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Hohenems treibt es bunt

Gerangel um den Bürgermeistersessel: Sechs Bewerber sägen am Stuhl von Christian Niederstetter.

Die Parteienlandschaft in Hohenems ist so bunt wie
nie zuvor: Acht Parteien oder Gruppierungen haben ihre Listen für die
Gemeindevertretungswahl eingereicht. Sieben Kandidat(inn)en bewerben
sich um den Bürgermeistersessel.

Auch wenn streitbare Politikerinnen und Politiker in den letzten
Jahren das Stadtparlament immer wieder in Schlagzeilen brachten und
damit zeitweise für Frust in der Bevölkerung sorgten, kann von
politischer Resignation keine Rede sein. Im Gegenteil: Nicht weniger
als 305 Emserinnen und Emser bewerben sich auf acht Listen um Stimmen
und Mandate.

Und um das höchste Amt in der Stadt mit großer historischer
Vergangenheit bemühen sich nicht nur der amtierende Rathauschef
Christian Niederstetter (ÖVP), sondern auch Dr. Arnulf Häfele (SPÖ),
der Freiheitliche Bernhard Themessl, derzeit Vizebürgermeister, Erika
Heidinger von der Unabhängigen Liste, der Grünalternative Walter
Spiegel, Bernhard Amann von den Emsigen und Gerhard Lacha, Liste
Freie Bürger Hohenems.

Schon vor fünf Jahren konnten die Bürger unter sieben Listen
auswählen. Damals traten die Volkspartei, die Sozialdemokraten,
Freiheitlichen, Unabhängige Liste, Grünalternativen, Emsigen und die
Liste Ems neutral zu den Wahlen an, diesmal kommt noch die Liste
Freie Bürger Hohenems dazu. Im Gegensatz zu den Nachbargemeinden
Dornbirn und Lustenau, wo absolute Mehrheiten möglich sind, glaubt in
Hohenems keine Partei ernsthaft daran, die 50-Prozent-Marke zu
überspringen.

Allerdings wollen sämtliche Parteien und Listen das Ergebnis von 1995
verbessern oder zumindest halten. Da der Kuchen nicht größer wird,
darf man gespannt sein, wer zu den Siegern oder Verlierern gehört.
Mit einem Stimmenanteil von gut 34 Prozent war die ÖVP
Spitzenreiterin bei den letzten Wahlen. Die Sozialdemokraten
erreichten 23,1, die Freiheitlichen 14,6, die ULH 10,5 die Grünen
8,7, die Emsigen 7,6 und Ems neutral 1,3 Prozent der Stimmen.

Verschiebungen

Ein Blick in die Statistik zeigt, dass es in den letzten 20 Jahren zu
großen Veränderungen im Wahlverhalten gekommen ist. 1980 konnte die
ÖVP mit 57 Prozent eine satte absolute Mehrheit bejubeln. Zehn Jahre
später war die Absolute mit nur noch 39 Prozent dahin. Auch die
Sozialdemokraten mussten ein Aderlass nach dem anderen hinnehmen: Vor
zwei Jahrzehnten spielten sie mit über 36 Prozent die sichere zweite
Geige, 1990 sackte der Stimmenanteil auf ein Drittel ab, der zweite
Platz konnte aber gehalten werden.

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