Industrie sieht steigende Blackout-Gefahr

Die Industrie-Spartenobmänner und -GeschäftsführerInnen beim Kooperationstreffen vergangene Woche in Salzburg.
Die Industrie-Spartenobmänner und -GeschäftsführerInnen beim Kooperationstreffen vergangene Woche in Salzburg. ©Franz Neumayr
Energie-Gipfel zeigt Handlungsfelder und Lösungsansätze zur sicheren Stromversorgung und Blackout-Vermeidung auf.
Land bereitet sich auf „Blackout“ vor

Die Spitzenvertreter der Industriesparten Salzburg, Oberösterreich, Steiermark, Kärnten, Tirol und Vorarlberg diskutierten bei einem Energie-Gipfel in Salzburg die Handlungsfelder und Lösungsansätze zur sicheren Stromversorgung der heimischen Industrie und Blackout-Vermeidung. Es zeigte sich einmal mehr, dass es eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen – wie die Förderung für erneuerbare Erzeugungsanlagen – gibt. Es fehlt jedoch eine umfassende Gesamtstrategie für die vollständige Transformation des Energiesystems, die den notwendigen Energieinfrastrukturausbau sicherstellt und die Verbraucher in das Energiesystem intelligent einbindet.

Sichere Versorgung mit Energie

Die sichere Versorgung mit Strom ist als entscheidender Standortfaktor für das Industriebundesland Vorarlberg von größter Bedeutung. Das Risiko eines „Blackouts“ steigt aber durch unterschiedliche Einflüsse stark an. „In vergangener Zeit haben wir in verschiedenen Teilen der Welt gesehen, wie schnell die Stromversorgung zusammenbrechen kann. Auch im europäischen Strom-Verbundnetz sind wir am 8. Jänner 2021 nur knapp an einem flächendeckenden Stromausfall vorbeigeschrammt. Diese Ereignisse unterstreichen, dass dieses Thema zunehmend brisanter wird“, betont Markus Comploj, Spartenobmann der Industrie in der Wirtschaftskammer Vorarlberg.

Unbedingte Vermeidung eines Blackouts

Der Spartenobmann verweist auf die enorme gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung der sicheren Stromversorgung und unbedingte Vermeidung eines Blackouts: „Würde beispielsweise an einem Wochentag um 9 Uhr der Strom im gesamten Bundesgebiet für 24 Stunden ausfallen, würde der volkswirtschaftliche Schaden laut Blackout-Simulator der Johannes Kepler Universität in Linz für Österreich bei mehr als 1,1 Mrd. Euro liegen. Vergleicht man das mit den Kosten eines Lockdowns, würde ein Tag Blackout in Österreich zirka so viel kosten, wie zwei Wochen Lockdown“, zeigt Comploj auf.

Beschleunigung der Verfahren

„Wenn wir einen Blackout vermeiden wollen, brauchen wir deutlich schnellere Genehmigungsverfahren für die dafür notwendige Energieinfrastruktur und genügend gesicherte Kapazitäten, die dann Energie erzeugen, wenn es Erneuerbare nicht können. Natürlich ist die Transformation der Stromversorgung ein enorm wichtiger Beitrag, um das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen. Viele heimische Industriebranchen arbeiten intensiv an der verstärkten Einbindung erneuerbarer Energieformen in ihre Produktionsprozesse. Grundvoraussetzungen dafür sind die uneingeschränkte Verfügbarkeit von erneuerbarer Energie zu wettbewerbsfähigen Preisen und die Gewährleistung der Versorgungssicherheit der Betriebe. Wir brauchen einen raschen und koordinierten Ausbau der Energieinfrastruktur, parallel zum Ausbau der Erneuerbaren. Zudem benötigen wird eine praktikable Einbindung der Flexibilitätspotenziale (Speicher, Erzeugung etc.) der heimischen Industriebetriebe. Dies hilft nicht nur in Bezug auf die Versorgungssicherheit, sondern auch, durch die Reduktion der bereitzustellenden Spitzenlast auf dem Weg zur Erreichung der Klimaziele“, sagt Spartenobmann Markus Comploj.  

Die WKO-Industriesparten der Bundesländer Oberösterreich, Steiermark, Salzburg, Kärnten, Tirol und Vorarlberg haben im Rahmen ihrer Kooperation Lösungsansätze erarbeitet und setzen gemeinsame Initiativen und Maßnahmen für eine realistische und wirtschaftsfreundliche Umsetzung der Klima- und Energiestrategie.

(VOL.AT)

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