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Internationale Fahndung angelaufen

Feldkirch - Das Landesgericht Feldkirch hat am Freitag dementiert, dass nach einem wegen Vergewaltigung verurteilten Bregenzer nur national gefahndet werde.

Die „Vorarlberger Nachrichten“ hatten in ihrer Freitags-Ausgabe berichtet, dass kein internationaler Haftbefehl vorliege. Außerdem sei der 20-fach vorbestrafte Mann schon einmal nicht zu einer Haftstrafe angetreten, hieß es in dem Bericht.

Der 32-jährige Bregenzer war Ende März vergangenen Jahres zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil wurde im November vom Oberlandesgericht Innsbruck bestätigt und damit rechtskräftig. Weil nach Ansicht der damals zuständigen Richterin keine Haftgründe vorlagen, wurde keine Untersuchungshaft ausgesprochen. Vor Haftantritt setzte sich der 32-Jährige ab.

Gerichtssprecher Reinhard Flatz erklärte auf APA-Anfrage, man habe den Mann zunächst im Inland vermutet und daher erst einmal einen österreichweiten Haftbefehl erlassen. Als der Bregenzer nicht auffindbar war, wurde vor wenigen Tagen ein internationaler Haftbefehl erlassen. Am Donnerstag sei dieser bei den Sicherheitsbehörden eingelangt, so Flatz. Es handle sich um eine „routinemäßige Vorgangsweise“, betonte Flatz, der seitens der Justiz kein Versäumnis erkennen konnte. Das Landeskriminalamt vermutet den Mann in der Schweiz.

Dass der 20-fach vorbestrafte Bregenzer schon einmal vor einem Haftantritt geflohen ist, sei „nicht verifiziert“, erklärte Flatz. Eines der Opfer hatte dies gegenüber den „Vorarlberger Nachrichten“ angegeben. Die Akten, die dem Gericht bei der Entscheidung gegen eine Untersuchungshaft vorlagen, enthielten laut Flatz keinen diesbezüglichen Hinweis. Auch von der Drohung des 32-Jährigen gegen eines seiner Opfer war dem Landesgericht nichts bekannt. „Wenn auch nur der geringste Verdacht bestanden hätte, dass er einer der Frauen etwas antun könnte, hätte man selbstverständlich reagiert“, so Flatz. Von einem Fluchtversuch oder Drohungen stehe nichts in den Akten und „natürlich war der Akt damals Entscheidungsgrundlage“, erklärte der Gerichtssprecher. Den gesellschaftlich voll integrierten Mann nicht in U-Haft zu nehmen, sei eine „sachlich begründbare Entscheidung“ gewesen.

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