AA

Indonesien: 149 Menschen starben

Nach dem Absturz der indonesischen Passagiermaschine auf ein Wohngebiet der Stadt Medan ist die Zahl der Todesopfer auf 149 angestiegen. 15 sollen überlebt haben.   

Ein Passagierflugzeug mit 117 Menschen an Bord ist am Montag kurz nach dem Start in ein Wohngebiet auf der indonesischen Insel Sumatra gestürzt und in Flammen aufgegangen. 102 Insassen der Maschine und 47 Menschen am Boden kamen ums Leben.

Wie durch ein Wunder überlebten 15 Passagiere, die im Heck der Maschine saßen, darunter ein 17 Monate altes Mädchen. Die Boeing 737-200 der Mandala Airlines stürzte 500 Meter hinter der Startbahn in ein belebtes Viertel in Medan, der Hauptstadt der Provinz Nord-Sumatra. Unter den Toten war auch der Gouverneur der Provinz. Die Ursache des Absturzes war zunächst unklar. Die indonesische Fluggesellschaft schloss einen Anschlag oder Sabotage mit großer Wahrscheinlichkeit aus. Die Maschine war mit 112 Passagieren und fünf Besatzungsmitgliedern an Bord auf dem Weg in die Landeshauptstadt Jakarta.

„Das Flugzeug war gerade gestartet, als es plötzlich nach links drehte und es einen Stoß gab und wir wirklich schwere Turbulenzen spürten“, sagte ein überlebender Passagier im indonesischen Fernsehen. „Ich sah andere Überlebende, die versuchten, sich zu retten. Aber sie waren zu schwer verletzt.“ Die Maschine stürzte in das Zentrum eines Wohngebietes in der drittgrößten indonesischen Stadt. Es brach auseinander. Aus dem Wrack schlugen Flammen. Mehrere Häuser, Autos und Motorräder in der Umgebung fingen ebenfalls Feuer. Dichter, schwarzer Rauch stieg auf.

An der Unglücksstelle liefen Menschen panisch umher und riefen die Namen von Angehörigen. „Ich bin etwa zehn Minuten nach dem Unfall eingetroffen. Überall waren brennende Leichen“, sagte ein Reporter. „Etwa zehn Häuser standen in Flammen und fünf bis sechs Kleinbusse. Das Flugzeug war zerbrochen.“ Insgesamt wurden etwa 20 Häuser durch das Feuer beschädigt. Eine Krankenschwester sprach von chaotischen Zuständen im Krankenhaus. „Die Rettungskräfte bringen immer mehr Opfer herein, sowohl Passagiere als auch Bewohner. Einige leben noch, andere sind tot.“ Viele Opfer sind den Berichten zufolge bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.

Ein Sprecher der Fluggesellschaft sagte, vermutlich habe ein Fehler beim Start zu dem Absturz geführt. Es sei aber unklar, ob der Absturz auf Triebwerksprobleme, menschliches Versagen oder das Wetter zurückzuführen sei. Mandala Airlines zählt zu den ältesten privaten Fluggesellschaften Indonesiens. Medan ist der wichtigste Verbindungspunkt für die Hilfslieferungen in die Provinz Aceh, die schwer von der Tsunami-Katastrophe im Dezember betroffen ist.

In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Wettbewerb im indonesischen Luftverkehr durch zahlreiche Billigflieger verschärft. Das schwerste Flugzeugunglück in Indonesien ereignete sich 1997. Beim Absturz eines Airbus im Berggebiet nahe Medan kamen damals alle 234 Menschen an Bord ums Leben.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Welt
  • Indonesien: 149 Menschen starben
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen