Hohenems: Nachtreten im Bordellrummel

Bordell in Telfs. In Vorarlberg gibt es vorläufig kein offizielles Freudenhaus.
Bordell in Telfs. In Vorarlberg gibt es vorläufig kein offizielles Freudenhaus. ©VN
Hohenems - Bewerber Hermann Hahn wirft Emser FPÖ „Verrat“ vor. Horst Obwegeser dementiert energisch.
Klares Votum gegen Bordellpläne

Nach der Abstimmung ist vor der Schlammschlacht. Hermann Hahn (53), gescheiterter Projektbewerber für ein Bordell in Hohenems, fährt massive Geschütze gegen die FPÖ Hohenems auf.

„Entscheidungsgrundlage“

„Die beiden blauen Stadträte haben mir vor eineinhalb Jahren in einem Gespräch ihre Unterstützung für das Projekt zugesagt. Das war für mich die Entscheidungsgrundlage dafür, die Bewerbung für ein Bordell zu betreiben und auch entsprechende Investitionen zu tätigen. Am Schluss sind sie einfach umgefallen. Sie erzählten mir, sie könnten nicht zustimmen, weil die Frauen dagegen seien. Ich bin maßlos enttäuscht.“ Hahn spricht in diesem Zusammenhang von „Scheinheiligkeit“. Es komme ihm so vor, als hätten die Hohenemser Mandatare gemeint, sie müssten das Land Vorarlberg verteidigen. Das Thema Bordell sei für ihn derzeit abgehakt. „Ob ich jemals wieder einen Versuch starte? Ich lasse das offen.“

Lob für Bernhard Amann

Die vergangenen Wochen seien für ihn sehr belastend gewesen. Allerdings habe er in seinem Umfeld nur positive Signale erfahren. „Viele haben mich in meinen Plänen bestärkt. Aber es sollte nicht sein.“ Großes Lob erfährt der Emsige Bernhard Amann vom Bordell-Werber aus Bludenz. „Respekt vor ihm. Er blieb seinem Standpunkt stets treu und hatte als Einziger den Mut, dem Bordell im Stadtrat seine Zustimmung zu geben.“ Erbost reagierte der Hohennemser Freiheitlichen-Chef auf die Vorwürfe des Bludenzers. „Es ist eine Lüge, dass wir Hahn unsere Unterstützung zugesagt haben“, weist Horst Obwegeser (47) die Anschuldigungen entschieden zurück. Und beschreibt den Kontakt mit Hahn folgendermaßen: „Es war so, dass er am Beginn seiner Bewerbung des Projekts beim Bürgermeister vorstellig werden wollte. Weil er nicht gleich einen Termin bekam, wandte er sich an uns. Wir sicherten ihm lediglich zu, ihn in einer fairen Behandlung seines Anliegens zu unterstützen. Aber wir gaben ihm ganz sicher keine Rückendeckung für seine Bordell-Pläne.“

Knappes FPÖ-Votum

Innerhalb der FPÖ Hohenems gab es im Vorfeld der Stadtratsabstimmung eine extra einberufene Stadtparteileitungssitzung. In dieser wurde das Thema offen diskutiert und über dessen Unterstützung abgestimmt. Die Abstimmung ging knapp gegen eine Unterstützung des Projekts aus, sodass die Stadträte Obwegeser und Dold (49) gegen die Bordellpläne votierten. Horst Obwegeser hätte gerne eine Volksabstimmung über das Projekt gesehen. Auf Hahn ist der Emser FPÖ-Chef wütend. „Im Nachhinein zeigt sich das wahre Gesicht des Gewerbes. Gut, dass der Stadtrat die Bordellpläne abgelehnt hat.“

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