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Imam-Ausbildung im Zentrum der Integrationsreferenten-Ländertagung

Integrationsreferentenkonferenz in Dornbirn: Landesrat Erich Schwärzler (Vorarlberg), Landesrätin Tina Widmann (Salzburg), Staatssekretär Sebastian Kurz, Landesrätin Christine Baur (Tirol) und Landesrat Peter Rezar (Burgenland).
Integrationsreferentenkonferenz in Dornbirn: Landesrat Erich Schwärzler (Vorarlberg), Landesrätin Tina Widmann (Salzburg), Staatssekretär Sebastian Kurz, Landesrätin Christine Baur (Tirol) und Landesrat Peter Rezar (Burgenland). ©VLK
Die Ausbildung von Imamen in und aus Österreich sowie die sprachliche Frühförderung standen im Mittelpunkt der Ländertagung der Integrationsreferenten mit Staatssekretär Sebastian Kurz (V) am Donnerstag in Dornbirn.

Die Ausbildung österreichischer Imame, die auch auf Deutsch predigten, sei ein “wesentliches Thema”, sagte Kurz bei einer Pressekonferenz im Anschluss an die Tagung gemeinsam mit den zuständigen Landesräten Erich Schwärzler (Vorarlberg, V), Peter Rezar (Burgenland, S), Tina Widmann (Salzburg, V) und Christine Baur (Tirol, G).

Konzepte werden erarbeitet

Derzeit kämen die meisten Imame aus dem Ausland, sie unterstünden zumeist als Beamte der staatlichen Kontrolle der Türkei. Diese Prediger hätten häufig keinen Bezug zu Österreich und seien oft nur kurze Zeit im Land. Gerade bei muslimischen Jugendlichen entstünde dann oft der Eindruck, der islamische Glaube und das Österreichersein seien nicht vereinbar, sagte Kurz. Österreichische Imame könnten helfen, Identitätskonflikte bei jungen österreichischen Muslimen zu vermeiden. Den islamischen Geistlichen käme dabei als Multiplikatoren und role models hohe Bedeutung zu. Derzeit arbeite die Universität Wien an der Konzeption für ein entsprechendes Studium.

Sprache im Fokus

Ein weiteres Thema der Konferenz war die sprachliche Frühförderung. Es müsse sichergestellt werden, dass Kinder vor Schuleintritt so gut Deutsch sprechen, dass sie dem Unterricht folgen könnten und damit die Chance auf bestmögliche Bildung gewahrt sei. Für Fördermaßnahmen in den Kindergärten stünden zehn Mio. Euro jährlich zur Verfügung, so Kurz. Vorankommen wolle man auch hinsichtlich eines zweiten verpflichtenden Kindergartenjahrs. “Das Thema Integration ist vor allem über die Jungen zu gewinnen”, begründete Kurz. Der Staatssekretär stellte den Länderzuständigen zudem die Pläne zur Novelle des Staatsbürgerschaftsgesetzes vor, die vorsehen, die Integrationsleistung als Kriterium für den Erhalt eines österreichischen Passes einzuführen.

“Gedeihliche Zusammenarbeit”

Die Konferenz habe gezeigt, dass Integration in den Ländern unterschiedlichste Gesichter habe, erklärte Landesrat Schwärzler. Die Integrationsreferententagung sei zur Abstimmung der Arbeit zwischen Bund und Ländern wichtig. Auch Landesrätin Widmann sprach von einer “gedeihlichen Zusammenarbeit”. Bei der Integration dürfe es keine “Glühwürmchenprojekte” geben, sondern man brauche eine nachhaltige Strategie. Aufholbedarf bei der Sprachförderung habe man gerade im ländlichen Raum. Landesrätin Baur sah Integration als das Metathema in Europa an, Ziel sei der Erhalt des sozialen Friedens. Vor allem die Sensibilisierung der Bevölkerung müsse vorangetrieben werden. Burgenlands Vertreter Rezar zeigte sich beeindruckt von der Entstehung und Vorbereitung des Baus des islamischen Friedhofs in Altach, das Vorgehen sei “modellhaft für viele ähnliche Projekte”.

(APA)

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