Hundeangriffe werden oft durch falsches Verhalten provoziert

Dornbirn - Nach einem Hundeangriff sieht sich ein Hundebesitzer auf der Anklagebank. Viele Zwischenfälle könnten jedoch durch richtiges Verhalten der Betroffenen verhindert werden. Hundetrainerin Sabrina Matiz gibt Tipps.
Polizei sucht Hundehalterin
Tipps zum Umgang mit Hunden

Vor zwei Wochen war eine 22-Jährige in Dornbirn-Schoren mit einem Hund unterwegs, als ihr ein 85-jährige Radfahrer entgegenkam. Als dieser auf dem engen Weg vom Fahrrad abstieg, fiel er laut der jungen Frau fast auf sie – woraufhin die dreijährige Vizsla nach ihm schnappte. Wie die Polizei berichtet, bemerkte der Pensionist erst eine Stunde später , dass er minimal verletzt wurde. Er zeigte den Vorfall schließlich bei der Exekutive an, diese suchte den Hundehalter über einen Medienaufruf.

Hundehalter verteidigt Lucy

Der Dornbirner Geschäftsmann Joe Hagn reagierte auf den Aufruf. Die 22-Jährige ist seine Nichte, ihm gehört der Hund. Er lud die Polizei dazu ein, die Hündin in Augenschein zu nehmen – und sich von ihrer Harmlosigkeit zu überzeugen. “Lucy ging in die Hundeschule und ist perfekt sozialisiert”, bricht Hagen eine Lanze für seine Vizsla.

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Besucher werden überschwänglich begrüßt, Lucy präsentiert sich als lebendiges, aber folgsames Tier. So wird auch der Schübling nur auf Kommando verzehrt.

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Dass die Hündin einen Beschützerinstinkt und Revierverhalten hat, will der Firmenbesitzer nicht in Abrede stellen. “Wenn zwei Hunde sich streiten, geht Lucy gleich dazwischen”, betont er die Friedfertigkeit des tschechischen Jagdhundes.

Falsches Verhalten provoziert Biss

Aus Hagns Sicht ist meist ein Fehlverhalten der Nicht-Hundehalter die Ursache für solche Angriffe. Dass selbst ein gutmütiger Hund einmal zubeißt, ist durchaus nicht auszuschließen. Vor allem nicht, wenn sich ein Hund in die Enge getrieben fühlt, Schmerzen oder Angst hat, erklärt Hundetrainerin Sabrina Matiz von Hundewelt Rheintal. Durch Wegrennen und schnelle Bewegungen kann auch der Jagdtrieb des Hundes geweckt werden, warnt die Trainerin. Bevor man einen Hund versucht zu berühren, sollte man dies unbedingt zuerst mit dem Besitzer absprechen.

Nicht jeder Hundeangriff strafbar

Grundsätzlich muss der Hundehalter dafür sorgen, dass der Hund keine Gefahr für andere Personen darstellt. Jedoch muss ein Hundehalter nicht immer für einen Hundeangriff haften, die Justiz spricht dann von einem Freibiss. “Dass aber der erste Biss eines Hundes automatisch ein Freibiss ist, das gibt es nicht”, warnt Norbert Stütler vom Landesgericht Feldkirch. Vielmehr muss im Einzelfall entschieden werden, ob der Hundehalter die notwendige Sorgfalt walten ließ, um einen solchen Angriff zu vermeiden. Dazu kann gehören, ob der Hund eine Hundeschule absolvierte oder angeleint war. Wenn der Hundehalter alles Erwartbare geleistet hat, um einen Hundebiss zu vermeiden, ist er nicht haftbar.

So reagieren Sie richtig

Die Tipps von Hundetrainerin Sabrina Matiz, wie man richtig mit einem fremden Hund umgehen sollte:

  • Starren Sie einen Hund nie an, vor allem nicht in die Augen. Ein Hund interpretiert dies als Kampfansage.
  • Rennen Sie niemals von einem Hund weg. Dies könnte den Hund dazu animieren, Sie zu verfolgen. Hetzen und Jagen gehören zu den natürlichen Verhaltensweisen jedes Hundes.
  • Wenn der Hund an einer Leine geführt wird, ignorieren Sie ihn am besten. Sie sollten den Hund dabei weder ansprechen noch anfassen.
  • Sie sollten wegen dem Hund auch nicht schneller oder langsamer laufen. Wenn Sie Angst haben, wechseln Sie ruhig die Straßenseite. Auch hier gilt, dem Hund nicht nachzuschauen.
  • Wenn ein freilaufender Hund direkt auf sie zukommt, bleiben Sie stehen. Lassen Sie die Arme einfach herabhängen und bewegen Sie sich nicht. Vermeiden Sie Blickkontakt und sprechen sie das Tier nicht direkt an. Dann verliert der Hund schnell das Interesse an Ihnen.

(MRA)

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