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Im Mobbingprozess kam heute „Gegenseite“ zu Wort

Schüler und Schulseite nahm beim Zivilprozess um 21.000 Euro Schadenersatz Stellung.
Mobbingprozess wird fortgesetzt
Eltern wollen Gymnasium verklagen

Am Landesgericht ging heute der Mobbingprozess, bei dem ein angeblich gemobbter Schüler die Republik Österreich klagt, in die nächste Runde. Am Vormittag kamen zwei Schüler, die angeblich Rädelsführer bei den angeprangerten Mobbingaktionen waren, als Zeuge zu Wort. Die Buben gaben an, dass man sich nicht mochte, dass der Kläger übersensibel reagiert habe und dass sich die Rivalitäten aufgeschaukelt hätten.

Sie räumten ein, dass man sich gegenseitig Schimpfwörter an den Kopf warf, aber von gezieltem Mobbing könne nicht gesprochen werden, so die jungen Burschen. Es habe sie geärgert, dass man den Kläger immer bevorzugt habe. Auch der Umstand, dass der Kläger außerordentlich intelligent ist, dürfte für Unmut gesorgt haben. Laut der angeblichen Mobber habe der Kläger damit geprahlt und sich arrogant benommen.

Schule angeblich nicht untätig

Am Nachmittag erläuterte unter anderem die Landesschulinspektorin für AHS, was sie damals aus ihrer Sicht wahrnahm. Es gab psychologische Interventionen, einen Social Networker und auch eine Psychologin nahm sich der Sache an. Dennoch keimten immer wieder neue Hassaktionen, beispielsweise im Rahmen von Cybermobbing auf. Es wurde sogar bei der Staatsanwaltschaft Anzeige erstattet.

Die rechtliche Frage, ob die Schulleitung wirklich ausreichend tätig wurde, konnte auch heute nicht beantwortet werden. Sanjay Doshi, Anwalt des 16-jährigen Klägers ist überzeugt, dass es zu wenig war und die Republik Österreich für die Versäumnisse zu haften hat.

Schulpsychologin gibt Auskunft

In den Zeugenstand musste auch die damals zuständige Schulpsychologin. Sie erzählte, dass es zeitweise immer wieder „Ruhe“ gegeben habe. Im Falle von neuen Vorkommnissen habe man seitens der Schulleitung schon immer wieder versucht, neue Ansätze zur Konfliktlösung zu finden.

Die Eltern hätten sich halt massivere Maßnahmen gewünscht, als angeboten wurden. So war beispielsweise ein Schulverweis des angeblichen Mobbers für die Schule aus mehreren Gründen keine geeignete Lösung. Es habe viele einzelne Interventionen gegeben, es sei allerdings eine komplexe Situation gewesen, die nicht so einfach bewältigbar war, so die Expertin.

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