Indonesien: Für tot gehaltener Bub gefunden

Ein zunächst für tot gehaltener Bub, der sich mit seinem Vater an Bord des am Montag in der indonesischen Großstadt Medan abgestürzten Flugzeugs befand, ist am Dienstag in einem Krankenhaus gefunden worden.

Der fünfjährige Pento Panjaitan und sein Vater hatten das Unglück wie durch ein Wunder überlebt, waren aber in unterschiedliche Krankenhäuser gebracht worden.

Erst als der Bub zu weinen angefangen und nach seinem Vater gesucht habe, sei klar geworden, dass er ein Passagier der Maschine gewesen sei, sagte eine Krankenschwester. Das Klinikpersonal konnte das Kind identifizieren und benachrichtigte seine Mutter.

Damit verringerte sich die Zahl der Toten auf 148. 47 Menschen kamen am Boden ums Leben. 16 Passagiere überlebten das Unglück, darunter ein 18 Monate alter Bub, der auf dem Schoß seiner Mutter saß.

Experten nahmen unterdessen die Ermittlungen zu dem Flugzeugabsturz auf. Sie überprüften zunächst die über eine weite Fläche verstreuten Wrackteile der Boeing 737 und trugen Leichenteile zusammen.

Beide Flugdatenrekorder wurde nach Behördenangaben gefunden. Dennoch werde es mehrere Wochen dauern, bis die genaue Ursache ermittelt werden könne, sagte Verkehrsminister Hatta Rajasa. Es gelte herauszufinden, warum die Maschine der Fluggesellschaft Mandala so kurz nach dem Start von Medan auf der Insel Sumatra abgestürzt sei.

Überlebende berichteten, die Boeing sei auf einer Höhe von etwa 100 Metern plötzlich heftig durchgeschüttelt worden und dann auf eine viel befahrene Straße gekracht. Andere sprachen von einem lauten Knall noch während des Flugs, woraufhin die Maschine in Flammen aufgegangen sei.

Chefermittler Setio Raharjo erklärte, Neugierige könnten die Aufklärung der Absturzursache behindern. Bisher seien keine Cockpit-Instrumente geborgen worden. Er rief die örtlichen Behörden und Anrainer auf, vom Unglücksort mitgenommene Gegenstände zurückzugeben.

Angehörigen stand unterdessen die schmerzliche Aufgabe bevor, die Opfer zu identifizieren. Vor der Leichenhalle einer Klinik waren etwa 90 teils stark verkohlte Körper zusammentragen worden. Schluchzende Verwandte hoben nacheinander die Laken, um vermisste Familienmitglieder zu finden. Opfer, die bis zur Unkenntlichkeit verbrannten, sollen am Mittwoch in einem Massengrab beigesetzt werden. Bis zum späten Dienstagabend war die Identität von mehr als 60 Leichen noch ungeklärt.

Der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono traf ebenfalls am Unglücksort ein. Er hatte zuvor am Begräbnis des Gouverneurs von Nord-Sumatra teilgenommen. Letzterer saß ebenfalls in der Unglücksmaschine.

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