Hitzewelle in Europa und USA

Während die Menschen in Frankreich über die größte Hitzewelle seit 1893 stöhnen, steuern Italien und der Südosten Englands auf Rekordtemperaturen zu.

Die ersten Hitzetoten sind zu beklagen: Bei Temperaturen weit über 30 Grad kamen in etliche Menschen durch die Hitze ums Leben. In Spanien und Kroatien kämpfen die Feuerwehren weiter gegen Waldbrände. Vor allem die südspanische Region Càdiz kommt nicht zur Ruhe: Beim vierten Waldbrand in acht Tagen mussten die Behörden 1500 Wohnungen und ein Hotel mit 700 Gästen evakuieren.

Das Feuer brach am Dienstagabend gleichzeitig an drei Stellen aus. Das lässt nach Angaben der Behörden auf Brandstiftung schließen. 80 Hektar hat der Brand innerhalb weniger Stunden eingeäschert, am Tag zuvor 190 Hektar. Ein Bauernhof wurde von den Flammen erfasst, 500 Hühner verbrannten. In der andalusischen Provinz von Càdiz flackern seit zwei Wochen fast täglich neue Feuer auf. Vier Verdächtige wurden bisher festgenommen. In Murcia und nahe der Stadt Ourense waren am Montag und Dienstag zwei Arbeiter umgekommen, die in der prallen Sonne gearbeitet hatten.

In der Urlauberhochburg Istrien, der größten Halbinsel an der nordkroatischen Adria, wurden in den vergangenen acht Tagen bei 19 großen Bränden 150 Hektar Wald und Busch vernichtet. Die meisten Feuer sind nach Darstellung der Polizei nicht natürlich ausgebrochen, sondern von Grundstückspekulanten gelegt worden.

Feuer auch in Österreich: Am Großsonnberg im Salzburger Land kämpfen 150 Feuerwehrleute gegen einen Waldbrand. Die Flammen in dem schwer zugänglichen Gelände im Bezirk Zell am See werden vorwiegend von der Luft aus bekämpft. Nach Angaben der Nachrichtenagentur APA sind 30©000 Quadratmeter Wald betroffen.

In Großbritannien war der Dienstag mit 36,3 Grad der heißeste Juli-Tag seit 1911. Am Mittwoch könnte mit vorausgesagten 39 Grad aber sogar der absolute Hitzerekord fallen: Der bislang heißeste Tag auf der britischen Insel war der 12. August 2003 mit 38,5 Grad. Englische Schulen schlossen früher als sonst, was auch bei heißem Wetter sehr selten vorkommt. Auf den Straßen schmilzt der Teer, vielerorts sind Streuwagen im Einsatz, damit Fußgänger und Fahrradfährer nicht „kleben“ bleiben. In Teilen der Londoner U-Bahn wurden am Dienstagnachmittag 47 Grad gemessen. Die britische Industrie rechnet damit, dass in den nächsten Tagen Tausende krank feiern werden.

Die Hitze-Hitliste in Frankreich führt Bordeaux an. Im Südwesten wurde der Rekordwert von 40 Grad gemessen. In der Haupstadt Paris kletterte die Temperatur auf 36 Grad. Auch das dort erwartete Gewitter wird keine wirkliche Abkühlung bringen. Laut Wetterdienst Météo France habe es in Frankreich seit 1893 keine solche Hitze gegeben. Bereits neun Menschen sind möglicherweise Opfer der Hitzewelle geworden, wie Gesundheitsminister Xavier Bertrand mitteilte. „Zum gegenwärtigen Stand könnten neun Todesfälle auf die Hundstage zurückgehen“, sagte der Minister. Er forderte zu einer verstärkten Mobilisierung der Sozial- und Gesundheitsdienste auf. Im August 2003 waren in Frankreich knapp 15000 Menschen als Folge einer dreiwöchigen Hitzewelle mit Temperaturen von 40 Grad gestorben.

Die Niederlande erleben zum ersten Mal seit 1948 schon die zweite Hitzewelle in einem Jahr. Bei der Viertage-Wanderung von Nijmegen, zu der mehr als 44©000 Menschen an den Start gingen, starben am Dienstag bei weit über 30 Grad zwei Teilnehmer. Die Veranstaltung wurde abgebrochen. Erfrischung gibt es an den Stränden – aber die sind proppenvoll.

In Italien herrscht nach sehr heißen Wochen seit ein paar Tagen fast allerorts schönes Sommerwetter mit Temperaturen um die 30 Grad. Jedoch haben Meteorologen eine neue Hitzewelle angekündigt, die in den nächsten Tagen aus Nordafrika kommt und etwa zehn Tage dauern soll. Die Temperaturen sollen in vielen Städten auf 36 bis 37 Grad steigen. Der Höhepunkt der Hitzewelle wird am Wochenende erwartet.

In Finnland wird nach dem extrem trockenen Sommer mit Ernteeinbußen gerechnet, vor allem bei Getreide, Himbeeren und Johannisbeeren. In Helsinki hat es seit Anfang Juli nicht geregnet. In Dänemark ist die Ernte des Winterweizens stark betroffen. Auf der schwedischen Insel Gotland wurde der voraussichtliche Ernteverlust auf 25 Prozent beziffert, falls das trockene Wetter andauert.

Hohe Temperaturen herrschen aber nicht nur in Europa. Seit drei Tagen hat eine Hitzewelle auch die USA von der Ost- bis zur Westküste fest im Griff. In New York und Washington wurden Temperaturen von über 40 Grad gemessen. In vielen Großstädten brachten die Behörden Duschköpfe an Hydranten an, damit sich die Menschen auf der Straße erfrischen können. Zahlreiche Todesfälle wurden mit der extremen Hitze im ganzen Land in Verbindung gebracht.

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