Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 VNVorarlberger Nachrichten Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

Hohe Ozonwerte

Mit den heißen Temperaturen kommen auch die hohen Ozonwerte wieder. Am Mittwoch Nachmittag ist in Lustenau die Ozon-Informationsschwelle überschritten worden. Messwerte

Auch am Donnerstag sind die Werte bereits wieder hoch. Besonders betroffen sind Lustenau und Sulzberg. Dies meldet das Umweltinstitut des Landes.


Grüne fordern Tempo 100 auf Autobahn

Bodennahes Ozon ist ein Sekundärschadstoff und wird durch photochemische Umwandlung von Vorläuferschadstoffen wie Stickstoffoxiden (NOx) und flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) gebildet. Diese Schadstoffe entstammen den Verkehrsabgasen und den Abgasen aus Industrie und Haushalt und belasten ganzjährig die Luft. Bei starker Sonneneinstrahlung und bei hohen Temperaturen bildet sich aus diesen vorhandenen Schadstoffen Ozon. Bei länger andauernden stabilen Schönwetterphasen baut sich die Ozonbelastung über Tage kontinuierlich auf und es kommt zu hohen Spitzenwerten.

In der kalten Jahreszeit entsteht aus gasförmigen Stickoxiden und Ammoniak partikelförmiges Ammoniumnitrat. Dieses trägt zu einer großräumigen Belastung durch Feinstaub (PM10) bei.

Wie wirkt Ozon auf Mensch und Natur?

Die gesundheitlichen Auswirkungen auf den Menschen lassen sich unterteilen in Reizwirkungen auf Augen und Nasen-Rachen-Raum, in Beeinträchtigungen der körperlichen Leistungsfähigkeit und in eine Schwächung der Abwehr-mechanismen der Lunge. Die Empfindlichkeit ist sehr individuell. Empfindliche Personen spüren bereits Beeinträchtigungen ab Ozonkonzentrationen von 100 µg/m3. Die Festlegung von Schwellen- und Grenzwerten ist daher ganz grundsätzlich zu hinterfragen. Problem ist, dass diese Werte suggerieren, bis dahin sei Ozon ungefährlich.

Wir Grüne halten es grundsätzlich für äußerst problematisch dem Thema mit Verhaltensempfehlungen zu begegnen: “Bei Überschreiten der Informationsschwelle wird an die Bevölkerung appelliert, ungewohnte und starke Anstrengungen im Freien während der Mittags-, Nachmittags- und frühen Abendstunden möglichst zu vermeiden.”

Pflanzen und Ökosysteme reagieren schon auf niedrige Ozonbelastungen sehr sensibel. Es beeinträchtigt das Wachstum und die Vitalität der Pflanzen. Wälder und landwirtschaftliche Kulturen leiden besonders.

Der Hauptverursacher ist der Verkehr.

In Vorarlberg werden pro Jahr rund 5.000 Tonnen Stickstoffoxide und etwa 7.000 Tonnen flüchtige Kohlenwasserstoffe freigesetzt. Die Stickstoffoxide stammen zu rund 70% aus dem motorisierten Verkehr, davon etwa die Hälfte aus dem Schwerlastverkehr.

Problem ist, dass die Vorläuferschadstoffe mit den Luftströmungen oft über weite Distanzen verfrachtet werden, sodass hohe Ozonkonzentrationen auch dort auftreten, wo sich keine maßgeblichen Schadstoffquellen befinden.

“Dies ist der Grund dafür, dass sich nachhaltige Erfolge in der Ozonbekämpfung nur dann einstellen werden, wenn Maßnahmen großräumig und dauerhaft gesetzt werden!” (Zitat aus der Ozoninformation der Landesregierung, Umweltinstitut, Mai 2004)

Maßnahmen müssen dauerhaft gesetzt werden – sie werden es aber nicht.

Und hier widerspricht sich die Landesregierung grundsätzlich. Im derzeitigen Maßnahmenpaket gegen Ozon, das nach dem Jahrhundertsommer 2003 geschnürt wurde, geht die Landesregierung von drei Schwellenwerten aus.

Ein erster Schwellenwert liegt bei 180 µg/m3 als Einstundenmittelwert – Informationsschwellenwert: Zusätzlich zur Messwertverlautbarung erfolgen gesundheitsbezogene Informationen und Empfehlungen, die Bevölkerung wird aufgerufen:

mit dem Rad zu fahren und Öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen statt mit dem Auto zu fahren; wenn auf des Auto nicht verzichtet werden kann, soll die Fahrgeschwindigkeit reduziert werden (Tempo 100 auf Autobahnen) die Veranstalter von Großveranstaltungen werden ersucht auf die öffentlichen Verkehrsmittel aufmerksam zu machen oder Zubringerdienste einzurichten es wird appelliert auf motorisierte Freizeitaktivitäten zu verzichten und Zweitakter ruhen zu lassen (Motorräder, Mopeds, benzinbetriebene Rasenmäher, motorbetriebene Boote) Lackieren ohne Lösungsmittel und kein Feuer im Freien
Alles freiwillige Maßnahmen!

Bei der Überschreitung einer Ozonkonzentration von 210 µg/m3 als Einstundenmittelwert, erfolgt ein verstärkter Aufruf, die empfohlenen freiwilligen Maßnahmen zu beherzigen mit dem Hinweis, dass ein Erreichen der kritischen Alarmschwelle nicht auszuschließen ist.

Auf der Rheintal- und Walgauautobahn werden Hinweistafeln mit der Aufschrift “Ozon – Tempo 100 – Empfehlung” aufgestellt.

Bei Erreichen der Alarmschwelle von 240 µg/m3 Ozon als Einstundenmittelwert erfolgen verstärkte gesundheitsbezogene Informationen und Empfehlungen und wenn für den nächstfolgenden Tag eine erneute Überschreitung zu erwarten ist, werden folgende Maßnahmen erlassen:

Tempolimit 100 km/h auf Autobahnen Freie Benutzung von Bus und Bahn im Bereich des Vorarlberger Verkehrsverbunds Verbot des Verbrennens biogener Materialien im Freien.

Wichtigste Maßnahme: Tempo 100 auf den Autobahnen.

Im Vergleich zu Tempo 130 km/h lassen sich durch die Temporeduzierung die Stickstoffoxid-Emissionen pro PKW um 20 – 30% verringern!

Diese Maßnahme wäre auch eine sehr wichtige zur Bekämpfung der Feinstaubproblematik, die leider im Maßnahmenpaket 30+1 fehlt.

Weiters zwingt die Entwicklung der Rheintal- und Walgauautobahn zur Stadtautobahn zu Temporeduktionen.

Zweite Maßnahme: Weg mit der steuerlichen Bevorzugung von Dieseltreibstoff.

Im Maßnahmenpaket 30+1 gegen die Belastung durch Feinstaub und Stickstoffoxide wird leider nur angeführt: “… die steuerliche Bevorzugung von Dieseltreibstoff ist zu hinterfragen”. Sogar das Verkehrskonzept geht weiter.

Die Luftreinhalte-Erfolge durch die Einführung des Abgaskatalysators in den 80er Jahren wurden durch die starke Verkehrszunahme in den vergangenen 15 Jahren wieder teilweise zunichte gemacht. Ein zusätzliches Problem stellen die starken Zuwächse an Dieselfahrzeugen dar mit ihren hohen Stickstoffoxid- und Feinpartikelemissionen. Heute entfallen rund 70% der PKW-Neuzulassungen auf Dieselfahrzeuge.

Dritte Maßnahme: Wir müssen den ÖPNV noch um vieles attraktiver machen.

Alle Ideen, die es da gibt, um den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel zu animieren, vor allem jetzt in den Sommermonaten … günstigere Bustarife zu den Freizeitanlagen, “Bäderbusse”, Kombinationen von Saisonkarten mit Verkehrsverbund-Monats- oder Wochenkarten, besondere Umstiegsangebote, Schnupperangebote für MitarbeiterInnen von Betrieben …müssen verstärkt betrieben werden. Es braucht eine neue ÖPNV-Offensive, die Zeiten höherer Belastungen durch Feinstaub und Ozon eignen sich dafür, Menschen zusätzlich zu sensibilisieren. Wichtig ist, die gesundheitlichen Auswirkungen des Individualverkehrs zu thematisieren.

Lagen in den 70er – 80er Jahren die Probleme im Umweltbereich vor allem darin, dass Gewässer und Böden stark belastet waren, hat sich die Prioritätenreihung verändert: Heute haben wir die größten Probleme in der Luft.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Vorarlberg
  • Hohe Ozonwerte
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen