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Immer in Bewegung bleiben

Vorarlbergs oberste Denkmalschützerin, DI Eva Hody, trägt polyglotte Züge.

Man hört ihr die Schweizerin nicht an. Eva Hody lehnt sich zurück in dem Sessel, der vor drei Monaten noch im Wiener Kunsthistorischen Museum Besuchern ersehnter Rastplatz war. Sie erzählt in lupenreinem Hochdeutsch von Jugendtagen am Zürichsee. „Meine Familie hat deutsche Wurzeln.“ Dennoch ging sie später nach Wien. „Die Welt kennenlernen.“ Wie gut die Uni sein würde, war ihr gar nicht so wichtig.

Etwas entwickeln

Dass umbauter Raum ihr Leben ausfüllen würde, schien grundgelegt. Die Chefin des Bundesdenkmalamtes in Vorarlberg erinnert sich an Besuche gemeinsam mit ihren Eltern bei einem Architekten. „Der hatte ein tolles, altes Haus modern hergerichtet.“ Sie hat dann Architektur studiert. „Weil ich mir immer schon einen kreativen Beruf gewünscht habe.“ Als Kind hat Eva Hody gern gebastelt. Erwies sich als geschickt mit Nadel und Faden. Jetzt wollte sie „etwas entwickeln, aus mir heraus“. Aber dabei blieb es nicht. Im Büro eines Wiener Architekten lernte sie Denkmalschutz kennen. Nichts selber entwerfen, sondern „die Dinge anderer weiterzuentwickeln“. Dabei blieb sie. Die Aufgabe führte sie nach Bregenz, zuvor aber durch die ganze Welt. Einzig ein großflächiges Plakat in ihrem Büro in der Bregenzer Oberstadt erzählt von fernen Ländern. Dabei hat Eva Hody Russland bereist und den Iran sowie Kambodscha, hat drei Monate lang in Japan gearbeitet und die Türkei ergründet. Immer galt ihr Augenmerk den Menschen. „Wie sie leben, was sie entwickelt haben über die Jahrhunderte.“ Kurzum: „Mich hat Fremdes nie geängstigt.“ Kehrt ihr Blick aus der Ferne zurück, fällt er auf Akten laufender Verfahren. Eva Hody avancierte 2009 zur Leiterin des Bundesdenkmalamts in Vorarlberg. Streng sei sie, sagen die Leute. Aber auch verlässlich. Sie hat eine erstaunlich „gute Nachred‘“ für jemanden, der den Vorarlbergern beim Bauen dreinredet. Vielleicht auch, weil ihr völlig bewusst ist: „Bauen ist schwierig.“ 95 Prozent der Eigentümer gehen aus den unfreiwilligen Kooperationen mit dem Denkmalamt zufrieden hervor, da ist sie sich sicher. Eva Hody weiß auch um die Bedeutung des „Floriani-Prinzips“: „Dass Denkmalschutz wichtig ist, da stimmt generell jeder zu. Nur eben nicht bei seinem Vorhaben“, sagt sie augenzwinkernd. Die Arbeit geht ihr nicht aus. „In Österreich stehen 30.000 Objekte unter Schutz. Das entspricht 1,2 Prozent des Immobilienbestandes.“ Dieser Tage macht sich das Denkmalamt an die Arbeit, modernere Gebäude unter Schutz zu stellen, „das Kunsthaus in Bregenz zum Beispiel“. So bleibt viel zu tun.

Garderobe handgemacht

In die Berge führt ihr Weg sie viel zu selten. Dabei zählen Wandern und Skitouren zu Hodys Lieblingsbeschäftigungen. Wenn sie nicht gerade mit Nadel und Faden ihre Garderobe herstellt. „Das meiste näh ich mir selber.“ Lachend schlägt sie die Beine übereinander und die Glockenhosen erzählen von einer Nachtschicht an der Nähmaschine. Wie lange sie in Bregenz bleiben wird? Das weiß sie nicht. Eva Hody versucht, stets in Bewegung zu bleiben. „Das ist mein Lebensmotto.“ Sollte die Arbeit es erlauben, wird sie demnächst ins tibetische Hochland reisen, um dort den 6714 m hohen Kailash zu umwandern. Der Berg ist Hindus und Buddhisten heilig. Angesichts „schwerer gesundheitlicher Turbulenzen“ nahm sie sich vor Jahren diese Reise vor. „Sie führt einen zu sich selber.“ Auch wer in Bewegung bleibt, strebt einem Ziel entgegen.

 

ZUR PERSON

DI Eva Hody Die gebürtige Schweizer Architektin leitet seit Sommer 2009 das Bundesdenkmalamt in Vorarlberg Geboren: 21. August 1966 in Zürich Ausbildung: Architekturstudium in Wien, Postgraduate-Ausbildung zu Denkmalpflege und Kulturmanagement in der Slowakei Laufbahn: Als Studentin Mitarbeit u. a. bei Sanierung des Wiener Konzerthauses, dann selbstständig in Graubünden, beteiligt an einem Klostersanierungsprojekt in Dubrovnik, Arbeit beim Bundesdenkmalamt in Wien, Salzburg und Bregenz Familie: in Partnerschaft

(VN)

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