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„Intelligente Lösungen sind gefragt“

Die Gemeinde Klaus setzt bei der Bewältigung der vielfältigen Aufgaben auf Kooperationen.
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Seit bald 15 Jahren ist Werner Müller Bürgermeister der Vorderlandgemeinde Klaus – im VN-Interview spricht er über aktuelle und zukünftige Herausforderungen.

Mit welchen Herausforderungen sehen Sie sich derzeit als Gemeindechef von Klaus konfrontiert?

Die größte Herausforderung liegt in der Bewältigung der Summe an täglichen Aufgaben einer Gemeinde, die bei der Kleinkinder Betreuung beginnen und bei der Pflege aufhören – und das bei immer schwieriger werdenden finanziellen Rahmenbedingungen!

Hier sind intelligente Lösungen gefragt. Ein Lösungsansatz sind Kooperationen mehrerer Gemeinden, wie sie im Vorderland z. B. schon in der Baurechtsverwaltung oder in der Finanzverwaltung auf hohem Niveau praktiziert werden. Eine weitere Erfolgsgeschichte ist die Kooperation beim öffentlichen Personennahverkehr. Nur im Zusammenspiel von kleinen und großen Gemeinden sind gemeinsame Projekte möglich, von denen alle Bewohner einer ganzen Region gleichermaßen profitieren.

Eine weitere Herausforderung ist es, Menschen zu finden, die sich ehrenamtlich in Vereinen, Projektgruppen, aber auch in der Politik engagieren und somit einen gesellschaftspolitischen Beitrag leisten wollen. Es ist einerseits wichtig, die notwendige Infrastruktur zur Verfügung zu stellen, andererseits aber auch die geleistete Arbeit von Vereinen und Ehrenamtlichen wertzuschätzen.

Darüber hinaus stehen die Themen sozialer Wohnbau, Digitalisierung, Klimawandel und Raumplanung ganz oben auf der Agenda – um die Zukunft im Allgemeinen zu bewältigen.

Nach großen Investitionen in den vergangenen Jahren, befindet sich die Gemeinde Klaus auf Konsolidierungskurs. Konnte der Schuldenstand bereits reduziert werden?

Es ist bekannt, dass die Gemeinde Klaus in den letzten Jahren sehr viel investiert hat – hier sind vor allem der Ausbau des Kanal Trennsystems und die Wasserversorgung, sowie die damit zusammenhängende Erweiterung der Straßenbeleuchtung und -sanierung, die Sanierung der Volksschule, der Neubau der Mittelschule Klaus-Weiler-Fraxern und der Sporthalle samt Mehrzweckgebäude und Musikprobelokal, der Umbau der Gemeinde, der Neubau und die Sanierung des Kindergartens mit Mittagsbetreuung, der Austausch des Fuhrparks im Bauhof und die Ersatzbeschaffung des Tanklöschfahrzeuges für die Feuerwehr zu nennen.

Nach diesen Maßnahmen konnte in den letzten drei Jahren eine Konsolidierung eingeleitet werden. Dank der guten Einnahmensituation, die in erster Linie auf die Kommunalsteuereinnahmen der in Klaus ansässigen Unternehmen zurückzuführen ist und der Ertragsanteile des Bundes, konnte jeweils ca. 1 Million Euro Zinsendienst und Tilgung ge-
leistet werden. Dieser erfolgreiche Weg soll und muss auch in den nächsten Jahren strikt weiter verfolgt werden.

Auch wenn keine Großprojekte anstehen - welche Investitionen in den Erhalt der Infrastrukturen sind geplant?

Eine Gemeinde in der Größe von Klaus muss jährlich sehr viel Geld in die Infrastruktur investieren. Neues muss stets gewartet und gepflegt werden. Neben dem Erhalt und der Betreuung der gemeindeeigenen Gebäude muss vor allem in die Instandhaltung des Kanal- und Wassersystems und der Straßen investiert werden. Daneben gibt es aber auch zahlreiche Budgetpositionen, die nicht kalkulierbar, weil vorgegeben sind. Dies sind z. B. die Beiträge für den Spitals- und Sozialfond, den öffentlichen Personennahverkehr, Abwasserverband Vorderland, Gruppenwasserversorgung Vorderland uvm.

Mit dem Ausbau der Räumlichkeiten für die Kleinkindbetreuung und der Neuorganisation des Mittagstisches wurde das Angebot für Familien optimiert sind die Bedürfnisse damit gedeckt?

Durch verschiedene Lebensstile und Familienkonzepte sowie das Wirtschaftswachstum in Vorarlberg ist auch der Bedarf an Kinder- und Schülerbetreuung wesentlich größer und vielfältiger geworden. Darauf mit entsprechenden Angeboten zu reagieren, ist eine große organisatorische und finanzielle Herausforderung für die Gemeinden, die durch den Mangel an geeignetem pädagogischem Personal in Vorarlberg noch verstärkt wird. Klaus ist hier sicherlich ein Vorreiter in der Region. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang auch das Ernährungskonzept in Zusammenarbeit mit dem Sozialzentrum Vorderland.

Um mit den dynamischen Rahmenbedingungen und Bedarfslagen Schritt halten zu können, wird es in den nächsten Jahren notwendig sein, die Kooperationsanstrengungen in diesem Bereich weiter zu verstärken und auch die „großen, schwierigen“ Themen anzugehen – wie etwa die Fragen der gemeindeübergreifenden Zugänglichkeit oder der Schulsprengel. Gemeinsam mit Land und Bund gilt es hier machbare und finanzierbare Lösungen zu entwickeln, um für die zukünftigen Anforderungen gerüstet zu sein.

Die Gemeinde Klaus ist ja auch beim regionalen Altstoffsammelzentrum dabei wie ist da der Stand der Dinge?

Das Altstoffsammelzentrum Vorderland ist seit Oktober 2018 in Bau (Standort: Industriegebiet Sulz). Es entsteht eine Service Einrichtung für die rund 30.000 Einwohner der elf beteiligten Gemeinden (Fraxern, Klaus, Laterns, Meiningen, Rankweil, Röthis, Sulz, Übersaxen, Viktorsberg, Weiler und Zwischenwasser). Anfang Juni wurde auf der ASZ-Baustelle eine „Halbzeitfeier“ abgehalten: Im Rahmen eines kleinen Festaktes wurde von den Bürgermeistern und anderen Projektbeteiligten eine Zeitkapsel mit Projektunterlagen und aktuellen Medien im Fundament des ASZ eingelassen. Das Gebäude wird gemäß Bauzeitplan Ende November 2019 fertiggestellt. Die Eröffnung ist für das erste Quartal 2020 vorgesehen. Ab dann soll das ASZ Vorderland der Bevölkerung zur Verfügung stehen.

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