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Hunderttausende warten in Afrika auf Hilfe

©APA/EPA
Nach den schwersten Überschwemmungen der vergangenen 30 Jahre auf dem afrikanischen Kontinent hat sich auch am Dienstag keine Entspannung abgezeichnet.

Durch neue Niederschläge verschärfte sich die Lage in den Flutgebieten, die sich über 22 Länder erstrecken. Durch die Überschwemmungen kamen nach Angaben von Hilfsorganisationen bisher mindestens 300 Menschen ums Leben, mehr als 1,5 Millionen Menschen sind von der Katastrophe betroffen.

Der krisengeschüttelte Sudan gehört mit mehr als 600.000 in Not geratenen Menschen zu den am stärksten betroffenen Ländern. Die Fluten hätten Häuser, Viehherden und Vorräte zerstört, erklärte das UN-Büro für die Koordination humanitärer Angelegenheiten (OCHA).

Bei anhaltendem Regen gestaltete sich die Lieferung von Hilfen weiter schwierig. Die UNO kündigte an, im kommenden Monat verstärkt Hilfsmittel aus der Luft für die mehr als 43.000 Flutopfer im Südsudan zu liefern. 1440 Tonnen Lebensmittel sollten wegen der unzugänglichen Straßen von Flugzeugen abgeworfen werden, kündigte das Welternährungsprogramm in Genf an. Die USA sagten am Montag nach eigenen Angaben allein für Uganda weitere Hilfen in Höhe von einer halben Million Dollar (355.000 Euro) zu. In dem Nachbarland Sudans warteten mindestens 400.000 Menschen verzweifelt auf Hilfslieferungen.

Hilfsorganisationen warnten vor einer drohenden humanitären Katastrophe. Infolge der Dauerniederschläge drohe nachhaltiger Schaden für die Infrastruktur, teilte die US-Behörde für internationale Entwicklung (USAID) mit. Als Beispiele nannte USAID die Verschmutzung von Brunnen, die Überflutung von Latrinen und die Zerstörung von Saatgut. In Äthiopien stieg die Zahl der von der Flut Betroffenen nach OCHA-Angaben auf mehr als 200.000, mehr als 70.000 davon wurden obdachlos. In Ghana an der Atlantikküste verloren rund 140.000 Menschen ihr Obdach. Nach den Fluten bedrohen auch Seuchen die Region: Einem Ausbruch der Cholera fielen bereits 68 Menschen zum Opfer.

Nach Schätzungen der UN-Ernährungsorganisation FAO werden zur Behebung der Flutschäden Investitionen in Höhe von mindestens 12 Millionen Dollar (8,5 Millionen Euro) nötig sein. FAO-Direktor Jacques Diouf erklärte, seine Organisation unternehme alles in ihrer Macht stehende, um den geschädigten Bauern zu helfen. Diouf äußerte in Rom die Befürchtung, die Flutkatastrophe könne ein Resultat des weltweiten Klimawandels sein. Die FAO werde die afrikanischen Länder bei der Entwicklung von Strategien zur Abwehr der negativen Auswirkungen des Klimawandels unterstützen, kündigte er an.

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