AA

Interview mit Dr. Rudolf Seewald

Dr. Rudolf Seewald hält sein neues Werk „Freunde, lasst uns Lachen, lasst uns Weinen“ in den Händen.
Dr. Rudolf Seewald hält sein neues Werk „Freunde, lasst uns Lachen, lasst uns Weinen“ in den Händen. ©Edith Hämmerle
Dornbirn. Am 1. Dezember feierte Dr. Rudolf Seewald seinen 93. Geburtstag. Kurz zuvor wurde sein neuestes Buch im Kulturhaus in Dornbirn präsentiert.

Im hohen Alter erfreut er sich über geistige und körperliche Gesundheit – sein druckfrisches Werk in den Händen haltend. In Lustenau ist er aufgewachsen, lebt seit 1945 in Dornbirn, doch den Lustenauer Dialekt hat er beibehalten.

Können Sie uns das Erfolgsrezept verraten, wie man mit 93 noch so agil sein kann?

Seewald: Ich habe mir im Alter den Spruch zu Herzen genommen: „Nid lugg lau, nei, ums Verrekö nid lugg lau“. Ich habe mich ständig mit dem Erlernen von Sprachen und mit Reisen auf Trab gehalten. Im Laufe der Jahre habe ich beinahe die ganze Welt umrundet.

Auch das Bergsteigen war eines Ihrer vielen Hobbys.

Seewald: Früher machte ich große Bergtouren. Ich erfüllte mir den großen Traum, einmal das Wallis zu durchqueren. Ich habe auch die ganze Mont-Blanc-Gruppe umquert. Heute noch gehe ich gerne in die Berge. Jetzt sind es natürlich keine Klettertouren mehr.

Ihre Vorliebe zum Schreiben, wann hat sie begonnen?

Seewald: Schon als kleiner Bub wollte ich die Welt, unsere riesengroße Erdkugel, entdecken und kennenlernen. Nach dem Krieg war ich viel auf Reisen. Ich schrieb ausführliche Reiseberichte, die in den VN veröffentlicht wurden, so hat es angefangen.

Ihr Beruf als Rechtsanwalt beanspruchte viel Zeit. Wie war es damals mit dem Reisen?

Seewald: Einmal im Jahr machte ich immer eine große Reise. Das musste einfach drin sein. In der Pension dokumentierte ich dann die lustigsten und kuriosesten Erlebnisse während meiner Berufszeit: „Freuden und Leiden eines Provinz-Advokaten“.

Im letzten Teil Ihres Buches berichten Sie über Reisen auf den Schwarzen Kontinent und die Kultur der Afrikaner.

Seewald: Der Schwarzafrikaner ist ein ungemein freundlicher, zuvorkommender Mensch, jederzeit hat er ein Lächeln auf seinen Lippen. Nie findet er ein böses Wort. Wir superklugen und oft unzufriedenen Europäer könnten von diesen Menschen nur lernen.

Lasst uns Lachen, lasst uns Weinen – ist das Weinen auf die Kriegszeit bezogen?

Seewald: Im Krieg hatte man keine Zeit zum Weinen. Aber das Leben bringt das oft mit sich. Die Aufzeichnungen aus meiner Kriegszeit in Russland geben Erfahrungen und Lebenseinstellungen in meinem damals blühenden Alter von 25 Jahren wieder. Als ich Russland tatsächlich bereiste (auf Staatskosten – nämlich als Soldat des Großdeutschen Reiches) da war es für mich nicht nur tragische Wirklichkeit, sondern ein klein wenig auch Erfüllung eines Traumes. Das nahm der Tragödie etwas von ihrer Schärfe.

Auch jetzt, im hohen Alter, können Sie sich noch für das Singen begeistern und sind aktiv beim Seniorenchor der Stadt Dornbirn dabei.

Seewald: Allmählich sterben einem Bekannte und Verwandte weg. Beim Singen pflege ich die Gemeinschaft, die Geselligkeit. Damit man nicht vereinsamt. Singen ist gut fürs Herz und erhebt die Seele.

Der Leitgedanke „Nid lugg lau“ begleitet Sie weiterhin. Band II soll im Herbst dieses Jahres erscheinen.

Seewald: Ich bin fest an der Arbeit und hoffe, dass ich den Termin einhalten kann. eh

„Freunde lasst uns Lachen, lasst uns Weinen“, Band I
• Das Buch ist erhältlich in allen Buchhandlungen in Lustenau und Dornbirn, im Hecht-Verlag in Hard, beim Autor, Dr. Rudolf Seewald, Dornbirn, Heimgarten 11.
• Es umfasst 365 Seiten und ist bebildert,
• Kosten: 25 Euro

Zur Person:

Dr. Rudolf Seewald
Geboren am: 1. Dezember 1916 in Lustenau
Aufgewachsen in: Lustenau, seit 1945 wohnhaft in Dornbirn
Beruf: Rechtsanwalt
Hobbys: Fremdsprachen, fremde Kulturen, fremde Religionen, Reisen, Schreiben, Bergsteigen, Singen
Lebensmotto: „Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen“ (aus Goethes Faust)

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Dornbirn
  • Interview mit Dr. Rudolf Seewald
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen