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Hollywood-Auftritt für den "Dreamliner"

Mit einer aufwendigen Show, Gästen aus aller Welt und zehntausenden Mitarbeitern hat der US-Flugzeughersteller Boeing am Sonntag (Ortszeit) seinen "Dreamliner", den neuen Langstreckenjet 787, erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

„Boeing hat die besten Ideen aus der ganzen Welt zusammengebracht. Das ist die Arbeit eines brillanten und vielseitigen Teams“, sagte Boeing-Vorstandschef James McNerney bei der Premierenfeier in einem Flugzeughangar in Seattle.

„Boeing ist seit 50 Jahren der Schrittmacher bei der Entwicklung von Passagierjets“, meinte Scott Carson, Chef der Zivilflugzeugsparte des Unternehmens. Nach seinen Angaben verbraucht das Flugzeug rund 20 Prozent weniger Kraftstoff als heutige Modelle. „Man kann nur Marktführer sein, wenn man seinen Kunden zuhört“, sagte Carson zum Verkaufserfolg der 787. Der Programmdirektor des neuen Modells, Mike Bair, lobte die Arbeit der rund 70 Zulieferer aus aller Welt: „Wir haben die besten und fähigsten Partner zusammengebracht, um das Reisen auf dem Luftwege zu revolutionieren“, sagte er.

Gemeinsam mit Flugbegleiterinnen der Kunden-Airlines und unter dem Jubel von rund 15.000 Boeing-Angestellen gab Bair zum Schluss der Zeremonie den Startschuss für das Öffnen der Hallentore. Davor rollte das erste Exemplar des neuen Jets. Tausende Mitarbeiter und Ehrengäste strömten aus der Halle, um das Flugzeug zu besichtigen. Weitere rund 25.000 Beschäftigte verfolgten die Premiere in einem eigens angemieteten Football-Stadion in Seattle auf Großleinwänden.

Der mittelgroße Langstreckenjet ist der direkte Konkurrent für den Airbus A350. Boeing hat bereits 677 Aufträge für den 787 eingeheimst und liegt damit im Wettbewerb deutlich in Führung. Für den A350 gibt es erst gut 100 Festbestellungen, außerdem soll der europäische Konkurrent erst in fünf Jahren ausgeliefert werden.

Dagegen hat der „Dreamliner“ jetzt fristgerecht die Endmontagehalle in Everett verlassen, und ein erster Flug ist schon für den Spätsommer vorgesehen. Die erste Auslieferung an einen Kunden – die japanische All Nippon Airways Co. – ist für Mai 2008 geplant. In einer ungewöhnlichen freundschaftlichen Geste gratulierte Airbus dem Konkurrenten Boeing zur Fertigstellung des 787 und sprach von einem „großen Tag in der Geschichte der Luftfahrt“.

Bei der seit 2004 entwickelten zweistrahligen Maschine kommen laut Boeing eine neue Aerodynamik, leichte Verbund-Werkstoffe und besonders sparsame Triebwerke zum Einsatz. Gegenüber herkömmlichen Flugzeugen würden pro Sitzplatz 20 Prozent Treibstoff eingespart – und damit die CO2-Emissionen entsprechend verringert, hieß es. Das Flugzeug hat eine Reichweite von maximal 12.500 Kilometern und dürfte demnach vor allem auf Fernstrecken zum Einsatz kommen.

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