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Irak: Al-Kaida steht hinter Anschlag

Die irakische Regierung hat das Terror-Netzwerk Al-Kaida für den Bombenanschlag auf die Goldene Moschee in Samarra Ende Februar verantwortlich gemacht.

Nach der Explosion in dem schiitischen Heiligtum hatte die Gewalt zwischen Anhängern der verschiedenen islamischen Glaubensrichtungen drastisch zugenommen. Die Gefahr eines Bürgerkriegs stieg.

Ein gefangen genommener Al-Kaida-Kämpfer aus Tunesien, Abu Qudama, habe seine Beteiligung gestanden, sagte der nationale Sicherheitsberater Mowaffaq al-Rubaie am Mittwoch. Die von dem Iraker Haitham al-Badri geführte Al-Kaida-Zelle in der Provinz Salahaddin habe die Tat begangen. Zu ihr würden auch vier Saudi-Araber gehören. Der Tunesier wurde dem Sicherheitsberater zufolge bei Gefechten mit dem US- und dem irakischen Militär vor einigen Tagen verletzt und festgenommen. „Er hat gestanden, dass er hunderte Iraker und hunderte Polizisten getötet habe“, sagte Rubaie.

Zu den Opfern der Al-Kaida-Zelle gehöre auch Atwar Bahjat, eine Korrespondentin des Fernsehsenders Al-Arabiya. Sie verschwand gemeinsam mit ihrem Kameramann und einem Tontechniker, während sie über den Anschlag auf die Goldene Moschee berichteten. „Haitham al-Badri nahm sie gefangen und führte die Tötung selbst aus“, erklärte Rubaie. Die drei Leichen wurden am Morgen nach dem Anschlag gefunden.

Im Irak kommt es täglich zu Anschlägen. Zum Teil richten sie sich gegen die US-geführten ausländischen Truppen. Viele gehen jedoch auf die Gewalt zwischen den verschiedenen Volks- und Moslem-Gruppen im Land zurück. Für den größten Teil der Gewalt wird die sunnitische Minderheit verantwortlich gemacht, die unter Saddam Hussein das Land beherrscht hatte.

Besonders an diese Gruppe richtet sich der nationale Versöhnungsplan von Ministerpräsident Nuri al-Maliki. Ein Regierungsmitarbeiter erklärte, mehrere bewaffnete Gruppen hätten Maliki bereits wegen dieses Vorschlags für einen Dialog kontaktiert. Berater Malikis hatten zuvor mitgeteilt, sieben Gruppen sunnitischer Aufständischer hätten sich zu Gesprächen bereit erklärt.

Maliki veröffentlichte am Sonntag den Plan, der einen Dialog mit allen Gruppen außer der Al-Kaida und den Anhängern des gestürzten Präsidenten Saddam Hussein vorsieht. Zudem schlägt er eine Amnestie für gefangene Aufständische vor, die keine schweren Verbrechen begangen haben.

Dennoch erschütterten neue Anschläge den Irak. In der Stadt Baquba kamen nach Polizeiangaben drei Menschen bei der Explosion einer Autobombe ums Leben. Zuvor hatten Extremisten eine sunnitische Moschee in Shahraban beschossen und diese schwer beschädigt.

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