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Hörbranzer Traditionsbäckerei Fink schließt ihre Türen

Am 30. Mai 2021 wird das letzte Tortenstück und die letzte Semmel in der Bäckerei Fink in Hörbranz über die Ladentheke gegeben.
Fink in Hörbranz

Bereits 1957 hatte Pius Fink, Vater von Anton Fink, die Bäckerei Fink in der Fronhoferstraße gegründet. Am 09.12.1988 eröffneten Elisabeth und Anton Fink in der Ziegelbachstraße ihre Bäckerei/Konditorei mit kleinem Café. Mit drei Mitarbeitern wurde der Meisterbetrieb damals gestartet. Über die Jahre wurde das Café vergrößert und ausgebaut, das Angebot wurde laufend erweitert und im Jahr 2021 waren bei Elisabeth und Anton rund 30 Mitarbeiter beschäftigt. Täglich wurden Brot, Gebäck, Torten und Kuchen in der eigenen Bäckerei mit hochwertigen Rohstoffen in traditioneller Handwerkskunst frisch und in bester Qualität hergestellt.

Weit über die Grenzen hinaus bekannt

Neben dem Thekenverkauf wurden auch rund 70 gewerbliche Kunden wie Lebensmittelhändler, Hotels und Gasthäuser beliefert. Das weit über die Grenzen bekannte und geschätzte „Fink-Brot“ war im Leiblachtal in fast allen Lebensmittelgeschäften erhältlich. Jede Nacht wurde rund eine Tonne Mehl und pro Woche circa 4500 Eier verarbeitet. Während andere ihre verdiente Nachtruhe genossen, fing für Anton Fink an 365 Tagen im Jahr schon die Arbeit an. Kurz vor Mitternacht schlüpfte Anton in seine Bäckerkleidung und war meist bis mittags in der Backstube beschäftigt. Frühmorgens öffnete Elisabeth dann die Bäckerei mit warmen Brot und Backwaren.

Kunstvolle Torten

Was klein begonnen hatte, entwickelte sich zu einer der größten privaten Bäckerei/Konditorei im Land. Wo kurz nach der Eröffnung 1988 noch 50 Torten- und Kuchenstücke gebraucht wurden, waren jetzt ca. 1000 Stück Normalität. Bei Hochzeiten wurden die „Fink-Torten“, die nicht nur optisch, sondern auch geschmacklich etwas Besonderes waren, immer gefragter. Für bis zu drei Eheschließungen pro Wochenende wurden in den starken Hochzeitsmonaten Mai, Juni, Juli kunstvolle Torten gebacken, verziert und pünktlich ausgeliefert.

Belegte Laugenbrezel

Für Taufen, Geburtstage, Jubiläen und Feste wurden individuelle Torten und Kuchen gestaltet. Als 1991 Rauch Pepe bei Anton Fink um eine große Brezel mit Füllung bat, war der im ganzen Land bekannte „belegte Fink-Laugenbrezel“ geboren und erfreute sich steigendem Zuspruch. In den vergangenen arbeitsreichen Jahren wurden einmal für einen Silvesterabend 318(!) Brezel gefüllt. In den rund 30 Jahren Fink-Brezel wurden über 200.000 frische Laugenbrezel, immer den Kundenwünschen angepasst, belegt. Neben selbstgemachten Osterhasen, Nikoläusen und Lebkuchen in verschiedensten Formen waren die Weihnachtsbäckereien ein begehrtes Fink-Erzeugnis, zuletzt wurden bis zu 7 Tonnen der leckeren Weihnachtskekse hergestellt.

©CF

Bäckerhandwerk

Um das Bäckerhandwerk am Leben zu erhalten, beteiligte sich das Bäckerehepaar Fink am Leiblachtaler Ferienprogramm. Jeweils bis zu 70 interessierte Jugendliche und Kinder konnten dabei gemeinsam mit Bäcker- und Konditormeister Anton Fink backen, das Handwerk mit allen Sinnen kennenlernen und die selbstgemachten Brotkunstwerke dann natürlich mit nach Hause nehmen.

Frühstück im Fink-Café

Ein weiteres Highlight war das Frühstück im Fink-Café. An den Wochenenden meist ausgebucht, konnte man sich hier mit frischem Gebäck, Kuchen, Säften, Kaffee und Müsli verwöhnen lassen. Bekannt war die Backstube von Anton Fink aber auch bei den Nachtschwärmern... wenn nach den Bällen im Leiblachtalsaal aus- und aufgeräumt war, führte der Weg oftmals bei „Finks Tone“ vorbei. Durch den Backstubeneingang bekam man dort auch zu früher Stunde ein herrliches Frühstück und viele der Frühstücksgäste verweilten bis zum Mittag. Gerüchten zu Folge soll dabei einmal einer der Ballgänger im WC eingeschlafen und erst am Nachmittag durch eine Café-Mitarbeiterin geweckt worden sein. Noch viele solcher und ähnlicher Geschichten könnten beide erzählen.

Verlässlicher Partner

Auch bei Vereinen und Schulveranstaltungen war die Bäckerei über alle Jahre ein verlässlicher sowie großzügiger Partner und Lieferant, der immer mit ausgezeichneter Qualität überzeugte und oft mit vergünstigten Preisen oder kostenlosen Zugaben die Veranstaltungen unterstützte.

Gemeindereporter Christian Fetz:

Auf diesem Weg darf Elisabeth und Anton Fink auch großer Dank ausgesprochen werden. Beide hatten stets ein offenes Ohr für alle Anliegen und standen immer hilfreich zur Seite. Für Elisabeth und Anton war es immer wichtig, die sozialen Kontakte im Ort zu fördern und die Gemeinschaft zu unterstützen. Für viele Leiblachtaler war ein „Kaffee im Fink“ ein Fixpunkt im Wochenprogramm, ein Platz wo man mit Freunden und Bekannten gemeinsame Stunden verbringen konnte. Die herzliche und humorvolle Art der beiden wird im Leiblachtaler Wirtschafts- und Vereinsleben fehlen.

Jetzt aber sollen beide ihre wohlverdiente Pension gemeinsam genießen, Zeit zu Zweit und mit ihrer Familie verbringen und können stolz auf 33 Jahre Bäckerei/Konditorei Fink zurückblicken.

Wir wünschen Elisabeth und Anton alles Gute für ihre Zukunft!!

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