In Vorarlberg gibt es knapp 20 radikalisierte Jugendliche

20 Jugendliche sollen radikalisiert sein.
20 Jugendliche sollen radikalisiert sein. ©AP
Bregenz. In Vorarlberg sei die Anzahl radikalisierter Jugendlicher "überschaubar", so die Landesräte Schwärzler (ÖVP) und Wiesflecker (Grüne) in einer Zwischenbilanz.

Zu den knapp 20 radikalen muslimischen jungen Menschen gebe es Kontakt, die meisten hätten Arbeit, “wichtig für das Gelingen der Integration”, sagte Landesrat Erich Schwärzler (ÖVP) bei einer ersten Zwischenbilanz der Sicherheitsplattformen, die nach den Terroranschlägen in Paris installiert wurden.

Verbesserte Zusammenarbeit zwischen Behörden

Die beiden Plattformen “Sicherheit” und “Prävention/Deradikalisierung” sind seit Anfang des Jahres vor allem damit beschäftigt, vorbeugende Maßnahmen gegen die islamistische Radikalisierung von Menschen in Vorarlberg zu erarbeiten und umzusetzen.

Bereits jetzt habe durch deren Arbeit die Zusammenarbeit zwischen Sicherheitseinrichtungen, Behörden sowie der Jugendarbeit, den Sozialeinrichtungen und Integrationsfachleuten “enorm gewonnen”, betonte Schwärzler.

Konsequentes Handeln und Sensibilisierung

Sowohl für den Sicherheitslandesrat als auch für Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker (Grüne) ist klar, dass im Umgang mit Radikalisierung und Gewaltbereitschaft ein konsequentes Handeln der Polizei, verstärkte Prävention und eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit von zentraler Bedeutung sind.

Aus diesem Grund brauche es eine enge Vernetzung aller involvierten Stellen des Landes, die in Zukunft weiter ausgebaut werden soll, betonten sie am Montag in Bregenz. Gemeinsame Plattformsitzungen seien deshalb auch weiterhin mindestens zweimal jährlich geplant.

“Konsequente Aufarbeitung von religiöser Gewalt”

Gleichzeitig müssten alle Fälle von gewaltsamen Übergriffen mit religiösem Hintergrund konsequent aufgearbeitet werden, sagte Schwärzler. Dies sei auch einer der Schwerpunkte der Sicherheitsplattform, deren Leiter Schwärzler ist. Neue Strategien und Antworten brauche man für das Zusammenleben der zunehmenden Zahl an Menschen mit unterschiedlichen Nationalitäten in Vorarlberg.

Konkret sprach der Sicherheitslandesrat von einer verbesserten Betreuung und einem speziellen Fokus auf die Sicherheit. “Klar muss sein, dass sich die Menschen an die Gesetze zu halten haben und ansonsten mit entsprechenden Strafen rechnen müssen”, führte Schwärzler aus. Hass und Gewalt hätten in Vorarlberg keinen Platz, “hier gibt es null Spielraum”.

Die Plattform “Prävention/Deradikalisierung”, der Wiesflecker vorsitzt, setzt auf eine vielfältige Vernetzung. Vor allem Multiplikatoren aus dem psychosozialen Umfeld, Lehrer und die Exekutive stünden hier im Mittelpunkt. Als konkrete Maßnahmen werden derzeit Fachvorträge organisiert und Informationen über die bundesweite Beratungsstelle “Extremismus” verteilt.

Für begleitende Sofortmaßnahmen hat das Land 25.000 Euro für den Dachverband für Offene Jugendarbeit (koje) zur Verfügung gestellt. Mit koje, der zwischen 2007 und 2014 einen Projektpool zur Gewaltprävention abgewickelt hat, habe man bereits “sehr gute Erfahrungen” gemacht, betonte Wiesflecker. “Es geht uns um unbürokratische, rasche und niederschwellige Unterstützung.” (red/APA)

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