Indien: Über 130 Tote bei Anschlagsserie

Bei der schwersten Anschlagsserie in der westindischen Wirtschaftsmetropole Bombay seit 13 Jahren sind am Dienstag mehr als 130 Menschen getötet worden.

Bis zu 300 weitere Menschen wurden nach Polizeiangaben verletzt, als es in sieben Pendlerzügen fast zeitgleich zu gewaltigen Explosionen kam.

Ministerpräsident Manmohan Singh erklärte, „Terroristen stecken hinter den Bombenanschlägen“. Er berief eine Krisensitzung seines Kabinetts ein. Nach Angaben des Innenministers wussten die Behörden, dass ein Anschlag geplant war, kannten aber weder Ort noch Zeit.

Die Zugabteile wurden von den Explosionen völlig zerfetzt, Fernsehsender strahlten Bilder von Verletzten auf Bahngleisen aus. Einige wurden von Helfern abtransportiert. Einige Verletzte hielten sich blutige Verbände gegen ihre Wunden, andere versuchten verzweifelt, ihre Angehörigen über Mobiltelefone zu erreichen. Im Bahnnetz brach Chaos aus.

Einsatzkräfte durchsuchten die Wracks der Waggons nach Toten und Verletzten. Die Zahl der Opfer sei auf 137 gestiegen, berichtete die Nachrichtenagentur PTI unter Berufung auf Regierungsstellen. Die Rettungsarbeiten wurden von heftigem Monsunregen behindert. Trümmer und Gepäckstücke lagen auf Bahnsteigen verteilt. Ein Sprecher der Bahngesellschaft Western Railway bestätigte sieben Explosionen. Der Zugbetrieb sei eingestellt worden. Er rief die Öffentlichkeit auf, sich von den Bahnhöfen fern zu halten.

Die erste Detonation traf einen Zug im nordwestlichen Vorort Khar. Ein Reporter von CNN-IBN, der in dem Zug saß, berichtete, ein Erste-Klasse-Abteil sei getroffen worden, und mehr als ein Dutzend Menschen sei ums Leben gekommen. PTI berichtete unter Berufung auf die Bahn, alle Explosionen hätten sich in Erste-Klasse-Waggons zugetragen.

Zunächst bekannt sich niemand zu der Anschlagsserie. Die Taktik von rasch aufeinander folgenden Explosionen wurde in der Vergangenheit von kaschmirischen Extremisten angewendet.

Stunden zuvor hatten mutmaßliche islamische Extremisten in der Stadt Srinagar im indischen Teil Kaschmirs eine Serie von Granatenanschlägen verübt. Dabei kamen acht Menschen ums Leben. Im indischen Teil Kaschmirs kämpfen mehr als ein Dutzend militante muslimische Gruppen für die Unabhängigkeit des Gebiets von Indien oder seinen Anschluss an Pakistan. Der Konflikt kostete seit 1989 mehr als 66.000 Menschen das Leben.

Pakistan verurteilte als eines der ersten Länder die Anschlagsserie vom Dienstag als „verabscheuenswürdige Terrorakte“.

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