"Im Notfall"-Handynummer erleichtert Verständigung

Bregenz - In Notfällen mit bewusstlosen oder verwirrten Personen stehen Einsatzkräfte wie Sanitäter, Polizei oder Krankenhaus-Mitarbeiter oft vor der Frage, wer kontaktiert werden soll.

Mit dem Kürzel “IN” für “Im Notfall” vor einer Nummer im Handy-Adressbuch wird die Kontaktaufnahme für die Helfer erleichtert. Die Idee stamme aus dem britischen Raum und sei dort bereits weit verbreitet, so Roland Gozzi, Direktor des Roten Kreuzes Vorarlberg, der die “IN-Nummer” auch hierzulande einführen möchte.

Dort ist die Nummer als “ICE” (In Case of Emergency) bekannt, unter “ICE” stelle man sich im deutschen Sprachraum aber einen Zug vor, daher bevorzuge man “IN”. Es geht ganz einfach: Vor die Rufnummer der Person, die im Notfall angerufen werden soll, speichert der Handy-Besitzer die Buchstabenkombination “IN” ein. Wenn es mehrere Kontaktpersonen gibt, rät Gozzi zur Durchnummerierung nach dem Schema “IN 1 (Name Kontaktperson)” usw. Der Kontakt sollte mit der internationalen Vorwahl eingespeichert sein. Die Informationen können dann jene nutzen, deren Aufgabe es ist, Angehörige von Verletzten oder Erkrankten zu informieren, etwa Polizei und Krankenhaus.

“Wir haben gelegentlich den Fall, dass wir bewusstlose oder verwirrte Personen auffinden, die uns nicht sagen können, wer anzurufen ist”, erklärte Gozzi. Heutzutage habe aber nahezu jeder ein Handy, die Helfer blätterten dann das Adressbuch des Mobiltelefons durch. Man suche in solchen Fällen vor allem nach Einträgen wie “Mama” oder “Oma”. Manchmal gestalte es sich aber schwierig, eine Kontaktperson ausfindig zu machen. “Bei einer IN-Nummer rufen wir an, fragen, ob die Person bekannt ist und ob es eine Krankenvorgeschichte gibt”, so der Vorarlberger Rotkreuz-Direktor.

Das Wissen um eine mögliche Vorgeschichte könne Auswirkungen auf die Behandlung haben, etwa bei Medikamentenunverträglichkeiten oder chronischen Krankheiten. Beispielsweise bei Epileptikern, die gelegentlich nach einem Anfall unter Verwirrung litten, ist es laut Gozzi wichtig, zu wissen, ob es sich um den ersten Anfall handelte. Als weiteres Beispiel nannte Gozzi Jugendliche, die nach Alkohol- oder Drogenkonsum nicht mehr ansprechbar sind. Das Umfeld gebe in solchen Fällen häufig nur ungenaue Informationen oder sogar Fehlinformationen an die Helfer weiter.

Für Vorarlbergs Landespolizeikommandant Manfred Bliem ist die Kennzeichnung der Kontakt-Nummer “prinzipiell eine gute Sache”. Das System sei “erst im Kommen”, es liefen etwa noch Besprechungen, ob man nicht ebenfalls die internationale “ICE”-Kennung propagieren solle, “das ist im Ausland bekannter”, so Bliem. Bei den Polizeibeamten sei die Möglichkeit bekannt, die “IN-Nummer” werde aber erst seit kurzem in Schulungen eingebunden. Meist hätten Verletzte Papiere bei sich, die Hinweise auf die Identität geben. Im Fall von schweren Verletzungen oder gar im Todesfall werde der persönliche Kontakt an der Wohnadresse vorgezogen, so Bliem.

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