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Im "VN"-Interview: Markus Rogan

Zweimal Olympia-Silber in Athen, Doppel-Gold bei der EM in Wien. Schwimmstar Markus Rogan schlug in der "VN"-Redaktion verbal an.

VN: Ihre Affinität zu Vorarlberg?

Rogan: Es war 1995, da habe ich in Bregenz bei den Staatsmeisterschaften das B-Finale über 200 m Rücken gewonnen. Als Belohnung gab es vom Trainer ein Cornetto um 20 Schilling. Dieser Erfolg war Inspiration für mich, mit dem Schwimmsport fortzusetzen.

VN: Was ist neun Monate nach den Olympischen Spielen von der Schwimm-Euphorie geblieben?

Rogan: Für mich persönlich hat sich der Erwartungsdruck erhöht. Ich akzeptiere jetzt, Schwimmer zu sein und das Optimale herauszuholen. Und die Euphorie von außen war der Antrieb weiterzumachen – denn eigentlich wollte ich nach Athen die Karriere beenden.

VN: Stehen die EM-Goldenen nicht zu Unrecht ein wenig im Schatten der olympischen Silbermedaillen? Zweimal Edelmetall innerhalb von 49 Minuten hat ja vorher noch keiner geschafft.

Rogan: In einer subjektiven Wertung wird immer eine Medaille bei Olympia im Vordergrund stehen. Persönlich hatten die EM-Goldmedaillen von Wien vor eigenem Publikum mehr Bedeutung. Dieses Feeling, bei einer Heim-EM zu gewinnen, kann einem Olympia nicht vermitteln.

VN: Das Jahr hat gut begonnen – Weltcupsieg in Stockholm, Europarekord über 200 m Rücken.

Rogan: Und danach habe ich ja erstmals auch noch Urlaub gemacht (lacht). Es stimmt, der Start war gut, wir haben auch den Trainingszyklus geändert, er ist jetzt auf vier Jahre periodisiert. Höhepunkt in diesem Jahr wird die WM im Juli in Montreal.

VN:Hat Sie die Popularität dann und wann auch schon genervt?

Rogan: Natürlich gibt es diese Momente, doch ich stelle mir dabei immer vor, wie vergänglich Ruhm und Rummel sein können. Wenn ich mich mit den Fans beschäftige, halte ich mir vor Augen: Ein Kind erinnert sich vielleicht zehn oder 15 Jahre an das Treffen, mich kostet das Ganze vielleicht eine halbe Minute.

VN: Sie machen sich auch öffentlich Gedanken über Wirtschaft, Kultur, Gesellschaft, Politik. Macht Sie das begehrter als andere Sportler?

Rogan: Natürlich sind diese Themen für viele Seiten interessant. Gleichzeitig bedeutet dies aber auch mehr Angriffsfläche, wenn man seinen persönlichen Standpunkt öffentlich vertritt.

VN: Schwimmen kann fast jeder. Warum tut sich der Sport in der Verbreitung so schwer?

Rogan: Ganz ehrlich: wegen unserem Verband. Die Leute, die den Verband leiten, haben keine Ahnung. Das Potenzial wäre da, die Freude am Sport auch, aber es fehlt an den richtigen Personen und an einem kompetenten Präsidenten.

VN: Muss es immer Amerika sein, wie in Ihrem Fall, um sich den großen Traum verwirklichen zu können?

Rogan: Nein, muss es nicht. Mit eisernem Willen und viel Engagement kann man auch in Österreich viel erreichen. Mirna Jukic oder Fabienne Nadarajah haben es vorgemacht.

VN: Wie lange wollen Sie noch schwimmen?

Rogan: Nach den Sommerspielen in Peking ist Schluss – aber sag niemals nie.

VN: Wie geht es momentan ihrem Ohr?

Rogan: Der Resttumor am Gehörgang ist zwar nur winzig klein. Eine Operation ist früher oder später aber unumgänglich. Der Eingriff ist noch dazu lebensbedrohlich. Auch die jeweilige sportliche Form hängt stark mit der Entzündungsschwelle im Ohr zusammen.

VN: Gibt es im August ein Wiedersehen mit dem Ländle bei den Österreichischen Meisterschaften in Bregenz?

Rogan: Das ist nicht sicher, aber auf jeden Fall komme ich im Winter wieder zum Skifahren an den Arlberg.

ZUR PERSON

Zweimal Olympia-Silber in Athen, Doppel-Gold bei der EM in Wien
Geboren: 4. Mai 1982 in Wien
Wohnort: Wien
Größe/Gewicht: 1,95 m/91 kg
Familienstand: ledig
Hobbys: Basketball, Football, Musik, Amerika, Tanzen, Rad
Internet: www.markus-rogan.at

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