Hofer hebt Milchpreis an

Als der Diskonter Hofer und die REWE-Kette im November 2008 die Milchpreise senkten, war das Wehklagen der Bauern im Land naturgemäß groß. Was die Konsumenten freuen mochte, ging vielen Produzenten an die Existenz. Vorbericht: Diskonter bedrohen heimische Qualitätsprodukte

„Natürlich muss ich mir, wenn die Preise für unsere Milch weiter sinken, die Frage stellen, ob die Viehwirtschaft für mich überhaupt noch rentabel ist”, sagte damals etwa Landwirt Jürgen Moosbrugger aus Andelsbuch.

Demonstration nützte

Fast 500 Bauern aus Vorarlberg und Tirol fanden sich denn auch zur Demonstration vor einer Hofer-Filiale in Tirol ein. „Das hat natürlich Aufmerksamkeit auf das Problem gelenkt – und das war wichtig”, erklärt Landesrat Erich Schwärzler. Denn dank des entschiedenen Auftretens der Landwirte und einiger politischer Verhandlungen mit Hofer, wird der Konzern heute seine Milchpreise wieder anheben. So soll die günstigste Milch von Hofer, die bislang pro Liter nur 69 Cent kostete, ab heute 75 Cent kosten. Auch Milchprodukte im untersten Preissegment sollen ab heute etwas teurer sein. „Hofer hat da eindeutig Handschlagqualität bewiesen”, so Schwärzler, der gemeinsam mit Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger und den Tiroler Amtskollegen im November Gespräche mit dem Konzern führte. „Damals haben die Konzernchefs Verständnis gezeigt und versprochen, im Jänner etwas zu tun”, erzählt Schwärzler.

„EU soll etwas tun”

Schwärzler erwartet nun, dass die anderen Handelsketten im Land dem Beispiel folgen und den Milchpreis in den kommenden Tagen anpassen. Diesbezügliche Gespräche mit Spar und Sutterlüty seien bereits anberaumt. Zudem erhofft sich der ­Landesrat Hilfe vonseiten der EU. „In dieser für unsere Bauern schwierigen Situation wären Milchpreis-unterstützende Maßnahmen vonnöten”, fordert Schwärzler die EU-Kommission etwa zu entsprechenden Erstattungen im Export auf.

 

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