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Hörbranz Hochreute: Situation nach wie vor dramatisch - Investitionen in Millionenhöhe

Der Hangrutsch in Hörbranz kommt nicht zur Ruhe.
Der Hangrutsch in Hörbranz kommt nicht zur Ruhe. ©VOL.AT/Steurer
Pascal Pletsch (VOL.AT) pascal.pletsch@russmedia.com
Nach wie vor nicht zur Ruhe kommt das Gebiet Hochreute in Hörbranz. Seit dem Hangrutsch im April ist das Gelände nach wie vor in Bewegung, zuletzt spitzte sich die Situation weiter zu - Gemeindevertretung beschließt Kostenrahmen.

Als im April der Hang erstmals in Bewegung geriet, warnten Experten bereits davor, dass nicht abzusehen sei, wie stark und lange die Rutschung andauert. In den letzten Monaten galt die unermüdliche Arbeit der Helfer und der Wildbach- und Lawinenverbauung vor allem dem Schutz der betroffenen Häuser. Mehrere Gebäude fielen zwischenzeitlich der Rutschung zum Opfer, aktuell sind weitere vier Gebäude akut gefährdet.

Hang kommt nicht zur Ruhe

Auch wenn sich in den letzten Monaten die Lage zwischenzeitlich entspannt hat, sorgten neuerliche starke Bewegungen im Hang immer wieder für neue Sorgenfalten bei den Experten und Betroffenen.

Die Grafik zeigt eindrücklich, wie unberechenbar und unterschiedlich die Bewegung des Hanges in den letzten Monaten war.
Die Grafik zeigt eindrücklich, wie unberechenbar und unterschiedlich die Bewegung des Hanges in den letzten Monaten war. ©Am der Vorarlberger Landesregierung

Zuletzt musste die Feuerwehr Hörbranz am vergangenen Freitag ausrücken, um wieder eine teilweise verschüttete Ableitung des Wassers freizuräumen. "Die Situation ist leider nach wie vor dramatisch, aktuell sind nun wieder vier Häuser gefährdet, auch wenn wir hoffen, sie retten zu können", erklärt der Hörbranzer Bürgermeister Andreas Kresser gegenüber VOL.AT. Auch wenn man gehofft habe, dass sich die Situation entspannt, zeige die Natur weiter, wie unberechenbar der Hang nach wie vor ist.

Über 30.000 Tonnen Material müssen abgeführt werden

Um das Gebiet zu entlasten hat man sich bereits im Sommer dazu entschieden an einigen Stellen massiv Material aus dem Hang abzutragen, um so den Druck aus dem Gebiet zu nehmen. Bislang wurden so insgesamt rund 16.000 Tonnen Aushub abtransportiert.

Über 16.000 Tonnen Aushub mussten bislang abtransportiert werden.
Über 16.000 Tonnen Aushub mussten bislang abtransportiert werden. ©Amt der Vorarlberger Landesregierung

Die Experten gehen aktuell davon aus, dass in Summe über 30.000 Tonnen Aushub entsorgt werden müssen. Dies führt zu deutlichen Kosten, allerdings ist auch die Frage wo das Aushubmaterial gelagert werden kann noch offen. Kurzfristig half ein Hörbranzer Landwirt aus, der eine Wiese für die Zwischenlagerung unkompliziert zur Verfügung gestellt hat, wie Bürgermeister Kresser erklärt.

Gemeindevertretung beschließt Kostenübernahme

In der jüngsten Gemeindevertretungssitzung von Hörbranz am Mittwochabend, präsentierte ein Vertreter der Wildbach- und Lawinenverbauung die bislang getätigten Sicherungsmaßnahmen und was künftig geplant ist.

Das betroffene Gebiet und die Maßnahmen zur Sicherung wurden im Rahmen der Sitzung den Gemeindevertretern erklärt.
Das betroffene Gebiet und die Maßnahmen zur Sicherung wurden im Rahmen der Sitzung den Gemeindevertretern erklärt. ©Amt der Vorarlberger Landesregierung

In Summe sollen die Sicherungsmaßnahmen rund 4,6 Millionen Euro kosten. Hierin enthalten sind die Sicherungsmaßnahmen am Hang, die Errichtung des Schutzdammes, aber auch die Kosten für eine mögliche Aufforstung des Gebiets, um künftig eine Sicherung des Hangs zu gewährleisten. Die Kosten werden zu 60 Prozent vom Bund getragen, 20 Prozent übernimmt das Land Vorarlberg und 20 Prozent entfallen auf die Gemeinde Hörbranz. Aufgrund der wirtschaftlichen Situation erhält die Gemeinde allerdings einen weiteren Zuschuss des Landes, sodass die Gemeindevertretung am Ende einer Kostenübernahme in Höhe von rund 140.000 Euro einstimmig die Zustimmung erteilte.

Großer Dank an alle Beteiligten

Ein besonderes Dankeschön für die unermüdliche Arbeit wurde im Abschluss der Präsentation von Bürgermeister Kresser an die Mitarbeiter der Wildbach- und Lawinenverbauung, an den Landesgeologen Walter Bauer - "der in den letzten Monaten wohl mehr Zeit im Hang als zu Hause verbracht hat", aber vor allem auch an die vielen ehrenamtlichen Helfer, die Mitglieder der Feuerwehr und viele Hörbranzer Bürger, die in verschiedenster Weise die Betroffenen unterstützt haben ausgesprochen.

(VOL.AT)

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