Hochwasser-Ernstfall geprobt

Feldkirch probte den Hochwasser-Ernstfall
Feldkirch probte den Hochwasser-Ernstfall ©Henning Heilmann
Welch konzentrierter organisatorischer Einsatz nötig ist, um bei Hochwasser die Altstadt Feldkirchs vor den Wassermassen der Ill zu schützen, zeigten die Feuerwehren der Stadt bei einer großen Hochwasserschutz-Übung am Montagabend.
Große Hochwasserschutz-Übung

 

Schon die Hochwasserschutzmaßnahmen am Illsteg am Elisabethplatz waren spektakulär. Dabei wurde die Fußgängerbrücke zwischen Elisabethplatz und Reichenfeld auf der Altstadtseite um eineinhalb Meter angehoben, um im Ernstfall einen Rückstau von Hochwasser vor der Brücke zu verhindern.  Dazu wurde gegen 18 Uhr  ein sechzig Tonnen schwerer Kran der Firma Bau Trans aus Lauterach am Elisabethplatz aufgestellt. „Wir mussten etwa 16 Tonnen Gewicht, also das halbe Gewicht der Elisabethbrücke, anheben und kurz darauf wieder kontrolliert absenken“, so Jürgen Stütler von der Firma Bau Trans. Soviel passt in etwa auf die Ladefläche eines großen Sattelschleppers. Dabei musste auch darauf geachtet werden, dass sich der Kran nicht in den Ästen des nahe gelegenen Baumes verhakte.

Drei Feuerwehren im Einsatz
Bei der Hochwasserschutzübung waren die Feuerwehren von Feldkirch-Stadt, Tosters, Tisis und Nofels gemeinsam mit Bauhof und Stadtpolizei beteiligt. Insgesamt waren 140 Einsatzkräfte im Einsatz. Auch Bürgermeister Wilfried Berchtold machte sich persönlich vor Ort an der Illbrücke ein Bild von dem vielfältigen Einsatz. „Indem die Feuerwehren der Stadt den Einsatz bis ins Detail üben, ist sichergestellt, dass sie auch im Ernstfall bereitstehen“, betont er.

Blitzschnell abgeschottet
Es benötigte nur etwa zwanzig Minuten, um die Stahlsteher und Holzbohlen zur Ill-Ufermauererhöhung beim Graf-Rudolf- und Graf-Hugo-Wuhrgang zu montieren. Hier zeigte vor allem die Feuerwehr Tosters ihre Stärke und Schnelligkeit. Außerdem mussten noch die Einlaufschächte mit Sandsäcken abgesichert werden.

Franz-Josef-Brücke dicht
Die Illbrücke wurde etwa drei Stunden für den gesamten Verkehr gesperrt. Geübt wurde der Ernstfall einer Überflutung der Brücke. Der Verkehr der L191 in Richtung Liechtenstein wurde in dieser Zeit über die Heiligkreuzbrücke umgeleitet.

Bei der Montage der Tonnen schweren Betonelemente zur Abschottung der Kaiser-Franz-Josef-Brücke längs der Ill war volle Konzentration gefragt. Dabei handelte es sich nämlich um unterschiedlich geformte Betonabschnitte. So wurde zunächst auf der Straße markiert, wo welches Element zu platzieren ist und danach mussten die Elemente sehr sorgsam mit dem Kran platziert werden. Schließlich wurden sie auch noch mit Schmierseife an den Nahtstellen zueinander eingeschmiert. Zu guter Letzt wurden auch die Geländer der Franz Josef Brücke demontiert, um den bestmöglichen Abfluss der Ill auch über die Brücke zu garantieren. Feuerwehr-Kommandant Hubert Bonner zog ein positives Fazit: „Mit dem Ablauf können wir sehr zufrieden sein. In etwa fünfzig Minuten wurde alles soweit abmontiert, dass auch bei einem hundertjährigen Hochwasser die Gefahr einer Verklausung ausgeschlossen wird.“

Übung alle drei Jahre
1999 kam es zu einem Jahrhunderthochwasser an der Ill, bei dem der reißende Fluss rund 560 Kubikmeter Wasser je Sekunde durch das Stadtgebiet führte. Die Hochwasserschutzübung fand heuer zum zweiten Mal statt, laut Vorschrift der Behörde muss sie alle drei Jahre wiederholt werden. Dieses Frühjahr liegt in den Gebirgshöhen Vorarlbergs so viel Schnee wie seit vielen Jahren nicht mehr. „Gefahr droht jedoch nur, wenn noch weitere ungünstige Faktoren zusammen- treffen“, so Ingenieur Ralf Grabher vom hydrografischen Dienst im Amt der Landesregierung.

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