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IRA erklärt Ende des bewaffneten Kampfes

Die republikanische nordirisch Untergrundorganisation Irisch-Republikanische Armee (IRA) hat den jahrzehntelangen bewaffneten Kampf endlich abgeschworen. Chronologie

Die nordirische Separatistenorganisation IRA hat ihren „bewaffneten Kampf“ gegen Großbritannien offiziell für beendet erklärt. „Alle IRA-Einheiten sind angewiesen worden, ihre Waffen wegzuwerfen“, teilte die pro-irische Untergrundbewegung in einer am Donnerstag in Belfast veröffentlichten Erklärung mit. Künftig wolle sie ihr Ziel einer Wiedervereinigung der britischen Provinz mit Irland nur noch mit friedlichen Mitteln verfolgen.

Alle bewaffnete Aktivitäten würden ab 16.00 Uhr Ortszeit (17.00 Uhr MESZ) eingestellt, hieß es in der Erklärung. Darin rief sie Großbritannien und die pro-britische Mehrheit in Nordirland auf, diese Haltung als ausreichend für die Wiederaufnahme von Verhandlungen über eine Allparteienregierung zu akzeptieren, wie sie das Karfreitagsabkommen von 1998 vorsieht.

Eine formelle Auflösung der IRA sei aber nicht geplant, hieß es in der Erklärung der Organisation. Die Erklärung, die den Friedensprozess in Nordirland wiederbeleben könnte, war seit langem erwartet worden.

Mit dieser Zusage erfüllen die IRA und ihr politischer Arm Sinn Fein eine Hauptforderung der protestantischen Gegenseite. Doch anders als von den protestantischen, pro-britischen Parteien gefordert, verkündete die IRA nicht ihre Auflösung. Dennoch meinten britische Fernsehkommentatoren, die Erklärung werde den stockenden nordirischen Friedensprozess wieder in Gang bringen.

In dem Abkommen hatten die nordirischen Konfliktparteien die Bildung einer gemeinsamen Regierung beschlossen, die Freilassung von Häftlingen beider Seiten und die Entwaffnung aller paramilitärischen Gruppen bis Mai 2000. Weil der letzte Punkt nicht erfüllt wurde, zerbrach die Regierung in Belfast im Oktober 2002 an der wachsenden Spannung zwischen der protestantischen Ulster Unionist Party und der Sinn Fein.

1998 hatte das so genannte Karfreitagsabkommen die seit 30 Jahren andauernde Gewalt in Nordirland beendet. Die IRA hielt sich bereits vorher an einen Waffenstillstand, hatte bisher aber nie offiziell den Verzicht auf den bewaffneten Kampf erklärt.

Blair begrüßt IRA-Erklärung zum Ende des bewaffneten Kampfes

Der britische Premierminister Tony Blair hat die Erklärung der Untergrundorganisation Irisch-Republikanische Armee (IRA) zu einem Ende des bewaffneten Kampfes begrüßt. Ein Sprecher nannte die Erklärung am Donnerstag in London „sehr positiv“. Besonders erfreulich und „sehr wichtig“ sei der Passus, wonach die IRA auch „allen anderen Aktivitäten“ abschwöre, was ein Ende krimineller Machenschaften bedeute, sagte der Sprecher.

Adams fordert irische Bevölkerung zu Teilhabe an Friedensprozess auf

Der Parteivorsitzende der irisch-katholischen Sinn Fein, Gerry Adams, hat die Menschen in Nordirland aufgefordert, den angekündigten Gewaltverzicht der katholischen Untergrundorganisation Irisch-Republikanische Armee (IRA) zu unterstützen. „Lassen Sie uns alles tun, was wir können, damit niemand mehr durch den Konflikt in unserem Land sterben muss“, sagte Adams bei einer Pressekonferenz in der irischen Hauptstadt Dublin am Donnerstag. Die vorausgegangene Erklärung der IRA sei „ein deutliches Bekenntnis zum Friedensprozess“. Sinn Fein ist der politische Arm der IRA.

Der künftige Fahrplan sei klar, sagte Adams weiter. „Wir wollen ein Ende der britischen Herrschaft in unserem Land sehen, und wir wollen, dass die Teilung (der Insel) der Geschichte angehört.“ Die protestantische DUP könne nun entscheiden, ob sie die Vergangenheit hinter sich lassen und mit dem Rest der irischen Bevölkerung Frieden schließen wolle. „Wir sind jetzt alle in einem neuen Zeitalter des Kampfes, und dabei gibt es für jeden eine Rolle“, betonte Adams. Es hänge vom einfachen Bürger ebenso wie den Politikern ab, ob am Ende ein Erfolg stehen werde.

„Ich möchte die Bürger auf der ganzen Insel und darüber hinaus aufrufen, Teil dieser neuen Regelung zu werden. Lassen Sie uns alle zusammenkommen“, sagte Adams. Niemand habe alle Antworten parat, deshalb sollten alle zusammenrücken, um den Friedensprozess wieder in Gang zu bringen und für „die irische Einheit und Unabhängigkeit“ zu sorgen. Die IRA hatte zuvor nach mehr als drei Jahrzehnten dem bewaffneten Kampf abgeschworen.

“Allen IRA-Einheiten ist befohlen worden, die Waffen niederzulegen”

Die Irisch-Republikanische Armee (IRA) hat nach drei Jahrzehnten dem bewaffneten Kampf abgeschworen. AFP dokumentiert die am Donnerstag veröffentlichte historische IRA-Erklärung in eigener Übersetzung:

„Die Führung der Oglaigh na hEireann (IRA) hat offiziell die Beendigung des bewaffneten Kampfes angeordnet. Dies wird ab vier Uhr heute nachmittag (1700 MESZ) gelten. Allen IRA-Einheiten ist befohlen worden, die Waffen niederzulegen. Alle Mitglieder (im Original: Freiwilligen) sind angewiesen worden, bei der Entwicklung rein politischer und demokratischer Programme mit ausschließlich friedlichen Mitteln mitzuhelfen. Sie dürfen sich an keinerlei anderen Aktivitäten beteiligen.

Die IRA-Führung hat zudem unseren Vertreter beauftragt, mit der Unabhängigen Internationalen Kommission zur Entwaffnung (IICD) so schnell wie möglich die Waffen nachprüfbar unbrauchbar zu machen und das Vertrauen der Öffentlichkeit weiter zu verstärken. Wir haben zwei unabhängige Zeugen von der protestantischen und der katholischen Kirche gebeten, dies zu bezeugen.

Der Rat der Armee fällte diese Entscheidungen nach einer beispiellosen internen Diskussion und Beratung mit IRA-Einheiten und Mitgliedern. (…) Das Ergebnis unserer Konsultationen zeigt den sehr hohen Rückhalt bei IRA-Mitgliedern für die Friedensstrategie von Sinn Fein. Weit verbreitet ist Sorge über das Versagen beider Regierungen (der britischen und der irischen) sowie der (protestantischen) Unionisten, sich voll für den Friedensprozess einzusetzen. Dies hat wirkliche Probleme geschaffen.

Die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung von Irland unterstützt diesen Prozess völlig. Sie und alle Freunde der irischen Einigung in der ganzen Welt wollen das Karfreitags-Abkommen (von 1998) ganz umgesetzt sehen. Ungeachtet dieser Probleme wurden unsere Entscheidungen gefällt, um unsere republikanischen und demokratischen Zielsetzungen voran zu bringen, einschließlich unseres Ziels eines vereinigten Irland. Wir glauben, dass es nun einen alternativen Weg gibt, um dies zu erreichen und das Ende der britischen Herrschaft in unserem Land zu erreichen.

Es liegt in der Verantwortung aller Freiwilligen, Führungsstärke, Entschlossenheit und Mut zu zeigen. Wir gedenken der Opfer unserer toten Patrioten, derer, die ins Gefängnis gingen, der Freiwilligen, ihrer Familien und der erweiterten republikanischen Basis. Wir bekräftigen unsere Einschätzung, dass der bewaffnete Kampf völlig gerechtfertigt war. Uns ist bewusst, dass viele Menschen in dem Konflikt gelitten haben. Auf allen Seiten besteht die zwingende Notwendigkeit, einen gerechten und dauerhaften Frieden zu errichten. (…) Die Gesellschaft hat die Verantwortung, sicherzustellen, dass sich die Pogrome von 1969 und den frühen 1970er Jahren nicht wiederholen. Zudem gibt es eine Gesamtverantwortung, gegen Sektierertum in allen Formen anzugehen.

Die IRA steht voll und ganz hinter den Zielen der irischen Einheit und Unabhängigkeit und dem Aufbau der Republik gemäß der Proklamation von 1916. Wir rufen die irischen Republikaner überall zu einem Höchstmaß an Einheit und Einsatz auf. Wir sind überzeugt, dass die irischen Republikaner unsere Ziele erreichen können, wenn sie zusammenarbeiten. (…) Es gibt jetzt eine nie dagewesene Gelegenheit, die beträchtliche Energie und den vorhandenen guten Willen im Friedensprozess einzusetzen. Diese umfassende Serie beispielloser Initiativen ist unser Beitrag dazu und für die fortgesetzten Anstrengungen, der Bevölkerung von Irland Unabhängigkeit und Einheit zu bringen.“

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