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"Im Sport gibt es zu viel Geld"

Erholung im Montafon: die „VN“ trafen Ex-VEU-Feldkirch-Spieler und jetzigen Eishockey-Trainer Bengt-Ake Gustafsson.

VN: In Schweden gab es in diesem Winter nur wenig Schnee. Das ist aber nicht der Grund für den Skiurlaub im Montafon. Du bist mit Vorarlberg immer noch sehr verbunden.
Gustafsson:
Natürlich, ich hatte eine schöne Zeit in Feldkirch mit der VEU. Wir waren schon in Damüls und Ehrwald auf Urlaub, jetzt haben wir das Montafon wieder entdeckt. Es ist herrlich, hier Ski zu fahren.

VN: Dein Vertrag als Coach des schwedischen Nationalteams wurde verlängert. Wie lange wirst du „Förbundskapten“ bleiben?
Gustafsson:
Die Vereinbarung läuft bis 2010, also bis nach den Olympischen Spielen in Vancouver und der WM.

VN: Wie wäre es mit einem Job in der NHL?
Gustafsson:
Ich arbeite nicht aktiv darauf hin, wenn es passiert, dann passiert es. Ich rede sehr viel mit den Scouts, bin gut über die Situation in der NHL informiert. Voraussetzung ist aber, dass es auch sportlich stimmt. Wenn die Rangers heute anrufen würden, könnte ich wohl kaum nein sagen.

VN: Bei der WM in Moskau gab es Rang vier für Schweden. Wie wurde das nach Olympia- und WM-Gold in Schweden aufgenommen?
Gustafsson:
Platz vier war vor allem aus einem Grund ein Erfolg: wir waren mit einem sehr jungen Team bei der WM. Es sind eigentlich alle zufrieden, wie es läuft. Bei uns müssen die Tre Kronors schon aus wirtschaftlichen Gründen gut sein: es ist die einzige von zwölf Nationalteams, mit der sich Geld verdienen lässt.

VN: Bei der WM in Kanada wird Schweden auf die NHL-Stars aber nicht verzichten können.
Gustafsson:
Nein, schon aus sportlichen Gründen wird das Team hauptsächlich aus NHL-Spielern bestehen. Die Verhältnisse in Kanada sind anders, die Eisfläche ist kleiner. Da tun sich die in der NHL-erprobten Spieler leichter.

VN: Schweden besitzt mit Fabian Brunnström einen neuen Wunderknaben. Momentan spielt er noch in Färjestad, nächstes Jahr in der NHL. Beim Nationalteam hat er allerdings noch nicht eingeschlagen.
Gustafsson:
Meiner Meinung nach ist er für eine große Aufgabe noch nicht ganz gerüstet. Er hat den langen Weg für seine Karriere gewählt und ist in Schweden geblieben. Er hatte heuer eine gute Saison, die ganze NHL ist hinter ihm her – aber für den Durchbruch braucht er noch etwas Zeit.

VN: Was sagst du zum Millionen-Vertrag von Thomas Vanek in Buffalo?
Gustafsson:
Ich denke, es ist im Sport zu viel Geld unterwegs. Egal, ob Fußball, Golf, Tennis oder Eishockey. Da muss die Frage erlaubt sein, ob das Verhältnis zwischen Leistung und Bezahlung noch stimmt? Naja, vielleicht bin ich auch ein wenig neidisch, weil es zu meiner Zeit noch nicht so viel zu verdienen gab.

VN: Apropos Geld: in Österreich gibt es heuer eine Punkteregelung, weil einigen Klubs die einheimischen Spieler zu teuer sind.
Gustafsson:
Ich habe davon gehört. Meiner Meinung nach sollte der Eishockeyverband die Liga besser kontrollieren. Die Vereine leben für kurzfristige Ziele, die Zeche zahlt das Nationalteam. Es macht keinen Sinn, die vierte Linie mit Legionären zu besetzen. Da gibt es welche, die haben kein Feuer, keine Leidenschaft, kommen nur, um abzukassieren. Ich denke, weniger Legionäre, die dafür mehr Qualität bringen, würden dem Eishockey besser tun. Mir gefällt das Projekt von Dietrich Mateschitz in Salzburg, das die jungen Leute ausbildet.

VN: Wo wirst du am 23. Juni sein?
Gustafsson:
In Ottawa. Leider versäume ich das Mittsommerfest in Schweden, da gibt es immer große Partys.

VN: An dem Tag wird dein Sohn Anton, der in Feldkirch die ersten Schlittschuhe zerrissen hat, von einem NHL-Klub gedraftet.
Gustafsson:
Ja und da möchte ich dabei sein. Er ist momentan im Europa-Draft unter den Top drei. Ich bin schon gespannt, von welchem Klub er gezogen wird, aber darauf hat man ja keinen Einfluss. Er hatte in dieser Saison auch seinen ersten Einsatz in der schwedischen Eliteliga mit Frölunda.

VN: Im August gibt es ein Wiedersehen auf Feldkircher Eis. Ist das Datum schon im Terminkalender eingetragen?
Gustafsson:
Klar, da bin ich dabei. Das wird ein großer Spaß, das werden gute vier Tage. Ich freue mich darauf, alte VEU-Kollegen und Fans zu treffen. Mit einigen, wie Reinhard Divis, Conny Dorn oder auch Robert Nordmark, bin ich sehr viel in Kontakt.

VN: Wohin geht es nach dem Urlaub im Ländle?
Gustafsson:
Die Zeit vor der WM ist sehr intensiv. Ich fliege für 14 Tage nach Nordamerika – und habe die Route so gewählt, dass ich praktisch jeden Tag ein NHL-Spiel eines meiner Kandidaten für das Nationalteam anschauen kann. Da werde ich insgesamt 35 Kandidaten beobachten.

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