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Hochwasserscheitel am Dienstag

In Sachsen ist kein Ende der Hochwassergefahr in Sicht. Der Scheitelpunkt an der Elbe wird jetzt erst für Dienstag erwartet und sollte dann zwei bis drei Tage anhalten.

Dies teilte das Landeshochwasserzentrum am Sonntag in Dresden mit. Die Sorge um die Dichte der schon jetzt nach dem Tauwetter aufgeweichten Dämme wuchs, wie eine Sprecherin des sächsischen Umweltministeriums sagte.

Knapp 1.000 Menschen im Landkreis Sächsische Schweiz und in Dresden wurden bis zum Wochenende evakuiert. Weitere rund 100 Bewohner der Dresdner Stadtteile Laubegast und Zschieren sollten im Lauf des Sonntags folgen.

In acht Städten bestand Katastrophenalarm. Mehrere Hundertschaften Polizisten aus fünf Bundesländern, Beamte des Bundesgrenzschutzes sowie Bundeswehrsoldaten waren im Einsatz. Die Zusammenarbeit mit den Behörden funktioniere im Gegensatz zur Flutkatastrophe im Jahre 2002 jetzt gut, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Andreas Schumann.

Der Scheitelpunkt der Elbe soll am Dienstag Schöna direkt an der tschechischen Grenze erreichen und dort auf den Pegel 9,10 Meter klettern, wie die Sprecherin des Landeshochwasserzentrums, Karin Bernhard, sagte. Für den Pegel Dresden liege die Prognose zu diesem Zeitpunkt bei bis zu 7,85 Metern. In Torgau sei mit dem Höchststand am Mittwoch zu rechnen. Bei der Hochwasserkatastrophe 2002 waren Pegelstände bis zu 9,40 Meter erreicht worden.

Eine Überflutung des Elbhauptdamms in den Dresdner Stadtteilen Gohlis, Laubegast und Zschieren steht nach dieser Vorhersage offenbar in jedem Fall bevor. Dieser droht nach den Worten einer der Sprecherin bei einem Pegelstand von 7,40 Meter. Doch schon am Sonntagvormittag, als der Pegel noch bei 7,33 Meter gelegen hatte, standen in Gohlis Teile einer Eigenheimsiedlung unter Wasser, das nicht nur über den Damm, sondern auch von unten drückte. Noch am Sonntag weigerten sich hier rund 60 Bewohner ihrer Häuser zu verlassen. Rund 300 Menschen im dem vorerst am stärksten gefährdeten Dresdner Stadtteil waren allerdings schon dem Evakuierungsaufruf der Behörden gefolgt.

Die Altstadt von Dresden ist nach Angaben der Sprecherin in absehbarer Zeit nicht in Gefahr. Dazu müsste das Hochwasser einen Pegel von 8,00 Meter erreichen, was nicht erwartet wurde.

Auch in den übrigen Flutgebieten war die Lage am Sonntag weiter angespannt, obwohl das Hochwasser zunächst langsamer als erwartet gestiegen war. Allein in der Sächsischen Schweiz sind nach Angaben des Landratsamtes in Pirna rund 4.300 Personen vom Hochwasser betroffen. 690 Menschen seien evakuiert worden.

In Pirna selbst halfen 75 Soldaten eines Luftlandeunterstützungsbataillons aus Bremen beim Auffüllen von Sandsäcken. Wegen des Hochwassers sind in der Sächsischen Schweiz, sowie in Dresden und Meißen zahlreiche Straßen sowie auch Elbbrücken gesperrt. In der Sächsischen Schweiz bleiben zudem in vier Städten wegen des Hochwassers Schulen und Kindergärten am Montag geschlossen.

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