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Irak: 19 Tote nach neuer Anschlagsserie

Bei einer neuen Anschlagsserie im Irak sind mindestens 19 Menschen getötet und mehr als 50 weitere verletzt worden. Allein in der nordirakischen Stadt Tus Churmatu starben zwölf Menschen.

Vor einem Restaurant explodierte eine Bombe. Dort hielt sich eine Gruppe von Sicherheitsbeamten des stellvertretenden irakischen Ministerpräsidenten, Rosh Nuri Shawis, auf, die auf der Fahrt in einem Autokonvoi nach Bagdad eine Pause eingelegt hatte. Unter den Toten waren sechs Leibwächter des kurdischen Politikers. Shawis selbst, der einer von drei irakischen Vize- Regierungschefs ist, befand sich nicht in dem Konvoi.

Zarqawis Gruppe bekennt sich

Wie schon zu zahlreichen Anschlägen zuvor bekannte sich die Terrorgruppe um den Jordanier Abu Mussab al-Zarqawi im Internet zu der Tat. Bei einem anderen Anschlag auf einen Politikerkonvoi starben in Bakuba der stellvertretende Vorsitzende des Stadtrats, Hussein al-Tamimi, und vier seiner Leibwächter.

Weitere Anschläge mit je einem Toten gab es im nordirakischen Kirkuk sowie südlich der Hauptstadt Bagdad. Trotz der anhaltenden Gewalt im Irak rief US-Außenministerin Condoleezza Rice alle Bevölkerungsgruppen zur Zusammenarbeit bei der Ausarbeitung einer Verfassung auf. Die Verfassung stehe für die Zukunft des Irak, und alle Iraker sollten darauf stolz sein, sagte Rice nach einem Gespräch mit ihrem irakischen Kollegen Hoshyar Zebari in Washington.

Kritik an Syrien

In dem politischen Prozess sei auch die Hilfe der Nachbarländer des Irak notwendig. Zebari kritisierte das Nachbarland Syrien wegen der Nichteinhaltung von Versprechen. Der Irak wolle vor allem, dass Terroristen nicht mehr über syrisches Territorium ins Land gelangen könnten. Die US-Truppen sollten im Irak bleiben, solange sie gebraucht würden, sagte Sebari.

Für die kommenden Monate sei es wichtig, dass die Koalition stabil und zuverlässig bleibe. Unterdessen gab die Gruppe des Extremistenführers Abu Musab al-Zarqawi die Bildung einer „Märtyrer-Brigade“ im Irak bekannt. Der Anführer dieser Brigade, Abu Dujana al-Ansari, veröffentlichte eine entsprechende Tonaufnahme im Internet.

Märtyrer-Brigade

Der Chef der Terrororganisation Al Kaida, Osama bin Laden, sei von „der guten Nachricht“ unterrichtet worden, hieß es darin. Bin Laden habe immer gefordert, die „Kreuzritter und deren Vertreter zu terrorisieren“. Die Echtheit der Aufnahme konnte zunächst nicht überprüft werden. Der Jordanier Zarqawi ist von Bin Laden zum Chef der Al-Kaida-Organisation im Irak ernannt worden.

Die Vereinigten Staaten haben auf ihn ein Kopfgeld von 25 Millionen Dollar (knapp 20 Millionen Euro) ausgesetzt. Zarqawi hat sich zu zahlreichen Anschlägen und der Ermordung zahlreicher Geiseln im Irak bekannt. Am Montag hatte er in einer vom US-Geheimdienst CIA als echt eingeschätzten Tonaufnahme im Internet erklärt, er sei leicht verletzt. In der britischen und der US-Presse war mehrfach über schwere Verletzungen Zarqawis berichtet worden, die er sich möglicherweise bei einem US-Angriff zugezogen habe.

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