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Hochjoch-Deals auf den Tisch

Kleinaktionäre wollen vor Neustart mit Klaus lückenlose Aufklärung. Selbst für Laien nicht nachvollziehbar ist, dass im Kaufvertrag die einfache Addition von Summen nicht stimmt. Kaufvertrag

Bevor die Silvretta Nova von Walter Klaus die Übernahme der Mehrheitsanteile von Raiffeisen-Uniqa durch die Generalversammlung absegnen lässt, wollen die mehr als 100 Kleinaktionäre eine lückenlose Aufklärung der vorläufig noch im Dunklen liegenden vertraglichen Deals zwischen Raiffeisen und Skidienstleister Michael Furtner. Bei der kommende Woche stattfindenden, von den Illwerken (5,3 Prozent Anteil) beantragten außerordentlichen Generalversammlung wird der Antrag auf eine Sonderprüfung eingebracht. Was noch für Überraschungen sorgen könnte. Die Verträge müssen auf den Tisch. Den „VN“ liegt der Unternehmenskaufvertrag zwischen NTC (Furtner) als Verkäuferin und der Hochjoch Dreamland GmbH (100 Prozent Hochjoch) vom 22. November 2004 vor. Juristen haben ihn unter die Lupe genommen und sind einigermaßen erstaunt über die „horrende Summe“, die die Hochjochbahnen allein für die Adaptierungs- und Entwicklungskosten bezahlen mussten, nämlich 1.130.000 Euro. Die Gesamtsumme waren drei Millionen.

Zu Lasten der Bahnen

Den Kaufpreis musste Furtner laut Vertrag „gesamthaft zur Abdeckung offener Verbindlichkeiten“ gegenüber der Raiffeisengruppe auf bestimmte Konten überweisen. Auf einen Bruchteil der Kaufsumme haben gerichtlich beeidete Sachverständige den tatsächlichen Wert des NTC geschätzt. Offensichtlich, so mutmaßen die Juristen, hat Raiffeisen einen überhöhten Kaufpreis ausgehandelt, um die unbesicherten Verbindlichkeiten von Furtner zu Lasten der Hochjochbahnen abzudecken. Offen sind auch noch Leasingverbindlichkeiten in der Höhe von ca. 12 Millionen Euro. Furtner hätte eigentlich auch nie dem inzwischen erfolgten Rückkauf zustimmen müssen, so die Experten.

Selbst für Laien nicht nachvollziehbar ist, dass in der Gesamtrechnung zum Kaufvertrag die einfache Addition von Summen nicht stimmt. So liegt z.B. der Buchwert der Ausrüstung, errechnet aus vier Zahlen, unter dem Strich glatt um 224.000 Euro zu hoch.

Auf einen Blick

  • Kauf der NTC von Furtner durch die Hochjochbahnen (Mehrheitseigentümer Raiffeisen-Uniqa) November 2004 – 3 Mill. Euro
  • Leasingverbindlichkeiten – 12 Mill. Euro
  • Inzwischen errechneter Firmenwert – max. 500.000 Euro
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