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In diesen Vorarlberger Betrieben wird heute gestreikt

Am Mittwoch wurde bei Blum gestreikt
Am Mittwoch wurde bei Blum gestreikt ©VOL.AT/Hartinger
Der KV-Konflikt in der Metallindustrie spitzt sich zu. Auch heute wird wieder gestreikt, unter anderem bei Blum und Liebherr.
"Lieber würde ich nicht streiken"
Metaller machen ernst

Nachdem sich die Sozialpartner am Montagabend nach stundenlangen Verhandlungen erneut nicht auf einen neuen Kollektivvertrag verständigen konnten, sind zahlreiche Arbeitnehmer am Dienstag in den Streik getreten. Die Gewerkschaften fordern ein verbessertes Angebot seitens der Arbeitgeber. Diese wiederum wollen sich von den Arbeitsniederlegungen nicht einschüchtern lassen.

Streiks in Vorarlberg

In Vorarlberg wurde am Dienstag bei der Firma Grass gestreikt. 150 Arbeiter legten ihre Arbeit nieder.

Am Mittwoch gibt es Streiks bei Liebherr in Nenzing und der Firma Blum. Am Freitag legen die Arbeiter von Collini in Hohenems und Hydro in Nenzing ihre Arbeit nieder. In weiteren 15 Vorarlberger Unternehmen sollen in diesen Tagen noch Betriebsversammlungen stattfinden.

Metaller-Streik: IV-Vorarlberg warnt vor Folgen

"Teuerungsausgleich ist das Mindeste"

Die Arbeitgeber hatten im Rahmen der gestrigen Gespräche ein neues Angebot vorgelegt. Sie schlugen sozial gestaffelte Lohn- und Gehaltserhöhungen von durchschnittlich 6 Prozent (2,7 Prozent plus 130 Euro monatlicher Fixbetrag als nachhaltige Lohn- bzw. Gehaltserhöhung) sowie eine steuerbefreite Einmalzahlung von netto 1.200 Euro vor. Für die Gewerkschaften geht dieser Vorschlag nicht weit genug, zumal die rollierende Inflation von 9,6 Prozent damit nicht abgegolten werde. "Ein Teuerungsausgleich ist das Mindeste", formulierte es Reinhold Binder, Arbeitnehmerverhandler von der Gewerkschaft PRO-GE, im Ö1-"Morgenjournal".

Mit Arbeitsniederlegungen wollen die Gewerkschaften nun den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen, die sich davon aber nur wenig beeindruckt zeigen. "Wir fürchten uns nicht vor einem Streik", konterte der KV-Chefverhandler der Arbeitgeber, Christian Knill, im Gespräch mit der APA. Viele Unternehmen würden den Arbeitskampf angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage gegenüber einem zu hohen Abschluss bevorzugen. Die Kosten für die Streiks dürften sich für die Betriebe jedenfalls vorerst in Grenzen halten: Denn die derzeitige Nachfrageschwäche dämpfe den streikbedingten Produktionsausfall, schätzt der Wifo-Ökonom Benjamin Bittschi.

IV fordert "neue Wege"

Generell fordern Wirtschaftsvertreter von der Gewerkschaft mehr Flexibilität. IV-Generalsekretär Christoph Neumayer appellierte an die Arbeitnehmerverhandler, "neue Wege zu gehen" und verlangte deren Entgegenkommen, "ein neues Angebot". Vertreter der Metalltechnischen Industrie bezeichneten die Vorgangsweise der Gewerkschaften schon in der Nacht auf Dienstag als "verantwortungslos und unverhältnismäßig".

Wirtschaftskammer pocht auf Einmalzahlungen

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz haben auch die WKÖ-Spartenobleute von Handel, Industrie und Gewerbe/Handwerk auf die derzeitige Schwäche der Wirtschaft hingewiesen. In keinem ihrer Wirtschaftsbereiche seien die Forderungen der Gewerkschaft umsetzbar. Sie pochen auf Einmalzahlungen, die auch aus Sicht von Bittschi Teil einer Gesamtlösung für die stockenden Verhandlungen sein könnten. Für einen solchen Kompromiss signalisieren die Gewerkschaften jedoch weiter wenig Bereitschaft. Binder bekräftigte, dass Einmalzahlungen "nur der Schnittlauch aufs Butterbrot" sein könnten.

Wann es mit den Verhandlungen weitergeht, ist derzeit offen. Die Gewerkschaften sind ab Samstag gesprächsbereit, für die nächsten Tage sind weitere Streiks angekündigt.

(VOL.AT/APA)

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