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Hohe Sicherheitsstandards in Tunnels

Nach Inbetriebnahme der neuen Oströhre des Ambergtunnels im Dezember 2003 wurde die rund 20 Jahre alte Weströhre seit Mitte April 2004 saniert und auf den modernsten Stand gebracht.

Gut 20 Millionen Euro wurden für den Umbau und die Sanierung aufgewendet. “Die Gesamtanlage Ambergtunnel entspricht der neuen EU-Tunnelsicherheitsrichtlinie vom April 2004, die auch bereits bei den Sanierungen des Pfändertunnels und des Citytunnels berücksichtigt wurde”, informiert Landesrat Manfred Rein.

Als Reaktion auf die tragischen Tunnelunfälle der vergangenen Jahre hat die EU im April 2004 eine Richtlinie erlassen, die die Mindestsicherheitsstandards in Tunnelanlagen, welche sich auf dem transeuropäischen Straßennetz (TERN) befinden und über 500 Meter lang sind, definiert. In Vorarlberg sind dies die Tunnel auf der A 14 und der S 16. Die EU-Richtlinie sieht bauliche, ausrüstungstechnische und organisatorische Maßnahmen zur Hebung der Tunnelsicherheit vor. Die wesentlichen Maßnahmen sind:

  • Notausgänge in einen “sicheren Bereich” mit einem Maximalabstand von 500 Metern für Fußgänger
  • Querschläge alle 1.500 Meter für Einsatzfahrzeuge
  • Fluchtwegbeschilderung und -beleuchtung
  • Pannenbuchten mit einem Maximalabstand von 1000 Meter
  • Notrufnischen bei neuen Tunnel mit einem Maximalabstand von 150 Meter, bei bestehenden Tunnel 250 Meter.
  • Flächendeckende Videoüberwachung, Tunnelfunk
  • Automatisches Brandmeldesystem
  • Notstromversorgung
  • Europaweit einheitliche Beschilderung
  • Verpflichtende regelmäßige Übungen der Einsatzkräfte

Vorarlberg vorbildlich

“Obwohl die EU-Sicherheitsrichtlinie erst bis 2006 in nationales Recht umgewandelt werden muss, werden bereits jetzt sämtliche Neubau- und Sanierungsvorhaben auf die Erfüllung dieser Richtlinie hin ausgelegt”, betont Landesrat Rein. Die neue Richtlinie wurde in Vorarlberg bereits bei folgenden Vorhaben berücksichtigt:

  • Pfändertunnel, Sanierung
  • Ambergtunnel, 2. Röhre Neubau und Sanierung 1. Röhre
  • Citytunnel, Sanierung 1. Teil

Diese Richtlinie wird in Vorarlberg bei folgenden zukünftigen Vorhaben (Pfändertunnel, 2. Röhre Neubau und Citytunnel, Sanierung 2. Teil) umgesetzt werden. Auch Tunnel auf Landesstraßen, die nicht direkt unter den Geltungsbereich der EU-Sicherheitsrichtlinie fallen, werden sukzessive auf diesen hohen Sicherheitsstandard gebracht (zB L 200 Achraintunnel und Schnepfauertunnel).

Umbau und Sanierung Ambergtunnel

Die Weströhre des Ambergtunnels (Länge 2978 Meter) war mit über 23.000 Fahrzeugen/Tag der am stärksten belastete Gegenverkehrstunnel in Österreich Die absoluten Spitzenwerte wurden jeweils im Winter, an Schiwochenenden mit über 38.000 Kfz/Tag erreicht. Nach rund 20jähriger Betriebszeit wurden nun über den Sommer 2004 umfassende Umbau- und Sanierungsmaßnahmen durchgeführt. So wurde beispielsweise die Zwischendecke auf der gesamten Tunnellänge entfernt und die Zahl der Feuerlöschnischen von 19 auf 26 erhöht. Auch die Tunnelabdichtungen wurden saniert, Schachtabdeckungen in der Fahrbahn erneuert, die drei begehbaren und zwei befahrbaren Querschläge zur Oströhre angeschlossen. Die betriebstechnische Ausrüstung der Weströhre wurde zur Gänze erneuert. Die Sicherheitseinrichtungen (Verkehrslenkung, Videoanlage, Höhenkontrolle, Beschallungsanlage, Funk, etc.) wurden auf den neuesten Stand der Technik gebracht.

Die Gesamtbaukosten belaufen sich auf gut 20 Millionen Euro. “Nur durch gut koordinierte Planung und optimale Zusammenarbeit aller Beteiligten war es möglich, die Baumaßnahmen in der geplanten Bauzeit von nur acht Monaten durchzuführen”, betont Landesrat Rein. Auch der Personalaufwand war beträchtlich: In der Intensivphase (zwischen Mitte Mai und Mitte Juli) waren bis zu 180 Arbeiter gleichzeitig im Einsatz.

Die Verkehrsfreigabe der sanierten Weströhre erfolgt am Freitag, 17. Dezember 2004.

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