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"Ich habe für meine Taten gebüßt"

Jim Schatzmann erzählt im W&W-Gespräch, warum er seine Geschichte in einem Buch verarbeitet hat.
Jim Schatzmann erzählt im W&W-Gespräch, warum er seine Geschichte in einem Buch verarbeitet hat. ©handout/Jim Schatzmann
Schwarzach - Seine Drogensucht kostete ihn fast das Leben. Das Geschehene hat Jim aus Feldkirch in einem Buch verarbeitet.

„Ich war orientierungslos, sah keinerlei Zukunft für mich und meine Fähigkeiten“, erzählt der heute 40-Jährige im Gespräch mit WANN & WO. „Die Musik war alles was mir damals noch irgendwie einen Sinn im Leben gab, aber sonst gab es nichts. Dementsprechend fand ich dann auch genau zu den Leuten hin, welche meinem damaligen Weltbild entsprachen. In diesen Kreisen angekommen, war der Weg zu den Drogen nicht mehr weit. Aus einem anfänglichen Probieren, wurde bald mal bitterer Ernst und es folgte ein katastrophaler Abstieg, der über einige Jahre andauerte und mich auch fast das Leben gekostet hätte.“

„Zweifelhafte Erlebnisse“

Obwohl Jim über die Musik in die Szene rutschte, ist er der Meinung, dass Musik- und Drogenszene absolut trennbar sind. In „Nine Lives“ schreibt er über „Dieses ,einfach weg sein‘ nach einer Überdosis Heroin, oder dass ich mir trotz einer fehlenden Herzklappe Speed und Kokain in rauhen Mengen reinzog“. Heute sagt Jim über diese Zeit: „Ich machte mir mit den Drogen alles kaputt, auch und vor allem meinen musikalischen Weg. Das ging sogar so weit, dass ich mich bis heute an gewisse Konzerte nicht mehr erinnern kann, weil ich so sternhagelvoll war. Auch zerbrach meine damalige Band an meinen Exzessen – und mit der Band zerbrach dann ich selbst. Ich war auch keineswegs kreativer auf Droge, im Gegenteil, denn das bildet man sich meist nur ein. Wer heute noch meint, dass Drogen einem den Weg in ungeahnte musikalische Sphären öffnen, der irrt gewaltig. In meinem Buch ,Nine Lives‘ habe ich einige dieser zweifelhaften Erlebnisse beschrieben.“ Die nächste Konsequenz – so meint Jim – wäre wohl sein Tod gewesen.

„Kleiner Funke Glaube“

„Aber irgendetwas keimte damals plötzlich in mir auf, das mich wissen ließ, dass es noch ein anderes Leben gibt als diesen Siff. Ich hatte nichts mehr, alles war dahin. Menschlich gesehen war ich nur noch eine abgestorbene Hülle. Aber ich hatte noch einen kleinen Funken Glauben an mich selbst und so etwas wie Hoffnung auf ein anderes Leben. Und wie sich zudem zeigte, hatte ich den nötigen Biss, das nötige Selbstvertrauen und die nötige Disziplin, mich auf dieses neue Leben einzulassen – und zu meinem Glück hatte ich großen Erfolg damit.“

„Ich stehe dazu!“

20 Jahre später fasste Jim den Mut, sich mit diesem Thema noch einmal so intensiv auseinanderzusetzen. „Heute kann ich dazu stehen und diese Zeit ganz anders reflektieren. Mein Buch war ein sehr persönliches Projekt, wobei ich mir dennoch über eine öffentliche Auseinandersetzung mit dieser Thematik vollkommen bewusst war. Aber ich stehe dazu. Ich habe für meine Taten gebüßt, lernte viel dazu und kann behaupten drüber zu stehen.“

„Werden und Reifen“

Jim wisse genau, dass er seinen erfolgreichen Rückweg mehreren Komponenten zu verdanken habe: „Ich hatte viele Interessen, was für mich bis heute noch eines der essenziellsten Dinge im Leben ist. Des weiteren bekam ich etwas ganz wertvolles: Zeit! Ich war danach sehr lange auf Therapie und bekam dieses wertvolle Gut für mich, für mein Werden und Reifen. Und mein unerschütterlicher Glaube an die Musik, was ich in den Jahren nach meinem Absprung bis ins Letzte ausreizte. Bis heute habe ich noch mit Musik zu tun, auch wenn ich derzeit keine CD-Veröffentlichungen mehr rausbringe.

„Das Highlight: Hoffnung“

Vor einiger Zeit hatte Jim einen Bandscheibenvorfall und musste länger zuhause bleiben. „Ich wollte diese Zeit nutzen und mich nicht einfach dieser Krankheit ergeben“, betont er. „Außerdem denke ich, dass ich eine Geschichte zu erzählen habe, welche nicht jeder in der Form erlebt und vor allem überlebt hat. Ich habe mit diesem Thema abgeschlossen und ein ganz neues Kapitel in meinem Leben aufschlagen können. Dass mir aber nach der Veröffentlichung von ,Nine Lives‘ Menschen aus halb Europa geschrieben haben, welche mir mitteilten, dass ich ihnen mit meinem Buch Hoffnung gegeben habe, das war schon das absolute Highlight!“

„Nine Lives“ gewinnen!

„Ich habe ihn gelebt, den Rock’n’Roll(-Lifestyle), aber wirklich toll war er nicht und ich kann auch nicht behaupten, besonders stolz darauf zu sein“, lautet die Einleitung von Jims Roman. W&W verlost zwei Exemplare von „Nine Lives“. Zum Mitmachen eine E-Mail mit Name, Adresse und Betreff „Nine Lives“ an martin.begle@wannundwo.at senden.

(WANN & WO)

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