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Hohe Umsätze auch nach dem Fest

Ein Anrecht auf Warenumtausch hat die Kundin nicht. Oft aber zeigt sich der Handel sehr entgegenkommend.
Ein Anrecht auf Warenumtausch hat die Kundin nicht. Oft aber zeigt sich der Handel sehr entgegenkommend. ©VOL.at/Paulitsch
Schwarzach - Handel erwartet erneuten Ansturm. Ferientage werden immer mehr zum Einkauf genutzt.

Der Vorarlberger Handel rechnet auch für die Tage nach Weihnachten mit guten Geschäften und kann sich dabei auf den Trend verlassen. Denn in den vergangenen Jahren haben sich diese „Ferientage“ immer mehr zu „Shoppingtagen“ entwickelt, heißt es seitens der Vorarlberger Wirtschaftskammer zu den VN. Dazu kommt, dass zahlreiche Gutscheine eingetauscht und Geschenke umgetauscht werden.

Unter welchen Voraussetzungen überhaupt umgetauscht werden kann und was dabei generell zu beachten ist, hat die Arbeiterkammer Vorarlberg zusammengestellt. Über 500.000 Österreicherinnen und Österreicher planen zudem laut der Internetplattform ebay, ihre erhaltenen Geschenke online weiterzuverkaufen. 72 Prozent davon wollen sich mit dem Geld ihren eigentlichen Weihnachtswunsch erfüllen und 36 Prozent ihr Sparschwein auffüllen. Letztes Jahr wurden 85 Mill. Euro für Geschenke ausgegeben, die „Fehlgriffe“ waren.

Warenumtausch ist eine Frage der Kulanz

Der neue Pullover ist zu groß, das Buch schon gelesen, die Krawatte zu schrill und das Muster der Bettwäsche total daneben. Alle Jahre wieder sorgen die falschen Geschenke für Enttäuschung unter dem Weihnachtsbaum – trotz allen guten Willens. Kein Problem, so die weit verbreitete Meinung – tauscht man die ungeliebten Geschenke halt einfach wieder um. Doch aufgepasst: Ein generelles Umtauschrecht gibt es nicht, informiert Karin Hinteregger vom Konsumentenschutz der Vorarlberger Arbeiterkammer im VN-Interview.

Können alle Geschenke umgetauscht oder zurückgegeben werden?

Hinteregger: Wenn die Geschenke keine Mängel aufweisen, kann man sie nur dann umtauschen, wenn im Vorfeld eine entsprechende Vereinbarung mit dem Verkäufer getroffen wurde. Es gibt dafür aber keinen gesetzlichen Anspruch. De facto ist es aber so, dass die meisten Geschäfte einen Umtausch zulassen. Man sollte sich auf jeden Fall im Vorhinein über die Fristen informieren und diese gegebenenfalls schriftlich auf der Rechnung vermerken lassen. Kaputte Ware muss vom Händler hingegen repariert oder ersetzt werden. Ist dies nicht möglich, hat man Anspruch auf Bargeld (Kaufpreis in voller Höhe) und muss sich nicht mit einer Gutschrift zufrieden geben.

Welche Waren sind vom Umtausch ausgeschlossen?

Hinteregger: Das richtet sich ebenfalls nach der Vereinbarung, die mit dem Verkäufer getroffen wurde. Ein Beispiel: Reduzierte Ware kann, aber muss nicht vom Umtausch ausgeschlossen sein.

Was ist, wenn der Kassabon fehlt?

Hinteregger: Wenn die Vorlage des Kassabons zur Bedingung für einen Umtausch gemacht wurde, wird es schwierig. Ein Versuch zahlt sich aber auf jeden Fall aus.

Die Verpackung wurde aufgerissen und das Preisschild ist weg. Ein Problem?

Hinteregger: Nur wenn der Verkäufer explizit darauf hingewiesen hat, dass ein Umtausch nur mit Originalverpackung bzw. Preisschild möglich ist. In vielen Geschäften ist es kein Problem. Auch hier gilt es, sich vorab zu informieren.

Wie lange können Geschenke zurückgegeben werden?

Hinteregger: Die meisten Geschäfte geben ihren Kunden die Möglichkeit, Waren innerhalb von 14 Tagen zu retournieren. Es kommt aber immer auf die Vereinbarung und Kulanz des Händlers an. Die Frist kann somit auch kürzer oder länger sein. Gesetzliche Regelung gibt es keine. Anders sieht es bei mangelhafter Ware aus. Diese muss der Händler bis zu zwei Jahre nach dem Kauf reparieren oder ersetzen.

Wird der Warenwert in bar ausbezahlt?

Hinteregger: Bei mängelfreien Waren kommt es auf die Vereinbarung an. Es gibt durchaus Geschäfte, in denen man den bezahlten Kaufpreis in bar zurückbekommt. Einen Rechtsanspruch hat man aber nicht. In vielen Fällen erhält man eine Gutschrift, die man dann auch zu akzeptieren hat.

Wie lange ist ein Gutschein bzw. eine Gutschrift gültig?

Hinteregger: Ohne Befristung ist ein Gutschein 30 Jahre lang gültig. In den anderen Fällen muss die jeweilige Frist eingehalten werden. Es empfiehlt sich, Gutscheine so rasch wie möglich einzulösen, weil die Gefahr einer Insolvenz grundsätzlich bei jedem Unternehmen gegeben ist.

Kann der Gutschein weitergegeben werden?

Hinteregger: Wertgutscheine können selbstverständlich weitergegeben werden.

Das Geschenk wurde bei einer bundesweiten Kette gekauft. Kann es in jeder Filiale umgetauscht werden?

Hinteregger: Bei sehr vielen Ketten ist das durchaus möglich. Da die Bedingungen im Einzelfall unterschiedlich sein können, bitte auf jeden Fall vorher informieren.

Was gilt bei einem Einkauf im Internet?

Hinteregger: Hier hat jeder Käufer ein Rücktrittsrecht. Die gelieferte Ware kann innerhalb von sieben Werktagen wieder zurückgeschickt werden. Man braucht dazu keinen Grund anzugeben. Ein Blick in die Geschäftsbedingungen lohnt sich, weil es bei sehr vielen Händlern ein längeres Rücktrittsrecht gibt.

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