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Irak: Schweigeminute für Massenpanik-Opfer

Inmitten neuer Gewalt haben die Iraker am Mittwoch mit einer Schweigeminute der 1011 Opfer der Massenpanik auf einer Bagdader Brücke vor einer Woche gedacht. In Bagdad stoppten um 12.00 Uhr alle Fahrzeuge.

Fußgänger blieben stehen. Wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte, waren bei dem Unglück rund 700 Pilger verletzt worden.

Bei der Explosion einer Autobombe in Bagdads Innenstadtviertel Karrade kamen am Mittwoch nach Augenzeugenberichten fünf Iraker ums Leben. Weitere sechs Menschen seien bei dem Anschlag verletzt worden, der offenbar einem Fahrzeug von Ausländern gegolten habe.

In der südirakischen Stadt Basra wurden am selben Tag vier Menschen bei einem Sprengstoffanschlag auf einen Konvoi getötet. Der Nachrichtensender Al-Arabiya meldete, die Getöteten hätten für eine amerikanische Sicherheitsfirma gearbeitet. In Yussifiya erschossen US-Soldaten nach Polizeiangaben zwei Iraker, die mit ihrem Auto einen Militärkonvoi überholt hatten.

Die irakische Übergangsregierung will nach Angaben von Ministerpräsident Ibrahim al-Jaafari keinen Einfluss auf den Prozess gegen den ehemaligen Präsidenten Saddam Hussein nehmen. Auch die Festlegung des Prozessbeginns auf den 19. Oktober, vier Tage nach dem geplanten Verfassungsreferendum, sei eine unabhängige Entscheidung der Justiz gewesen, sagte er in Bagdad.

Der irakische Präsident Jalal Talabani hat sechs Wochen vor Beginn des Prozesses gegen den früheren irakischen Machthaber die Todesstrafe gefordert. „Saddam Hussein verdient es, hundert Mal zu sterben“, sagte der Kurde Talabani in einem Interview mit dem Fernsehsender Al-Irakiya. Der frühere Machthaber habe gegenüber einem Ermittlungsrichter seine Schuld in mehreren Anklagepunkten eingeräumt. Das Geständnis beziehe sich auf von Saddam Hussein gegengezeichnete Dokumente zur gewaltsamen Unterdrückung der Kurden im Nordirak in den 80er Jahren.

Das Sondergericht für die ehemaligen Spitzenfunktionäre des Saddam-Regimes bestätigte am Mittwoch nicht die Angaben von Talabani über ein angebliches Geständnis des Ex-Diktators.

Nach einem irakischen Zeitungsbericht halten die amerikanischen und britischen Truppen in ihren Gefängnissen im Irak 7102 Iraker gefangen. Die Zeitung „Al-Sabah“ („Der Morgen“) berichtete unter Berufung auf das Justizministerium, unter ihnen seien 199 Frauen und 125 Jugendliche.

Basho Ibrahim, Staatssekretär im Justizministerium, sagte der Zeitung außerdem, demnächst solle eine großen Zahl von „gefährlichen Schwerverbrechern und Terroristen“ aus den Gefängnissen der ausländischen Truppen in ein Gefängnis im nordirakischen Suleimaniya gebracht werden. Die Stadt liegt im kurdischen Autonomiegebiet.

US-Präsident George W. Bush empfängt kommende Woche Talabani im Weißen Haus. Das teilte das Präsidialamt am Mittwoch in Washington mit. Bush und Talabani wollten unter anderem über Fortschritte im Antiterrorkrieg und die Planungen für das Referendum im Oktober über die Verfassung und die Wahlen im Dezember sprechen.

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