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Innsbrucker Uni gedenkt der „Weiße Rose“

An die Studenten der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“, unter denen auch ein Angehöriger der Leopold-Franzens-Universität war, will die Innsbrucker Universität erinnern.

Vor 60 Jahren waren die Mitglieder der „Weißen Rose“ in München von den Nazis hingerichtet worden. Eines der Mitglieder, Christoph Probst, hatte im Studienjahr 1942/43 in Innsbruck Medizin studiert. Er wurde in Innsbruck am 20. Februar 1943 festgenommen und zwei Tage später vom Volksgerichtshof in München zum Tod verurteilt. Zusammen mit den Geschwistern Scholl wurde Probst am 22. Februar hingerichtet.
Am kommenden Sonntag findet um 19.00 Uhr ein Gedenkgottesdienst in der Universitäts-Kirche statt.

Unmittelbar vor seiner Hinrichtung ließ sich Christoph Probst, der in einer nichtkirchlichen Umgebung aufgewachsen war, und erst als junger Mann zum Katholizismus gefunden hatte, in der Gefängniszelle taufen. Der erst 23-jährige Student, verheiratet und Vater von drei kleinen Kindern, hatte in seinem Abschiedsbrief an seine Schwester geschrieben: „Ich wusste nicht, dass Sterben so leicht ist!“ und:
„Ich sterbe ohne Hassgefühle!“

Schon in den Nachkriegsjahren gedachten Österreichische Hochschülerschaft und Katholische Hochschulgemeinde ihres früheren Mitstudenten. Seit der Enthüllung einer Gedenktafel am Ehrenmal vor der Innsbrucker Universität am 6. November 1984 – dem 65. Geburtstag von Christoph Probst – begehen Universitäts-Pfarre und Hochschülerschaft jährlich Anfang November den „Gedenktag für Christoph Probst“. 1994 wurde der Platz vor dem Uni-Hauptgebäude in „Christoph-Probst-Platz“ umbenannt. Von der seinerzeitigen Uni-Leitung war Propst übrigens noch drei Wochen nach seiner Hinrichtung formal vom Studium ausgeschlossen worden.

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