Inzest-Fall in Vorarlberg: Jugendwohlfahrt erhielt 1986 Hinweis

Feldkirch - Bregenz. Wie Donnerstagabend bekannt wurde, war die Jugendwohlfahrt der Bezirkshauptmannschaft Bregenz in mehrfacher Hinsicht mit dem tragischen Fall befasst. Selbst das Gerücht eines Inzests wurde an die zuständigen Stellen herangetragen.
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64-Jähriger zeugte zwei Kinder mit Tochter

“Mit Pflege der Kinder befasst”

Gegen 18.30 Uhr hatte Bezirkshauptmann Elmar Zech die Ergebnisse seiner ganztägigen hausinternen Recherchen in diese Presseaussendung gegossen: “Das Land ist von den tragischen Geschehnissen des am Donnerstag am Landesgericht Feldkirch behandelten Kriminalfalls tief betroffen. Wie bei unehelichen Kindern üblich, wurden in den Jahren 1985 und 1986 die Geburten der Kinder eines der beiden Opfer der Jugendwohlfahrt angezeigt. Diese war anschließend mit der Regelung der Pflege und Betreuung der beiden Kinder befasst.”
Aber das ist nicht alles: „Im Jahr 1986 wurde der Jugendwohlfahrt ein Gerücht gemeldet, wonach ein Inzest stattgefunden haben könnte.“ Zu diesem Zeitpunkt hatte das Martyrium der älteren der beiden Töchter des 64-Jährigen gerade erst begonnen. Die durchgeführten Erhebungen der BH Bregenz “haben aber keinen konkreten Verdacht ergeben”, so Zech. Hat die Jugendwohlfahrt damals einen Hausbesuch gemacht? Da weicht Zech erst aus: “Wir haben alle zweckdienlichen Ermittlungen angestellt.” Später sagt er, dass er erst erheben müsse, wie intensiv man damals wirklich nachgeforscht hat.

Familiendienst nicht involviert

Für das Vorarlberger Kinderdorf kam der Fall des 64-jährigen Vaters, der seine beiden Töchter jahrelang vergewaltigt hat und mit ihnen zwei Kinder zeugte, völlig überraschend. “Ich höre die Geschichte zum ersten Mal.” Geschäftsführer Christoph Hackspiel ließ augenblicklich vor allem im ambulanten Familiendienst recherchieren – Fehlanzeige. Offenbar war dieser Kriseninterventionsdienst zu keiner Zeit von der Jugendwohlfahrt der BH Bregenz eingeschaltet worden.

“Es gilt Verschwiegenheit”

Ob das Institut für Sozialdienste (IfS) bereits zu einem früheren Zeitpunkt mit dem Bregenzer Inzestfall zu tun hatte, war gestern nicht eruierbar. Das Team rund um Ruth Rüdisser-Rall kümmert sich jedenfalls aktuell um die beiden Töchter. Laut Geschäftsführer Stefan Allgäuer habe das IfS den Auftrag zur Prozessbegleitung erhalten. „Wir sind zu absoluter Verschwiegenheit verpflichtet“, betonte Ruth Rüdisser-Rall. (VN)

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