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Immer mehr Feuerbestattungen

Am Ende bleibt eine Zahl. "8583" trug einmal einen Namen. Jetzt macht die fortlaufende Nummer den Inhalt der Aschenkapsel unverwechselbar. "Diese Urne ist verrottbar", sagt Claus Kergel.   |  Ratgeber [98KB]

So möchte der Geschäftsführer des Krematoriums auch einmal enden.

Würde und Preis

Seinen Wunsch teilen heute schon zwei Drittel der Vorarlberger. Weil Urnenbeisetzungen laut Kergel bis zu 2500 Euro billiger sind als Erdbestattungen, “ sauberer und genauso würdevoll“ . 2005 starben in Vorarlberg 2400 Menschen. 1470 wurden zu Asche verbrannt. Damit steht Vorarlberg mit mehr als 65 Prozent Kremierungen weit über dem österreichischen Durchschnitt von 24 Prozent. Das Krematorium des Landes liegt weit draußen am Ende des Hohenemser Gewerbegebietes. Öffnet sich das Tor, biegt ein Leichenwagen rückwärts in den ummauerten Hof. Täglich werden hier zwei bis zehn Einäscherungen durchgeführt.

Stiller Vorgang

Behutsam bringt Betriebsleiter Erwin Gehrer den Sarg einer alten Dame auf einem Rollwagen in den “ Raum der Wandlung“ . Er löst die Schrauben und legt sie zur Plastikrose, die den Sargdeckel ziert. Noch bleibt die Brennkammer verschlossen. Erst als der Raum sich auf 800 Grad Celsius erhitzt hat, gibt der Computer grünes Licht. Zwei Metallschienen schieben den Sarg langsam in den rot glühenden Ofen, dem zwei bis vier Stunden später nur mehr Asche und Knochen entnommen werden. Durch den Kamin entweicht weniger “ als ein Lkw pro Kilometer an Abgasen produziert“ . Das betont Kergel. Sauber ist das eben. Und die Würde des Augenblicks umrahmt ein kunstvoller Fries an der Wand.

Ohne Angehörige

Diesen letzten Weg begleiten Angehörige fast nie. “ Höchstens ein- bis zweimal pro Jahr“ , sagt Kergel. Weit öfter bitten sie nur um Verständigung. “ Dann rufen wir 15 Minuten vorher an, damit die Angehörigen zum Zeitpunkt der Feuerbestattung eine Kerze anzünden können.“ Das alles geht in der Regel rasch. “ Die Hälfte der Toten wird innerhalb von 24 Stunden kremiert.“ In mehr als zehn Prozent der Fälle bitten die Angehörigen, den Leichnam noch zwei, drei Tage aufzubewahren. “ Damit die Seele entweichen kann.“ Deshalb unterhält das Krematorium auch nicht einfach einen Kühlraum, sondern einen “ Raum der Ruhe“ . Auch hier bleiben die Toten allein. Abschied nimmt man in der Regel vorher.

Auf den Regalen im Büro warten vier Urnen darauf, abgeholt zu werden. “ Die Asche mit nach Hause nehmen“ , das wollten zwar viele. Aber der Gesetzgeber verbietet es. Auch wer eine Seebestattung wünscht oder die Asche in einem Waldstück verstreuen will, muss ins Ausland ausweichen. “ Friedwälder“ existieren in Deutschland und der Schweiz. Die Urnen werden dort unter ausgewählten Bäumen beerdigt. Die Grabpflege übernimmt die Natur.

Auch dieser Grund spricht übrigens fürs Krematorium. “ Weil heute immer weniger Menschen bereit sind, große Erdgräber zu pflegen“ , sagt Kergel. Die Zahlen geben ihm Recht. In Bregenz etwa wurden 2005 rund 300 Gräber nach zwölf Jahren um weitere zehn Jahre verlängert, 40 aber aufgelöst.

Ratgeber für den Todesfall

Ein Todesfall hat 100 Konsequenzen: Welche Formulare braucht man? Was muss alles abgemeldet werden? Miete, Auto, Telefon usw. Ein Ratgeber gibt Auskunft.
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