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Honigtöpfe bleiben leer

Wolfurt - Vorarlbergs Imker verzeichnen auch dieses Jahr wieder eine ertragsarme Bienensaison aufgrund der schlechten Witterung.

Mit den ersten blühenden Palmkätzchen im April beginnt auch die Bienensaison im Lande. Über die Sommermonate produzieren die Bienen dann eifrig ihren Honig und im Herbst, sobald das schöne Wetter nachlässt, sind ihre Dienste für das Jahr abgeschlossen. Eigentlich wäre es so einfach, wenn der Wettergott mitspielen würde. „Durch die diesjährige Schlechtwetterphase, vor allem im Mai, wurde die Waldtracht negativ beeinflusst“, erklärt Jungimker Stefan Hechenberger aus Wolfurt. Das Ergebnis: Kein bzw. nur wenig Honig. Unter der Waldtracht versteht man die Tannenläuse, bei denen sich die Bienen ihr Depot für den Waldhonig holen. Jedoch gab es heuer wegen des schlechten Wetters nur wenige Tannenläuse und das Futter für die Bienen wurde dadurch knapp.

Bienenurlaub im Hochgebirge

Der Hobbyimker hatte dann aber die zündende Idee und wanderte mit zwei seiner zwölf Bienenvölker ins Hochgebirge nach Schröcken. Dort wächst die Alpenrose, die eine ausgezeichnete Nahrungsquelle für die Honigbienen ist. „Hier ist es aber wichtig, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen, denn die Alpenrose blüht nur drei Wochen lang“, so Hechenberger. Der große Arbeitsaufwand und die kurzfristige Umsiedlung lohnten sich, die beiden Bienenvölker brachten insgesamt rund 40 Kilo Honig ein. „Nächstes Jahr probieren wir es auf alle Fälle wieder“, so Hechenberger. Ein Bienenvolk besteht aus rund 40.000 bis 50.000 Bienen. Die Bienen holen die Pollen und den Nektar von verschiedenen Wild- und Naturpflanzen und produzieren damit den Honig. „Es ist für die Bienen mittlerweile schwer, genügend Blüten zu finden, da die Landwirtschaft in Vorarlberg meist nur mehr aus Gräsern besteht“, erklärt der Hobbyimker. „In Vorarlberg gibt es rund 12oo Hobbyimker mit insgesamt über 10.000 Bienenvölker“, sagt Egon Gmeiner, Präsident des Vorarlberger Imkerverbandes. „In den letzten drei Jahren verzeichnen die Bienenzüchter eine schlechte Honigsaison – nur ein Viertel der Imker konnten jeweils rund fünf Kilo Honig gewinnen.“

Zeitaufwendiges Hobby

Die Familie Hechenberger betreibt die Bienenzucht mittlerweile seit fünf Jahren. „Die Bienenzucht kostet vor allem im Sommer viel Zeit. Es ist zwar teilweise mühsam, aber ein sehr schönes Hobby“, erklärt der Hobbyimker. Seine neueste Erfindung ist eine Art Honig-Praline – ein echtes Schmankerl für jeden Honig-Liebhaber.

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