AA

Hochwasser forderte ein Todesopfer

Das Hochwasser in Deutschland hat ein Todesopfer gefordert. Eine ältere Frau ertrank am Samstag in den Fluten der Naab in Bayern.

Das Winter-Hochwasser in Deutschland hat ein erstes Todesopfer gefordert. Eine ältere Frau ertrank am Samstag nach Polizeiangaben in den Fluten der Naab in einem Ortsteil von Kallmünz im Landkreis Regensburg in Bayern. Zudem wurde in Echternacherbrück in Rheinland-Pfalz ein 71-jähriger Mann vermisst, der sein Auto vor den Fluten der Sauer in Sicherheit bringen wollte. Laut Polizei sahen Augenzeugen den Mann abtreiben.

Unterdessen stabilisierte sich die Hochwasserlage am Samstag landesweit. Mancherorts sanken die Pegelstände bereits wieder.

Nach Angaben des Technischen Hilfswerks (THW) in Bonn ist die Situation allerdings im baden-württembergischen Wertheim noch besonders kritisch. Der Stadt am Zusammenfluss von Main und Tauber sei bei weiterhin steigenden Pegeln bereits teilweise überflutet, sagte eine THW-Sprecherin. Wertheim drohe am Sonntag das stärkste Hochwasser seit mehr als 80 Jahren.

Auch in Dresden stiegen die Pegel der Elbe weiter an. Die Stadt bildete einen Krisenstab und rechnet am Sonntag mit einem Höchststand von 6,70 Metern. Ufernahe Straßen müssten dann gesperrt werden. Überflutungen seien allerdings erst ab einem Pegelstand von sieben Metern zu befürchten, sagte ein Polizeisprecher in Dresden. In Thüringen wurden am Morgen aus der Ortschaft Leubingen im Landkreis Sömmerda vorsorglich 1.000 Einwohner evakuiert, weil die durchweichten Deiche an der Unstrut zu brechen drohten.

In Köln entspannte sich die Lage. Die Polizei ging davon aus, dass die Altstadt wegen nur noch langsam steigender Pegel vor weiteren Überflutungen vermutlich verschont bleibt. Die Hochwasserschutzzentrale der Stadt rechnet in der Nacht auf Sonntag mit einem Höchstpegelstand des Rheins von 9,99 Metern. Die Altstadt würde ab einem Pegel von zehn Metern überschwemmt.

Die Pegel der Mosel in Rheinland-Pfalz fielen laut THW bereits wieder. Auch in Bayern habe sich die Lage vielerorts entspannt. An der Naab stieg der Pegel allerdings weiter. In Kallmünz im Landkreis Regensburg wurde der historische Stadtkern überschwemmt. In Bad Kissingen, wo die fränkische Saale für das höchste Hochwasser seit 1907 sorgte, wurde am Samstag mit den Aufräumarbeiten begonnen. Auch in Coburg wurde der Katastrophenalarm aufgehoben.

Auch in Frankreich und Belgien sind die Pegel wieder gesunken. In Westfrankreich konnten die meisten Hochwasserwarnungen wieder aufgehoben werden, wie die Feuerwehr am Samstag berichtete. Die Meteorologen sagten bis Montagabend nur geringe Niederschläge voraus. In Belgien zeichnete sich deutliche Entspannung ab. Die meisten Pegelstände sanken um über 50 Zentimeter, meldete die Nachrichtenagentur Belga. Kronzprinz Philippe zeigte sich bei einem Besuch in der überfluteten Gemeinde Liedekerke „beeindruckt von der Solidarität“, sagte Bürgermeister Luc Wynant.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Welt
  • Hochwasser forderte ein Todesopfer
  • Kommentare
    Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel deaktiviert.