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IOC: Lückenlose Turin-Aufklärung

Beim ersten "Wiedersehen" mit dem IOC seit den turbulenten Dopingereignissen von Turin hat das Österreichische Olympische Komitee (ÖOC) beim Treffen in Seoul einen positiven Eindruck gewonnen.

„Man erwartet natürlich weiterhin eine lückenlose Aufarbeitung unsererseits. Insgesamt war der Eindruck aber positiv“, berichtete ÖOC-Generalsekretär Heinz Jungwirth am Mittwoch.

Auch bezüglich der beabsichtigten Klage von Walter Mayer gegen IOC-Chef Jacques Rogge wegen Rufschädigung bleibt man beim IOC zunächst offenbar noch gelassen. „In einer Demokratie kann jeder tun was er glaubt. Gut ist das aber natürlich genauso wenig wie generelle Attacken gegen die WADA“, ist Jungwirth überzeugt.

Der ÖOC-General versicherte, dass man vom IOC und den Nationalen Komitees (NOKs) aber klare Signale erhalten habe, „dass die Privatinitiative Mayers nichts mit dem ÖOC oder der Salzburger Bewerbung für die Winterspiele 2014 zu tun hat. Wir haben stark zu spüren bekommen, dass man Österreich nach wie vor liebt und man ist auch der Salzburger Bewerbung äußerst positiv gegenüber gestanden“, berichtetete Jungwirth.

Immerhin hatte das IOC wegen des „Falles Mayer“ sogar Sanktionen gegen Österreich überlegt. Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden, der ebenfalls in Seoul weilte, hat unlängst an Mayer appelliert, die Klage zu überdenken. Die ÖOC-interne Kommission, die die Turin-Ereignisse aufarbeitet, wird noch im April mit den Befragungen relevanter Personen von ÖOC-Präsident Leo Wallner über die involvierten Biathleten bis hin zu ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel beginnen.

Was noch immer fehlt, ist der Bericht der italienischen Polizeibehörden. Der, so ist Jungwirth überzeugt, wird voraussichtlich zunächst an die betroffenen Sportler gehen. Um die vom Deutschen Thomas Bach geleitete IOC-Kommission zur betreffenden Causa aber nicht zu lange warten zu lassen, wird es voraussichtlich einen Zwischenbericht der von Dieter Kalt geleiteten ÖOC-Kommission geben.

„Wir wollen damit zeigen, dass wir in Österreich der Sache wirklich auf den Grund gehen. Das IOC bekommt von uns First-Hand-Infos“, so Jungwirth. Mit dem neuen Anti-Doping-Gesetz habe man zudem bereits einen ersten starken Schritt nach vorne gemacht. „Das kommt sehr gut an.“

Bekanntlich hat ja auch der Österreichische Skiverband ÖSV nach den Doping-Razzien bei ÖSV-Athleten in Italien eine Untersuchungskommission eingerichtet. Er hoffe dennoch auf eine gemeinsame Vorgehensweise, habe deshalb auch unmittelbar nach den Spielen und auf Initiative von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel ÖSV-Präsident Schröcksnadel die Hand gereicht, beteuerte Jungwirth.

In Seoul begann nach dem Treffen des IOC mit den NOKs eine dreitägige Exekutivsitzung, um sich ein Bild von den Olympia-Vorbereitungen in Peking 2008, Vancouver 2010 (Winter) und London 2012 zu verschaffen. IOC-Präsident Rogge bekräftigte dabei erneut seine Überzeugung, dass die Sommerspiele in Peking zur Verbesserung der Menschenrechtslage in China beitragen werden. Es sei jedoch nicht die Aufgabe des IOC, die Menschenrechtssituation zu beobachten, sagte der Belgier.

Rogge wird der Exekutive auch von einer rosigen finanziellen Zukunft berichten. Alleine aus den TV-Rechten für Vancouver und London erwartet man Einnahmen von 3,3 Milliarden US-Dollar, auch mit sechs von elf Sponsoren des Top-VII-Programmes ist man sich bereits einig. Die TV-Zuschauerzahlen sind in Turin laut Rogge um 20 Prozent gestiegen. „Olympische Spiele sind wie die Fußball-WM die meistgesehenen Events der Welt. Für mehr Zuseher braucht es schon außergewöhnliche Ereignisse wie die Mondlandung, den Tod oder die Wahl eines Papstes“, so sein Vergleich.

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