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Impfstoff frühestens in sechs Monaten

Mit einem Impfstoff zur Bekämpfung der in Asien wütenden Geflügelpest ist nach Einschätzung der WHO erst in mehr als sechs Monaten zu rechnen.

Der WHO-Sprecher für die Region, Peter Cordingley, sagte am Sonntag der Nachrichtenagentur AP, wahrscheinlich stehe die Impfung im kommenden Winter zur Verfügung. In Thailand räumte Ministerpräsident Thaksin Shinawatra erstmals ein, schon seit Wochen Hinweise auf einen Ausbruch der Geflügelpest gehabt zu haben.

Auf ihrer Internetseite erklärte die WHO, Befürchtungen, das Virus könne mutieren, hätten sich bewahrheitet. Das erschwere die Suche nach einem Impfstoff. Nach vorläufigen Untersuchungen handle es sich bei den derzeit aktiven Erregern um andere als in der Vergangenheit. Bisher haben sich nur in Vietnam und Thailand Menschen mit der Geflügelpest angesteckt. Sechs Patienten in Vietnam und vermutlich einer in Thailand starben daran. Alle infizierten sich beim Kontakt mit erkrankten Tieren. Die WHO befürchtet jedoch, das Virus könne sich mit dem menschlichen Grippe-Erreger vermischen. Dann wären auch Übertragen von Mensch zu Mensch möglich.

Der thailändische Regierungschef Thaksin bemühte sich am Sonntag um Schadensbegrenzung. Er flog in die Provinz Suphanburi, in der die Geflügelpest besonders heftig wütet. Er traf sich mit hunderten Geflügelzüchtern und versprach ihnen finanzielle Entschädigung für die Schlachtung ihrer Tiere. Seine Regierung habe schon seit einigen Wochen den Verdacht gehabt, dass es sich bei der Krankheit um die Geflügelpest handle. Ohne konkrete Testergebnisse die Öffentlichkeit zu informieren, hätte jedoch nur zu Panik geführt, erklärte er.

Thaksin Regierung hatte einen Ausbruch der Geflügelpest wochenlang abgestritten und erklärt, die erkrankten Tiere litten an der Hühnercholera oder einer anderen für Menschen ungefährlichen Infektion. Erst am Freitag bestätigten die Behörden dann die Geflügelpest. Oppositionsparteien und Geflügelzüchter werfen der Regierung vor, aus Sorge um die Exporte die ersten Hinweise auf die Krankheit falsch gedeutet und zu spät reagiert zu haben. Der stellvertretende Vorsitzende der oppositionellen Demokratischen Partei, Abhisit Vejjajiva, warf der Regierung vor, die Öffentlichkeit in die Irre geführt zu haben.

Für Thaksin ist es die wahrscheinlich schwerste Krise seit seinem Amtsantritt 2001. Am Sonntag wurden hunderte Soldaten in die betroffenen Provinzen gebracht. Sie sollten bei der Schlachtung der möglicherweise infizierten Tiere helfen.

Massenschlachtungen gab es auch in Vietnam, Kambodscha, Südkorea, Japan und Taiwan. In Vietnam wurden bisher mehr als drei Millionen Tiere getötet, in Thailand waren es mehr als sieben Millionen. China verhängte am Sonntag ein Importverbot für Geflügel aus Thailand und Kambodscha. Die Einfuhr von Geflügel aus Japan, Südkorea und Vietnam ist bereits verboten.

In Vietnam wird derzeit ein achtjähriges Mädchen behandelt, das wahrscheinlich an der Geflügelpest erkrankt ist. Zwei Buben im Alter von sechs und sieben Jahren erkrankten in Thailand.

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