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"Identität ist nicht überprüfbar"

Per In sozialen Netzwerken und Chatplattformen ist Vorsicht geboten! Nicht jeder ist der, wofür er sich ausgibt, warnt Cyber-Experte Harald Longhi vom LKA.
Per In sozialen Netzwerken und Chatplattformen ist Vorsicht geboten! Nicht jeder ist der, wofür er sich ausgibt, warnt Cyber-Experte Harald Longhi vom LKA. ©MiK/handout
Schwarzach - Auf Chatplattformen lauern viele Gefahren – W&W sprach mit Harald Longhi, Cyber-Experte beim LKA.


Apps wie etwa Snapchat oder Tinder bieten einerseits eine Plattform, um sich mit Menschen zu vernetzen, andererseits nutzen das auch viele aus. Besondere Gefahr geht von Sexualverbrechern aus. Erst kürzlich wurde eine 16-Jährige im Raum Rankweil Opfer einer Vergewaltigung, nachdem sie sich über Snapchat mit jemandem verabredete. Wie man sich am besten vor Gefahren im Internet schützen kann, weiß Harald Longhi, Cyberexperte am LKA in Bregenz: „Natürlich muss man aufpassen, welche Daten man beim Vernetzen mit anderen verwendet. Dafür gibt es in jeder App Einstellungen, die verhindern, dass fremde Personen Kontakt aufnehmen können. Wer persönliche Daten an fremde Personen weitergibt, wird angreifbar. Das Internet vergisst bekanntlich nichts.“ Auch bei Fotos von sich selbst muss man vorsichtig sein. Die Identität kann etwa durch eine Brille oder die Kleidung verschleiert werden. „Man muss sich im Klaren sein, dass die Identität nicht überprüfbar ist – weder von der Polizei, noch von Privatpersonen. Täter, als auch Opfer können sich hinter einer falschen Identität ganz einfach verstecken. Erotische Fotos sowie Ganzkörper-Bilder sind besonders gefährlich“, so Longhi. „Erst kürzlich wurde ein ‚Grooming-Paragraph‘ eingeführt. Beim ‚Grooming‘ handelt es sich um Erwachsene, die absichtlich Kinder und Jugendliche ansprechen mit dem Ziel, sexuellen Kontakt zu haben. Deshalb ist es wichtig, niemals Adressen oder private Daten bekannt zu geben.“ Grooming würde es auch in Vorarlberg geben.

Öffentliche Orte aufsuchen

Wer neue Leute kennenlernen möchte, sollte beim ersten Treffen einen öffentlichen Ort aufsuchen und einen Freund oder eine Freundin mitnehmen – so schützt man sich am besten.

Zahlen un Fakten

  • 13.103 Cybercrime-Anzeigen vermerkte die Polizei 2016 in Österreich
  • 80 Anzeigen gingen 2016 in Österreich alleine wegen Groomings ein
  • 5610 Cyber-Täter konnten 2016 in Österreich ausgeforscht werden
  • 44,2% mehr Cyberkriminalität verzeichnete Vorarlberg im Vergleich zum Vorjahr

3 Tipps zum sicheren Umgang mit Chatpartnern

Falsche Identität

Der Gesprächspartner im Internet ist oft nicht der, für den er sich ausgibt. Dies sollte man in sozialen Netzwerken stets bedenken! Niemand weiß, wer sich hinter Benutzernamen wie z.B. „cool15“ oder „sportlich16“ versteckt.

Fotos

Es sollte wohlüberlegt sein, welche Bilder ins Netz gestellt werden. Erotische Fotos können Auslöser für Grooming, Cybermobbing oder auch Erpressung sein!

Persönliche Daten

Informationen über die eigene Identität Preis zu geben, erotische Fotos zu veröffentlichen und sich mit nicht persönlich bekannten Chatfreunden ohne Begleitung zu treffen, kann äußerst gefährlich sein. Persönliche Daten wie beispielsweise der volle Name, Fotos, Wohnort und Telefonnummer sollten auf keinen Fall an fremde Personen weiter geleitet werden!

Täter über „Snapchat“ kennengelernt

Am 19. April wurde eine erst 16-Jährige im Großraum Rankweil Opfer einer Vergewaltigung. Das junge Mädchen lernte den unbekannten Täter über die beliebte Chatplattform Snapchat kennen, wie die Polizei berichtete.

(WANN & WO)

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