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Hohenems treibt die Renaturierung des „Spirkenhochmoors Schollenschopf“ voran

©Stadt Hohenems
Reizvoll, erhaltenswert, einzigartig, wertvoll, schützenswert, ökologisch – das sind nur einige Schlagworte, die sich wohl jede Stadt als Beschreibung für eines ihrer Projekte wünschen würde. 
Renaturierung Schollenschopf

Das Projekt „Renaturierung Spirkenhochmoor Schollenschopf“ in Hohenems vereint all diese Schlagworte in einem einzigen Projekt!

Das seit dem Jahr 2000 als örtliches Schutzgebiet ausgewiesene Hochmoor ist landschaftlich sehr reizvoll. Mit einer Größe von 3,5 Hektar ist es zudem sehr groß, laut Moorexperten noch relativ gut erhalten und eines der schönsten Moore Österreichs. Das einzige Hochmoor der Stadt Hohenems befindet sich in Muldenlage über Moränenmaterial zwischen der Schuttannenalp (Ruheshütte) und Breitenberg.

Entschluss zur Renaturierung

Der Wasserhaushalt des Moores ist gestört. Dies ist vor allem auf die in der Vergangenheit angelegten Entwässerungsgräben zur Torfgewinnung zurückzuführen, was einen dichteren Kronenschluss, die „Einwanderung“ von Fichten und das damit einhergehende Verschwinden von hochmoor-typischen Arten zur Folge hatte. Die Stadt Hohenems hat sich daher entschlossen, dieses aus ökologischer und naturschutzfachlicher Sicht äußerst wertvolle Gebiet zu schützen. Auch dank finanzieller Unterstützung durch das Land Vorarlberg ist das nun umsetzbar.

„Moorschutz ist auch Klimaschutz“

„Ein Moor wächst pro Jahr etwa einen Millimeter. Unser Spirkenhochmoor hat eine nachgewiesene Torftiefe von etwa sechs Metern. Daher ist es mindestens 6.000 Jahre alt und aus städtischer Sicht ein schützenswertes Zeugnis unserer Landschaftsgeschichte bzw. ein Archiv längst vergangener Zeiten. Alleine schon das ist Grund genug, diesen besonderen Lebensraum und die Heimat vieler seltener Tier- und Pflanzenarten zu erhalten. Wir dürfen aber auch die Rolle als Kohlenstoff- und Methanspeicher nicht vergessen. Allein in den oberen 50 Zentimetern Moorboden können 150 Tonnen CO2 pro Hektar gespeichert werden. Damit kann man sich ungefähr vorstellen, welch riesige Menge an gebundenem Kohlenstoff in diesem Moor enthalten sind. Eine Moorrenaturierung in diesem Ausmaß ist zudem ein Pilotprojekt in Vorarlberg und ich freue mich schon sehr auf das Ergebnis“, erklärt Bürgermeister Dieter Egger.

Ist-Zustand und Bauphase

Nach zweijähriger Planungsphase und mehreren Begehungen mit verschiedensten Spezialisten erfolgt nun der Startschuss für die Renaturierung, die im September und Oktober 2019 umgesetzt wird. 

Derzeit ist das Moor in seinem Zentrum noch in einem recht guten Zustand. In der Vergangenheit wurden aber künstliche Drainagegräben angelegt. Dadurch ist eine sukzessive Austrocknung deutlich erkennbar, die sich nun weiter in Richtung Zentrum ausbreitet. Daher werden die Gräben in einem ersten Schritt maschinell mit Spundwänden geschlossen und nicht-ortstypische Bäume entfernt. 

Natürliche Bedingungen wiederherstellen

„Damit Moore überhaupt CO2 speichern können, benötigen sie ausreichend Wasser. Die Hochmoore sind dabei ausschließlich auf die Regenwasserzufuhr angewiesen. Damit dieses Regenwasser gespeichert und gehalten werden kann, müssen Entwässerungsgräben geschlossen und die natürlichen Bedingungen wiederhergestellt werden“, betont Umweltstadtrat Gerhard Stoppel die Dringlichkeit der Renaturierung.

Ökologische Bauweise mit „moortauglichen“ Baggern und Helikoptern

Nach der Entfernung ortsfremder Bäume wird eine Trasse für die Baggerarbeiten errichtet. Anschließend folgt – begleitet von einer ökologischen Bauaufsicht – der Einbau von rund 88 Spundwänden. Um die Beeinträchtigung des Moores so gering wie möglich zu halten, kommen „moortaugliche“ Bagger zum Einsatz, welche nur einen geringen Bodendruck ausüben. 

Als schonendste, schnellste und ökologisch sinnvollste Variante wurde von den Experten der Einsatz eines Helikopters auserkoren. Das Baumaterial wird so ins Moor hinein transportiert – auf dem Rückweg kann dann ein schonender Abtransport der vorab gebündelten Bäume aus dem Moor heraus gewährleistet werden.

Nicht erschrecken!

Die ersten Eindrücke, wenn das Moor nach den Renaturierungsarbeiten betrachtet wird, können zunächst vielleicht verstörend wirken. Doch es erholt und entwickelt sich sehr schnell, wie auch viele andere Moor-Renaturierungsbeispiele zeigen. Ein anschließendes Monitoring über mehrere Jahre wird darüber hinaus weitere Informationen über die Entwicklung des Moores liefern.

 

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