlägen vor dem irakischen Innenministerium wurden unterdessen elf Menschen getötet. Ein Jahr nach der Ermordung eines Deutschen im Irak wurde ein Verdächtiger gefasst.

Ein Ministerium für Sicherheit wird nach Angaben Othmans neu geschaffen. 17 Ministerien fallen an die Schiiten, 9 an die Kurden. Vier weitere Posten sollen an das Bündnis des scheidenden Ministerpräsidenten Iyad Allawi gehen. Allawi selbst strebt keinen Ministerposten an. „Ich bleibe Parlamentsabgeordneter“, sagte er in einem Interview des US-Senders CNN. Auch ein christlicher und ein turkmenischer Vertreter erhielten Posten im neuen Kabinett. Einzelheiten über die personelle Besetzung der Ministerien sollen am Sonntag bekannt gegeben werden.

Bei den Ermittlungen zum Mord an einem deutschen und einem niederländischen Ingenieur vor einem Jahr im Irak nahm die irakische Polizei ein führendes Mitglied des Terrornetzwerks El Kaida fest. Wie Polizeisprecher Abdel Rahman Mashawi in Kerbala am Donnerstag sagte, hat der Verdächtige gestanden, die beiden Techniker Mitte März vergangenen Jahres in der südlich von Bagdad gelegenen Ortschaft Musajib erschossen zu haben. Details gab der Sprecher nicht bekannt.

Die beiden Ingenieure waren im Auftrag einer Pumpenfirma in Heide in Schleswig-Holstein auf Montageeinsatz im Irak gewesen. Zusammen mit ihnen starben damals ein irakischer Fahrer und ein irakischer Polizist, der die beiden Männer aus Sicherheitsgründen auf ihrem Weg von einer Kläranlage bei Kerbala nach Bagdad begleiten sollte.

Bei zwei fast zeitgleichen Autobombenanschlägen vor dem irakischen Innenministeriums wurden am Donnerstag elf Menschen getötet und mindestens zwölf weitere verletzt. Das gab ein Sprecher des Ministeriums im Bagdader Stadtviertel Dschadria bekannt. In Fernsehaufnahmen war dicker Rauch über dem Stadtviertel in Bagdad zu sehen. Ein Sprecher der US-Truppen sprach von einem „weiteren sinnlosen Terrorakt gegen unschuldige Zivilisten“.

In der nördlichen Stadt Kirkuk starben am Donnerstag vier Polizisten, als Aufständische versuchten, die Polizeistation zu stürmen. Die Angreifer seien aber zurückgeschlagen worden, sagte ein Polizeisprecher. Drei weitere Beamte und ein Zivilist wurden verletzt.

Bei einem Selbstmordanschlag mit einem Tanklastwagen wurden in Tikrit 20 irakische Zivilisten verletzt. Der Attentäter hatten den Tanklaster in der Nähe eines von Ausländern bewohnten Hauses und nahe einem US-Stützpunkt zur Explosion gebracht. Zu der Tat bekannte sich im Internet die Terrorgruppe des Jordaniers Mussab al-Sarkawi. Bei einem weiteren Anschlag in Bakuba wurden nach Polizeiangaben mindestens vier Zivilisten verletzt.

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