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Hohes Verkehrsrisiko für Radler

Bregenz – Radfahrboom: Mit der steigenden Anzahl an Radfahrern steigen auch die Unfallzahlen.
Wie sicher fühlen Sie sich als Radfahrer?

Das Straßenbild wird zunehmend von Radfahrern geprägt. Und es scheint speziell in diesem Jahr zu einer Rad-Renaissance gekommen zu sein. Denn in den Sommermonaten waren österreichweit bis zu dreimal so viele Radfahrer unterwegs wie im Jahresschnitt, zeigt eine VCÖ-Analyse auf. „Manche Städte haben holländisches Niveau erreicht. In Bregenz werden an schönen Tagen bis zu 30 Prozent der Alltagswege mit dem Rad gefahren“, betont VCÖ-Sprecher Martin Blum.

Verletzungen mit dem Fahrrad

Doch nicht nur die Anzahl der Radler steigt stetig. Auch die Zahl der im Straßenverkehr verletzten Radfahrer hat besorgniserregende Ausmaße angenommen. Von Jänner bis Juni 2011 sind bereits 228 Fahrradfahrer auf Vorarlbergs Straßen verunglückt. „Das entspricht einem Anstieg von 43 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum“, weiß Martin Pfanner vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). Dementsprechend verunglückten fast ein Viertel aller Verletzten im Straßenverkehr mit dem Fahrrad.

Gefahrenstelle Kreuzung

„KfV-Untersuchungen zeigen, dass mehr als die Hälfte aller Fahrradunfälle Kollisionen mit Pkw-Beteiligung sind“, weiß der Verkehrsexperte. Zudem ereignen sich die meisten dieser Unfälle in Kreuzungsbereichen. Natürlich, weil hier die meisten Verkehrsteilnehmer aufeinander treffen. „Aber auch, weil Radfahrer beim Linksabbiegen oft genug zwischen den Autos stehen oder weil beispielsweise Lkw-Fahrer den toten Winkel übersehen“, meint Pfanner. Daher appelliert er an die Eigenverantwortung eines jeden Radfahrers, gefährliche Situationen zu vermeiden und beim Abbiegevorgang ein Handzeichen zu geben.

Infrastruktur stärken

Aufgrund der Entwicklungen fordern sowohl der VCÖ als auch das KfV ein verbessertes Radverkehrsnetz, das die Sicherheit der Radfahrer gewährleisten soll. Hierzu müsse die Radverkehrsplanung mit der Gesamtverkehrsplanung integrativ abgestimmt werden. Weiters fordert Pfanner, dass die Alkohol–grenze fürRadler von 0,8 auf 0,5 Promille gesenkt und ein Handyverbot auf dem Rad umgesetzt werden soll. „Schließlich erhöhen die Alkoholisierung und die Ablenkung durchs Telefonieren die Unfallgefahr deutlich.“

Senioren besonders gefährdet

Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 120 Personen über 60 Jahre beim Radfahren verletzt. Ältere Menschen sind auf der Straße einem überproportionalen Risiko ausgesetzt. Das belegen auch die KfV-Unfallzahlen der vergangenen fünf Jahre. „Während der Anteil der verletzten ­Radfahrer über 60 Jahre in Vorarlberg bei 27 Prozent liegt, waren 60 Prozent der getöteten Radfahrer Senioren“, erläutert Pfanner die Statistik. Mithilfe eines Radhelms und Protektoren können ältere Verkehrsteilnehmer allerdings selbst erheblich zu ihrer Sicherheit beitragen.

Zahlen rund um Radfahrer

228 Radfahrer verunglückten von Jänner bis Juni 2011 auf Vorarlbergs Straßen.

160 Radfahrer waren es hingegen im selben Zeitraum des Jahres 2010.

213 Fahrradfahrer verletzen sich im ersten Halbjahr 2009 bei Verkehrsunfällen.

 

VN

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