AA

Im Bürgerforum Lustenau werden Vandalenakte bestimmter Gruppen beklagt.

©Carmen Thurnher
Adrian Kremmel meldete sich diese Woche im Bürgerforum mit folgenden Beitrag: „Wieder einmal ist Ramadan und es herrscht Hochbetrieb in der Moschee in der Tavernhofstraße in Lustenau. Dies ist nicht weiter schlimm, denn jedem seinen Glauben und seine Freiheiten. Die derzeitigen Zustände haben aber mit diesem Glauben meines Erachtens nichts gemeinsam und es sollten endlich einmal entsprechende Schritte eingeleitet werden.

Es ist ganz offensichtlich, dass Gruppen Jugendlicher den Ramadan dazu benützen, ihren Frust und ihre Langeweile auszuleben und vor fremden Eigentum keinen Respekt haben“, so Kremmel. Vergangene Woche konnte er beobachten, wie Jugendliche, die gerade aus der Moschee kamen, an einem fremden Motorrad herumhantierten und zwei andere Jugendliche das Fahrrad seines Sohnes stehlen wollten. Am Vormittag darauf lag dazu noch ein herrenloses Fahrrad in der Einfahrt von Herr Kremmel. „Vom Lärm, den die vielen Besucher, sowie Autos und Mopeds ab 22 Uhr machen, wenn mal wieder mit Vollgas weggefahren wird, möchte ich gar nicht reden“, Kremmel weiter.

Ängste ernst nehmen

Auch Derman Mutlu kann von negativen Erfahrungen berichten. Er selbst ist türkischer Abstammung und voll integriert, was bei türkischen Kollegen leider nicht immer auf Zustimmung stößt. Bernd Bösch aus Lustenau erlebt die Situation ähnlich. „Es gibt in Lustenau und anderswo immer wieder Probleme mit Jugendlichen, oft auch mit Türkischstämmigen. Die von Adrian und Derman beschriebene Situation und die daraus resultierenden Ängste müssen wir ernst nehmen und uns um die Ursachen kümmern  Bildungsdefizite, fehlende Chancen auf dem Arbeitsmarkt, Ghettobildung in Wohnanlagen“, so Bösch. „Diese Probleme gilt es aufzuzeigen, am Dialog darüber führt kein Weg vorbei, wenn wir nach zwanzig Jahren versäumter Integrationspolitik endlich auf einen grünen Zweig kommen wollen, muss gelten, Integration statt Isolation“, erläutert er.

Keine aggressiven Gegenkulturen, aber auch keinen aggressiven Unterordnungsdruck für Migranten. Dabei betont er die nicht verhandelbaren Rechte von Frauen, dass die Trennung von Kirche und Staat von allen zu akzeptieren sei und die Förderung der Integration. „Bildung ist der Schlüssel für Integration. Sprachkurse müssen ausgebaut und der Zugang für Migranten zu guter Ausbildung verbessert werden. Einwanderung kann auch eine Chance sein, wenn statt Willkür und starrer Quoten klare Kriterien – Sprachkenntnisse, Arbeitserfahrung und Verwandte in Österreich – darüber entscheiden, wer einwandern darf. Lustenau hat in seiner wirtschaftlichen Entwicklung stark von der Einwanderung profitiert. Dass es auch Probleme gibt, ist unbestritten. Genau darum bin ich überzeugt, dass wir die vereinsgebundene und die Offene Jugendarbeit stärken, die soziale Betreuung ausbauen und die Bildungsangebote laufend verbessern müssen“, so Bernd Bösch abschließend.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Lustenau
  • Im Bürgerforum Lustenau werden Vandalenakte bestimmter Gruppen beklagt.
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen