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Indische Elitetruppen beendeten Terrordrama von Bombay

Nach rund 60 Stunden Nervenkrieg haben indische Elitetruppen am Samstag dem Terrordrama von Bombay (Mumbai) ein Ende gesetzt. Sie stürmten das Luxushotel Taj Mahal und töteten dort die letzten drei Angreifer des Terrorkommandos, das die Finanzmetropole seit Mittwochabend in Atem gehalten hatte.

Bei den koordinierten Angriffen der Extremisten auf zehn Orte Bombays wurden nach offiziellen Angaben 195 Menschen getötet, darunter 18 Ausländer. Rund 295 Menschen wurden verletzt. Die Zahl der Opfer könnte sich allerdings noch weiter erhöhen.

Der Sturm der Eliteeinheiten auf die im Taj Mahal verschanzten Terroristen war mit schweren Waffen vorbereitet worden. Es gab heftige Explosionen, ein Teil des Hotels mit 595 Zimmern fing Feuer. Orangerote Flammen und schwarzer Rauch stiegen aus dem Gebäude auf. Der Bombayer Polizeichef Hasan Ghafoor teilte schließlich mit: “Die Operation ist vorbei.” Der Chef der Kommando-Einheit der Nationalen Sicherheitsgarde, J.K. Dutt, sagte: “Dort waren drei Terroristen, wir haben sie getötet.” Auch ein Major seiner Einheit sei getötet worden.

Insgesamt wurden nach Behördenangaben mindestens elf Extremisten getötet, ein Mann wurde verhaftet. Bei dem Festgenommenen handelt es sich nach Angaben des Innenministeriums um einen Pakistani.

Die Sicherheitskräfte fahndeten fieberhaft nach den Drahtziehern der Angriffswelle mutmaßlich muslimischer Extremisten. Zu Beginn bekannte sich eine bis dahin unbekannte Gruppe namens Deccan Mujahideen zu der Gewaltaktion. Indische Regierungsvertreter deuteten unterdessen eine ihrer Ansicht nach bestehende Verwicklung Pakistans an.

Der Nachbarstaat, mit dem Indien seit der Unabhängigkeit drei Kriege führte, wies eine Verwicklung zurück und sicherte seine Kooperation bei den Ermittlungen zu. Die Zusage, den Geheimdienstchef zu den Ermittlungen nach Indien zu senden, zog Islamabad am Samstag aber zurück. Ein Sprecher des pakistanischen Ministerpräsidenten Yousuf Raza Gilani sagte der Nachrichtenagentur AP in Islamabad, es werde nun ein Geheimdienstbeamter mit niedrigerem Rang nach Indien geschickt. Damit könnten sich die Spannungen zwischen den beiden Atommächten weiter verschärfen.

Die amerikanische Bundespolizei FBI entsandte ein Ermittlerteam nach Indien, um bei der Aufklärung der Hintergründe der Terrorwelle zu helfen.

Stunden vor dem Angriff auf die militanten Extremisten im Taj Mahal hatten Elitekommandos bereits das Hotel Oberoi und ein jüdisches Zentrum gestürmt. Im Chabad-Lubavitch-Zentrum fanden sie sechs tote Geiseln, darunter der Rabbiner und seine Frau. Im Oberoi wurden 24 Leichen gefunden. Dutzende Menschen – darunter auch 20 Angestellte der Fluggesellschaften Lufthansa und Air France – wurden gerettet.

In einem verlassenen Fischerboot vor der Küste von Bombay entdeckte die indische Marine eine Leiche. Marinesprecher Manohar Nambiar erklärte am Samstag, es werde untersucht, ob das Boot zur Vorbereitung der Terroranschläge benutzt wurde. Örtliche Medien berichteten, die Attentäter hätten das Fischerboot entführt, das im pakistanischen Karachi losgefahren sei. Bei dem Toten handele es sich um den Skipper.

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