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Hoher Ölpreis trifft alle

Der Ölpreis ist hoch wie nie. Erstmals übersprang er am Donnerstag die Marke von 135 Dollar je Fass und gab gestern nur geringfügig nach.

Der explodierende Ölpreis betrifft aber nicht nur Autofahrer oder jene, die mit Heizöl heizen, sondern uns alle, weil zur Inflation eine Verdoppelung des Ölpreises laut Wirtschaftsforschungsinstitut in Wien mit etwa einem Prozent beiträgt.

Damit steigen aber auch alle Positionen, die direkt oder indirekt an den Verbraucherpreisindex gebunden sind. Dazu gehören u. a. Kostenbeiträge für Pflegegebühren nach dem Spitalsgesetz, die Festlegung der Bezüge für öffentlich Bedienstete, das Kilometergeld und die Rezeptgebühr. Auch bei privatrechtlichen Vereinbarungen wird der Index oft als Richtwert für Anpassungen herangezogen, so bei Mieten, Unterhalt und Fernheizanlagen mit Biomasse.

Auswirkungen hat der Index aber auch auf die Kollektivverträge, das Transportwesen sowie den Sozial- und Bildungsbereich. Die verteuerten Positionen gehen wieder in den Index ein und lösen so eine Preisspirale aus.

Die „VN“ stellten den Analysten Roland Rupprechter (Hypo), Jürgen Rupp (Raiff­eisen) und Egon Reiner (Wärmeenergie Vorarlberg) sieben Fragen zum Ölpreis.

Am 1. Juli wird die Mineralölsteuer nur auf Heizöl extra leicht um 3 Cent pro Liter erhöht. Wie wirkt sich das aus?

Reiner: Mit der Mwst. von 20 Prozent sind das 3,6 Cent pro Liter. Das ist für einen durchschnittlichen Vorarlberger Haushalt, der 2500 Liter/Jahr verbraucht, eine Mehrbelastung von 90 Euro im Jahr. Da die Auslieferung zum alten Steuersatz vor dem 30. Juni 2008 erfolgen muss, soll bis spätestens 14 Tage vor der Steuerhöhung der Ölhändler kontaktiert werden.

Welchen Anteil am weltweiten Energieverbrauch hat Öl?

Rupprechter: Mit einem Anteil von 35 Prozent hat Rohöl deutlich vor Kohle (28 Prozent) und Erdgas (23 Prozent) immer noch den größten Anteil am globalen Energieverbrauch. Daran wird sich in näherer Zukunft nichts ändern.

Wohin geht der langfristige Trend?

Rupprechter: Die Nachfrage der Schwellenländer macht sich zunehmend bemerkbar. China stieg zum zweitgrößten Verbraucher nach den USA auf. Langfristig müssen sich die Verbraucher auf das hohe Preisniveau einstellen.

Wer profitiert vom hohen Ölpreis?

Rupprechter: Die Öl exportierenden Länder gewinnen Kaufkraft. Sie steigern ihre Importe. Dies führt zu einem höheren Bruttoinlandsprodukt (BIP).

Wie sehr ist die Spekulation am jüngsten Anstieg des Ölpreises schuld?

Rupp: Immer mehr spekulatives Geld findet den Weg ins Öl. Vor allem Hedge Fonds haben ihr Engagement rasant ausgeweitet und treiben die Preise nach oben. Diese schlagen aus dem Anstieg Kapital, ohne jemals in den Besitz von auch nur einem einzigen Tropfen Öl kommen zu wollen. Im Moment ist ein Spekulationsanteil von bis zu 50 Dollar im Verhältnis zum Ölpreis auszumachen.

Kann der Anleger vom steigenden Ölpreis profitieren?

Rupp: Besonders Ölbohr- und Explorationsunternehmen wie die Schoeller Bleckmann zählen derzeit zu den großen Gewinnern. Aber auch Ölkonzerne wie Exxon Mobil bleiben interessant. Zudem kann der Anleger über Zertifikate direkt auf den Ölpreis setzen. Sollte der Ölpreis hoch bleiben, bieten auch die Anbieter alternativer Energien wie etwa Solarunternehmen oder Windenergie eine inte­ressante Anlagealternative.

Welche Anleger sind vom Ölpreis negativ betroffen?

Rupp: Die Preisexplosion beim Öl kommt besonders den Aktien der Fluglinien teuer zu stehen. So warnte Europas größte Fluggesellschaft Air France-KLM vor Mehrkosten von 1,1 Milliarden Euro in diesem Jahr. In den USA hat gerade der nach Passagierzahlen weltgrößte Anbieter American Airlines seine Flüge in den USA wegen den Spritkosten zusammengestrichen und viele Flugzeuge stillgelegt.

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