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Hohe Mietpreise: "Viele sind nur auf‘s große Geld aus!"

Viele junge Menschen können sich kaum mehr eine Wohnung leisten.
Viele junge Menschen können sich kaum mehr eine Wohnung leisten. ©W&W
Ex-Maklerin Sabine H.* hat jahrelang in der Immobilienbranche gearbeitet und kennt das Geschäft. Im Gespräch mit WANN & WO erzählt sie vom harten Business und wie man als Kunde Vorteile gewinnen kann.
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WANN & WO: Was hat dich dazu bewegt, deinen Job aufzugeben?

Sabine H.: Ein Grund war, dass ich nicht mehr auf Provisionsbasis arbeiten wollte. Als Makler hat man nur ein geringes Grundgehalt, der Rest hängt vom Umsatz ab. Ich war für die Vermittlung von Mietwohnungen zuständig, das ist hart verdientes Geld. Der Druck ist groß, viele Makler haben auch Vorgaben, wie viel Umsatz sie im Monat machen müssen. Wenn man zu wenig umsetzt, muss man sich rechtfertigen. Abendstunden und Wochenendtermine werden im Gehalt nicht verrechnet.

WANN & WO: Die Maklerprovision kann eine hohe finanzielle Belastung sein. Ist die Summe gerechtfertigt?

Sabine H.: Die Provision richtet sich nach der Wohnungsmiete bzw. dem Kaufpreis. Man muss natürlich bedenken, dass eine Immobilienfirma ihre Kosten für Personal oder Werbung decken muss. Ein Objekt zu vermitteln ist nicht immer gleich viel Arbeit. Wenn es gerade neu hereingekommen ist und gleich vermittelt wird, dann ist der Aufwand natürlich geringer und die Provision nicht unbedingt gerechtfertigt.

WANN & WO: Nicht alle Wohnungen, die vermittelt werden, sind Traumobjekte. Wie vereinbart man das mit seinem Gewissen?

Sabine H.: Ich habe immer versucht, es beiden Parteien recht machen. Bei Besichtigungen habe ich nie etwas versteckt, weil das nur auf einen zurückfällt. Es gibt aber auch Makler, die nur auf das große Geld aus sind. Es ist natürlich so, dass man mehr Geld verdient, wenn man mehr Objekte vermittelt.

WANN & WO: Für manche – oft junge – Menschen scheint es fast unmöglich zu sein, bei uns eine leistbare Wohnung zu finden. Woran kann das liegen?

Sabine H.: Es ist natürlich so, dass sich der Eigentümer die Mieter oder Käufer aussuchen kann. Viele wollen z.B. keine arbeitslosen Menschen oder junge Paare mit Kindern, weil oft die finanziellen Sicherheiten fehlen. Die Eigentümer haben Angst vor Schäden und Verlusten. Die BH-Garantie ist auch nicht beliebt, weil oft länger dauert, bis das Geld eintrifft. Was die Preise angeht, haben manche Eigentümer zu hohe Vorstellungen. Als Makler greift man bei völlig absurden Preisen ein, weil man sonst das Objekt nur schwer vermitteln kann. Privat können Vermieter oder Eigentümer die Preise aber nach eigenem Ermessen anpassen.

WANN & WO: Oft scheint es keine andere Möglichkeit zu geben, als über einen Makler eine Wohnung zu suchen. Worauf sollte man da achten?

Sabine H.: Ich finde Vertrauen ganz wichtig. Man sollte sich den Makler und seine Referenzen genau anschauen. Er sollte sich Zeit nehmen, einen nicht drängen und Fragen ausführlich beantworten. Man kann auch immer versuchen, mit Maklern zu reden, wenn es um die Provision geht. Es gibt bei manchen Objekten einen Spielraum, speziell wenn der Makler mit der Vermittlung wenig Arbeit hatte.

WANN & WO: Wie sieht es auf dem Wohnungsmarkt im Ländle im Moment aus?

Sabine H.: Eher schwierig. Es ist teurer geworden, egal welche Stadt man sich anschaut. Günstigere Angebote findet man noch, wenn man etwas außerhalb sucht. (*Name geändert.)

Hilfreiche Tipps für die Wohnungssuche

  • Internet. Adressen wie laendleimmo.at haben viele Angebote. Private Angebote haben natürlich den Vorteil, dass die Maklerprovision wegfällt.
  • Alles bedenken. Nicht nur die Wohnung an sich, auch die Umgebung und Lage sollte stimmen (Öffis, Nachbarn, Nähe zum Arbeitsplatz, …)
  • Alles genau anschauen. Auch bei der Besichtigung gilt es, einige Dinge zu beachten. Dabei geht es zum Beispiel um Installationen, Boiler, Therme, etc. sollten geprüft und auf dem neuesten Stand sein, sonst kommen dort noch einmal Kosten auf einen zu. Falls bereits Möbel in der Wohnung sind unbedingt nachfragen, ob diese übernommen werden können/müssen und ob eine Ablöse zu zahlen ist. Auch die Fenster sind wichtig: Falls sie alt, verzogen oder undicht sind, lassen sie nicht nur Lärm, sondern auch Kälte herein. In verborgene Ecken schauen, ob nirgendwo Schimmel oder Wasserflecken lauern, das kann sonst auch teuer werden. Auch von Vorteil: Nicht alleine zur Besichtigung gehen.
  • Vertrag genau lesen. Wenn etwas unklar ist, lieber einmal zu viel nachfragen. Unbedingt erkundigen, wie hoch die Betriebskosten sind. Ein guter Tipp ist auch immer die Mietervereinigung.
  • Verhandeln. Bei einer Maklerprovision gibt es meistens einen Spielraum, es lohnt sich auf jeden Fall, einmal nachzufragen. Ansonsten wird auch manchmal eine Ratenzahlung angeboten.
  • Förderungen. Bei der Gemeinde/Land um Mietzuschuss ansuchen oder sich gleich für eine gemeinnützige Wohnung vormerken lassen. Wartezeiten sind lang!

Das ganze Wann&Wo lesen Sie gratis auf www.wannundwo.at.

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